Wie gesund lebe ich?

  Eine Anleitung zur Überprüfung des Gesundheitsverhaltens

 

Der Dalai Lama wurde gefragt, was ihn am meisten überrascht; er sagte: Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit. wiederzuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht geniesst; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.

 

Verwandte Seiten: Salutogenese, Das Leben wieder geniessen, Krebsheilung, Anti-Aging (wie kann ich gesund alt werden), Entspannung/Meditation, guter Sex/gute Beziehung

Lebendigsein! >>>siehe mein Blogbeitrag: http://walserblog.ch/2015/04/10/lebendigsein/

 

Eine Warnung voraus:

Wer sich zu sehr mit dem eigenen Ich beschäftigt, kreist um sich selbst, und das schafft vor allem Beklemmungen. Man interessiert sich am besten für etwas anderes als nur für die eigene Haut und Haare! Dazu Platon: Die grösste Behinderung des Lebens liegt darin, dass man ständig auf die Gesundheit achtet.

 

Lebe massvoll, lustvoll, natürlich und mit viel Bewegung!
Eine Untersuchung der Harvard Medical School, eine der längsten (60 Jahre Beobachtung!) und umfassendsten Forschungen zur menschlichen Entwicklung zeigt: Wir können weitgehend selbst bestimmen, wie wir altern! Was unterscheidet denn Menschen, die im Alter von 60 bis 80 zufrieden und gesund sind (happy-well) von den traurigen Kranken (sad-sick) fragten sich George E. Vaillant et. al. (Aging Well. Little, Brown & Company, Boston 2002, ISBN 0-316-98936-3)
Sieben Faktoren sind wichtig: Tabakabstinenz ("wahrscheinlich der wichtigste Faktor!"), gesundes Gewicht, wenig Alkohol, regelmässige Bewegung, solide Liebesbeziehung, erwachsener Umgang mit emotionalen Konflikten und Stress, lange und gute Ausbildung - nicht aber Geld/Vermögen und auch nicht die Gene!
Lesen Sie auch mehr übers gesund Altwerden (Anti-Aging) >>hier!

Aus dem eben Gesagten kann man schliessen - und man hört es nie gern... - dass DISZIPLIN (Gewissenhaftigkeit, Selbstkontrolle, Pflichtbewusstsein...) eine der wichtigsten Faktoren zur Erlangung von Gesundheit ist. Neben dem, dass gewissenhafte Menschen weniger rauchen und trinken und massvoller essen, gelingt es ihnen, sich bessere Lebensbedingungen zu erarbeiten. Wer schon in der Kindheit selbstdiszipliniert zu Werke geht, bekommt eher gute Noten, schafft eher eine anspruchsvolle Ausbildung und wohnt in einer gesünderen Umgebung.
Lesen Sie dazu auch meinen Blogbeitrag über die grossen fünf Persönlichkeitsmerkmale mit ihrem Bezug zur Gesundheit, zur Langlebigkeit, guten Beziehungen und Erfolg im Beruf: http://walserblog.ch/2015/02/14/gewissenhaft-macht-gesund/
Die SELBSTKONTROLLE und - damit zusammenhängend - "Alles mit Mass!" ist also der wahre Glücklich-Macher. Selbstkontrolle macht Kinder im späteren Leben stark. Leute mit viel Selbstkontrolle führen im Schnitt bessere und längere Beziehungen als Menschen, die sich weniger im Griff haben. Sie werden mehr gemocht und anerkannt. Sie sind weniger gestresst, fühlen sich weniger schuldig, können sich besser an neue Situationen anpassen und sind weniger beratungsresistent. Sie begehen auch weniger Verbrechen. Sie überwinden sogar Vorurteile besser. Und, nach all dem, nicht überraschend: Sie leben länger. (Roy Baumeister: Die Macht der Disziplin. Campusverlag, 2012)
Alles schön und gut: Aber eine Überdosis Disziplin ist nicht mehr gesund! Wichtig ist der Wechsel von Spannung und Entspannung, von Kontakt und Rückzug, von Selbstkontrolle und Genuss! Es gibt also auch die Rückseite der Medaille durch eigentliche "Selbstknechtung", was in Stress, Depression und Burnout enden kann. Deutungshilfe bietet der kontrovers debattierte deutsche Philosoph Byung-Chul Han. Laut Han hat sich der Westen von einer Kontroll- in eine Leistungsgesellschaft umorganisiert (siehe dazu den spannenden Bericht aus dem Tages-Anzeiger).

 

Dazu passt, dass grosse Studien bei Ausdauersportarten zeigen, dass langsam, ja bedächtiges Tempo und auch zeitlich wenig für die Gesundheit besser ist, als hart, schnell und viel!

.

"Alles mit Mass!" oder "Bloss nicht übertreiben!" hat als Motto auch für Jogger eine vielleicht lebenswichtige Berechtigung, wie nun eine dänische Langzeitstudie der Uni Kopenhagen zeigt: 1000 Läufer wurden 13 Jahre lang beobachtet und die Sterberate mit der von 4000 Untrainierten verglichen. Wie vermutet, hatten die Jogger insgesamt einen höhere Lebenserwartung als die Sportmuffel. Doch diejenigen Läufer, die oft und hart trainierten, überlebten die 13 Jahre deutlich seltener als die Schleicher. Schlimmer noch: Die Überlebensquote der Hochtrainierten war kaum höher als die der Stubenhocker. Nach dieser grossen Studie ist das ideale Laufpensum eine bis 2.4 Stunden pro Woche. Und die optimale Geschwindigkeit: bedächtig! (DOI: 10.1016/j.jacc.2014.11.023)

.

 

Gesund zu leben, zahlt sich aus
Eine gesunde Lebensweise senkt das Risiko für chronische Krankheiten noch deutlicher als bislang vermutet: Wer noch nie geraucht hat, viel Obst, Gemüse, Vollkorn und dafür wenig Fleisch isst, kein massives Übergewicht hat und sich pro Woche mehr als dreieinhalb Stunden bewegt, reduziert im Vergleich zu Menschen mit gegenteiligem Verhalten sein Erkrankungsrisiko um 78 Prozent. (Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung mit mehr als 25'000 Teilnehmern, 2009).
Im Einzelnen sinken bei einer derart bewussten Lebensweise das Diabetes-Risiko um 93 Prozent und die Gefahr eines Herzinfarkts um 81 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, vermindert sich immer noch um die Hälfte und das Krebsrisiko um 36 Prozent.
Wer einen BMI unter 30 aufweist, vermindert allein dadurch sein Risiko für chronische Krankheiten um mehr als die Hälfte. Wer darüber hinaus auch in seinem Leben noch nie geraucht hat, senkt die Gefahr, chronisch zu erkranken, sogar um 70 Prozent. Aber auch Raucher und Ex-Raucher können ihr Risiko durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht um bis zu 70 Prozent senken.

 

 

Eigene Einschätzung Ihres Gesundheitsverhaltens

Sie finden hier eine Sammlung von Aspekten, die Sie anregt, über Ihr Verhalten und Ihre Lebensführung nachzudenken. Prüfen Sie jeweils, was Ihnen bedeutungsvoll erscheint, und fassen Sie Ihre Überlegungen dann in dem Auswertungsbogen zusammen. Notieren Sie Hinweise zu Bereichen, in denen Sie einen Mangel erleben, in denen Sie Ihr Verhalten, Ihre Kenntnisse, Ihr Bewusstsein fördern möchten. Fassen Sie Ihre Überlegungen am Schluss jedes Kapitels zu einem globalen Skalenwert zusammen
(von -2=geringes bis +2=angemessenes Gesundheitsverhalten).

 

[Gefühle | Kreativität | Entspannung/Schlaf | Erholung im Urlaub | körperliche Aktivität | körperliche Fürsorge | Ernährung | Produktivität/Arbeit | Wohnen | Beziehung | Umweltbewusstsein | soziales Interesse | Lebenszufriedenheit | speziell für Männer | speziell für Lehrer/Betriebsleiter/Politiker]

1. Wahrnehmen und Ausdrücken von Gefühlen

Wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin, kann ich das ausdrücken.
Meist ist mir bewusst, was ich gerade fühle und empfinde.
Ich fühle mich frei, anderen meine Gefühle mitzuteilen.
Für mich ist es in Ordnung, sowohl heiter und fröhlich als auch ängstlich, traurig und ärgerlich zu sein.
Ich kann anderen verständlich machen, was ich empfinde.
Es beunruhigt mich nicht, wenn ich manchmal auch heftige Gefühle habe.
Ich freue mich über Zuwendung, Anerkennung und Lob von anderen.
Wenn ich traurig bin, gestatte ich es mir, zu weinen.
Ich nehme es wahr, wenn andere bedrückt sind.
Meine Ansichten und Interessen kann ich auch Menschen gegenüber vertreten, die sehr sicher auftreten.
Ich kann Sexualität und Intimität geniessen.
Wenn ich Hilfe brauche, suche ich sie bei Freunden oder Fachleuten.
Für mich haben Gefühle eine Bedeutung, auch wenn sie mich manchmal daran hindern, die Dinge "nüchtern" zu betrachten.
Wenn ich ärgerlich oder zornig bin, fresse ich das nicht in mich hinein, sondern drücke meine Gefühle aus.
Ich weiche Auseinandersetzungen nicht "um des lieben Friedens willen" aus.
Können Sie sich in schwierigen Lebenssituationen nachsichtig behandeln? Haben Sie "Selbstmitgefühl"?

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

2. Kreativität und Ausdrucksfähigkeit

Ich habe Freude daran, mich durch Kunst, Tanz, Musik, Theaterspielen, usw. auszudrücken.
Ich habe Freude daran, täglich einige Zeit ohne Planung oder Strukturierung zu verbringen. Auch das mobile Internet ist dann nicht verfügbar (Smartphones, Tablets...)!
Ich habe oft Ideen und Einfälle, die aus mir selber kommen, in denen ich nichts nachahme.
Es macht mir Spass, mich manchmal mit ungewöhnlichen Ideen zu beschäftigen und sie mit anderen auszutauschen.
Ich interessiere mich für meine Träume und für das, was sie mir sagen.

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

3. Entspannung, Schlaf

Ich fühle mich selten müde oder ausgelaugt (ausser nach einer anstrengenden Arbeit).
Ich schlafe nachts leicht ein.
Ich bekomme meist genug Schlaf.
Wenn ich aufgeweckt werde, fällt es mir meistens leicht, wieder einzuschlafen.
Es gibt Zeiten, in denen ich gerne allein sein mag.
Wenn es keine Möglichkeit gibt, Probleme sofort zu lösen, kann ich sie auch ruhen lassen.
Mindestens 15 bis 20 Minuten täglich meditiere ich oder versuche, mich zu zentrieren.
Ich verwöhne mich (ohne mich dafür schuldig zu fühlen), zum Beispiel durch Massagen, Nichtstun.

In meinem Alltag pflege ich ein Gleichgewicht zwischen Kontakt und Rückzug. Dabei meint Rückzug: Entspannung, Nichts-Tun und keine Füll-Aktivitäten, wie Rausnehmen des Smartphones und Öffnen von Apps, Lesen von Mails,...

 

mehr zu Entspannungsmethoden hier >>> www.dr-walser.ch/entspannung.htm 

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

4. Erholung im Urlaub

Ehe ich eine Auszeit oder einen Urlaub plane, frage ich mich, wovon ich mich erhole. Grundsätzlich gilt: Kontrasterfahrungen sind wichtig! Wenn Du ständig in der Öffentlichkeit stehen und mit vielen wechselnden Menschen in Kontakt bist, brauchst Du Zeiten, in denen Du dich von der Welt zurückziehen und mal allein sein kannst. Wer in einem sozialen Beruf tätig ist, ständig für andere da ist, steht nach Möglichkeit in Urlaubszeiten selbst im Mittelpunkt und lässt sich "bedienen". Wer ständig freundlich zu Kunden sein muss, sucht seine Erholung wohl besser nicht in Gruppen.
Fernreisen mit Zeitverschiebung bringen Anregung. Erholung bieten sie schon allein deshalb wenig, weil der Körper einige Tage benötigt, um sich an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Plane ich dafür genügend Zeit ein?
Ich mache mehrere, gut übers Jahr verteilte Urlaubstage, da sie sinnvoller sind als der grosse mehrwöchige Urlaub am Stück.
Habe ich nicht zu grosse Erwartungen an den Urlaub? Ist mit bewusst, dass der Erholungseffekt nach dem Ferien nicht lange anhält? Spätestens nach vier Wochen ist er verschwunden.
Es ist mir bewusst, dass faul sein erlaubt ist, aber in Massen. Die Balance zwischen Entspannung und Bewegung ist wichtig. Durch sportliche Betätigung werden Spannungen abgebaut, und man erlebt sich als kompetent - gute Voraussetzung für die Regeneration. Deshalb: Nicht nur im Urlaub die Joggingschuhe anziehen oder den Tennisschläger schwingen: Die beste Erholung garantiert die regelmässige, in den Alltag integrierte Bewegung.
Auch im Alltag nehme ich mir regelmässig Zeit für Pausen. Ich gehe in der Mittagspause allein einige Schritte oder mache auf der Yogamatte Atemübungen...
Ich kann im Urlaub schnelle von der Arbeit abschalten und die Arbeit gedanklich hinter mir lassen. Ich kann Abstand gewinnen und mich innerlich freimachen.
Ich mache im Urlaub auch Mastery-Erfahrungen, also körperliche oder intellektuelle Herausforderungen, wie einen Berg besteigen, Spanisch lernen oder einen See durchschwimmen.

Ich kann in meiner Freizeit frei wählen, wann und wie ich etwas mache, das mir Freude bereitet.

 

mehr zu Entspannungsmethoden hier >>> www.dr-walser.ch/entspannung.htm 

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

5. Körperliche Aktivität

Ich habe in den letzten zwei Jahren sportlich etwas Neues gelernt oder begonnen?
Ich steige häufig Treppen, statt den Lift zu benutzen.
Meine täglichen Aktivitäten schliessen mittlere Anstrengungen ein (z.B. Betreuung kleiner Kinder, Arbeiten im Haushalt, Gartenpflege, Fusswege während der Arbeit...).
Meine täglichen Aktivitäten schliessen schwere körperliche Arbeiten ein (z.B. Transport, Tragen schwerer Objekte, landwirtschaftliche Arbeit ...).
Ich gehe täglich mindestens zwei Kilometer zu Fuss.
Mindestens dreimal pro Woche laufe ich 20 Minuten in mittlerer Belastung (mehr).
Mindestens einmal pro Woche mache ich 15 bis 20 Minuten lang Yoga (oder andere Dehn-, Streck- oder Entspannungsübungen).
Ich mache fast täglich Gymnastik.
Ich dusche regelmässig, erst warm, dann kurz kalt.
Ich gehe ein- oder zweimal im Monat in die Sauna.
Häufig geniesse ich sexuelle Aktivitäten mit mir oder anderen.

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

6. Körperliche Fürsorge

Ich rauche nicht! (wohl wichtigste Gesundheitsmassnahme überhaupt! - siehe Studie dazu)
Ich reinige meine Zähne regelmässig (mindestens zweimal pro Tag und einmal mit Zahnseide).
Ich sorge dafür, dass ich mich so wenig wie möglich Abgasen, chemischen Dämpfen, extremem Lärm aussetze.
Ich nehme Änderungen in meinem körperlichen, seelischen, geistigen Befinden bewusst wahr und suche fachliche Hilfe bei auffälligen Änderungen.
Ich nehme sehr selten Medikamente oder Drogen.
Ich sorge dafür, dass ich regelmässig ausreichend Schlaf bekomme.
Ich mag die Berührung durch andere.
Ich mag andere Menschen berühren, wenn ich das Bedürfnis dazu habe.

Ich "trainiere" mein Gehirn (und für "Gehirnjogging" genügt nicht das Lösen von Kreuzworträtsel oder Sudoka!)  mit Musizieren (Idealfall: Jazzimprovisation), Tanzen, Meditieren, Lernen von Fremdsprachen, Umgang mit Kindern!

Ich probiere täglich draussen etwas "Sonne zu tanken" (siehe hier über den "Segen der Sonne")

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

7. Ernährung

Der grösste Teil meiner Nahrung ist pflanzlichen Ursprungs: Obst, Gemüse, Salate, Getreideprodukte und Kartoffeln.
Rohe, ungekochte Nahrung ist nicht die Ausnahme, sondern fester Bestandteil (mindestens 50%) meiner Ernährung.
Fleisch esse ich höchstens dreimal die Woche und achte auf mageres Weidefleisch.
Ich vermeide soweit wie möglich tierische Fette und ersetze sie durch pflanzliche.
Ich esse selten raffinierte Nahrung und achte auf Esswaren im Naturzustand.
Ich bevorzuge Nahrung ohne chemische Zusätze und achte beim Einkaufen auf die Kennzeichnung von Zusätzen.
Ich trinke mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich.
Ich trinke weniger als fünf Tassen Kaffee pro Tag.
Mein Alkoholkonsum ist niedrig (nicht mehr als ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein pro Tag).
Mein Appetit ist gut (weder zu gering noch zu gross).
Mein Körpergewicht ist normal ("normal", was ist das?!).
Ich nehme mir Zeit und Ruhe für meine Mahlzeiten und kaue jeden Bissen ausgiebig.
Ich kann das Essen ohne Schuld- und Reuegefühle lustvoll geniessen.

Ich esse wenn möglich nur bei Tageslicht (da mit Eintreten der Dunkelheit sich unser Stoffwechsel grundlegend umstellt und Fett (und auch die Kohlenhydrate) viel langsamer abgebaut werden. Dies kann selbst zur Entwicklung von chronischen Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes oder auch Hypertonie und Blutfettanstieg führen!).

 

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

 (Lesen Sie auch dies zum Essen!)

8. Produktivität, Arbeit

Finanziell fühle ich mich sicher. Das Einkommen entspricht meiner Leistung.
Ich habe wenig Angst um meine berufliche Zukunft.
Mir macht meine Tätigkeit Spass.
Ich fühle mich selten in unangemessener Weise bewertet und kontrolliert.
Ich arbeite gern mit meinen KollegInnen zusammen.
Ich verrichte meine Arbeit in einer angenehmen Umgebung.
Mein Arbeitsplatz gefährdet mich nicht (z.B. durch Chemikalien, giftige Gase, Strahlen, Staub, schlechte Luft, extreme Temperaturen, Lärm, ungesicherte Maschinen, grosse Unfallgefahr).
Ich fühle mich selten unter Zeitdruck oder gehetzt.
Ich fühle mich selten überfordert.
Ich fühle mich selten unterfordert.
In meiner Arbeit existieren Qualifizierungsangebote. Ich kann bei meiner Arbeit etwas lernen.
Ich kann im Betrieb aufsteigen.
Wenn ich Spannungen mit Vorgesetzten, Kollegen, Untergebenen habe, finden wir meist Lösungsmöglichkeiten.
Ich kann meine Arbeit in gewissem Umfang selbst einteilen.
Ich habe genügend Pausen während der Arbeit.
Ich empfinde meine Arbeit als sinnvoll und anregend. Meine Arbeit ist auch nützlich für die Gesellschaft.

 

Zur Arbeit noch der Philosoph Byung-Chul Han: "Es ist vielleicht an der Zeit, über eine Lebensform nachzudenken, in der die Arbeit keine Rolle mehr spielt. Der altchinesische Denker Zhuangzi würde sie "Wandern in Musse" nennen."

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:Z

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

9. Wohnen

Ich bin mit meiner Wohnsituation zufrieden.
Ich fühle mich in meiner Wohnung zu Hause.
Ich habe das richtige Ausmass von Kontakt zu Mitbewohnern, Nachbarn.
Ich mag die Strasse und die Umgebung, in der ich wohne.
Sind meine Nachbarn glückliche Menschen oder wohnen meine Freunde in meiner Nähe? (Die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls glücklich zu werden, steigt dank einer zufriedenen Nachbarschaft gemäss eine Studie im British Medical Journal um 35 Prozent) Fast so positiv wirken Freunde, allerdings nur, wenn sie im Umkreis von ein bis zwei Kilometer wohnen.
Die Wohnbedingungen (Grösse der Wohnung, Grünflächen, frische Luft, ruhige Lage, Geschäfte, Anregungen) sind genau richtig für mich.
Die Landesgegend (und auch das Land) in dem ich wohne gefällt mir.

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

10. Beziehung

Ich liebe und habe zärtliche Gefühle zum Menschen mit dem ich zusammenlebe.
Ich habe Mitgefühl zu anderen und...  zu mir selbst.
Mit meinem Partner trage ich Krisen und Konflikt offen und fair aus.
Wir sind zueinander selten sarkastisch, zynisch, versteckt und indirekt aggressiv, schroff zurückweisend oder anderweitig scheusslich.
Ich und mein Partner können sich das Gefühl geben, den anderen zu verstehen und zu unterstützen.
Positive Gefühle, wie Lob und Wertschätzung können wir uns gut mitteilen.
Negative Gefühle, wie Wut und Ärger können ich und mein Partner angemessen äussern.
Mein Lebenspartner traut mir persönliche Entwicklungsschritte zu, bekräftigt mich auf dem angestrebten Weg, fordert zu Handlungen heraus und geht auf mich ein.
Mein sexuelles Leben ist reich, kreativ und befriedigt mich (Lesen Sie dazu mehr hier: sex.htm)

Ich bin gewissenhaft, offen für Neues/ Erfahrungen und auch "sozial verträglich" (ein netter Mensch…).

Lesen Sie mehr über diese drei Persönlichkeitsmerkmale, die für die Chancen einer langdauernden Beziehung wichtig sind: hier in meinem Blog: http://walserblog.ch/2015/02/14/gewissenhaft-macht-gesund/ 

 

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

11. Umweltbewusstsein

Ich versuche, die Verschwendung von Energie sowohl zu Hause als auch im beruflichen Bereich zu vermeiden.
Ich benutze nichtgiftige Reinigungsmittel.
Ich benutze soweit wie möglich öffentliche Verkehrsmittel.
Ich sorge für die Weiterverwendung von Flaschen, Papier, Kleidung, organischem Abfall.
Ich fliege so wenig und so kurz wie möglich in die Ferien. Ich mache dabei auch keine sehr langen Autofahrten.

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

12. Soziales Interesse

Ich informiere mich über lokale, nationale und internationale Ereignisse.
Ich habe Interesse an gesellschaftlichen Problemen und unterstütze Ziele, Personen, Gruppen meiner Wahl.
Wenn es mir möglich ist, gebe ich Zeit und Geld für Ziele aus, die mir wichtig sind.
Wenn ich Auto fahre, nehme ich Rücksicht auf Fussgänger und andere Mitbenützer der Strasse.
Ich bin Mitglied einer oder mehrerer Gruppen (Club, soziale/politische Organisation, Musikband ...).
Ich versuche, gemeinsam mit KollegInnen unsere Interessen am Arbeitsplatz zu vertreten.
Ich gebe im Leben mehr als ich nehme (u.a. Spenden,...).

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

13. Einstellung zum Leben, Lebenszufriedenheit

Mein persönliches Dasein erscheint mir sinnvoll.
Mein tägliches Leben ist oft voll Freude und Befriedigung.
Ich bleibe mir selbst treu.
Ich lebe präsent und bewusst im Augenblick.
Ich lebe so, dass ich später nichts zu bereuen habe.
Ich freue mich darauf, mindestens 75 Jahre alt zu werden.
Wenn ich an den Tod denke, dann fühle ich mich vorbereitet und ohne Angst.
Wenn ich heute sterben würde, dann hätte ich das Gefühl, dass mein Leben einen Wert hatte.
Auch die schweren Zeiten in meinem Leben haben für mich Bedeutung und ihren Sinn.
Die Art, wie ich Menschen, die Welt und meine Existenz sehe, gibt mir Kraft.
Ich habe Vertrauen in die Zukunft.
Auch wenn manche Situationen schwierig sind, macht es mir Freude zu leben.
Veränderungen in meinem Leben machen mir keine Angst.

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens in diesem Bereich:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

14. Spezielle Fragen an den Mann

 

Wie gesund bzw. ungesund verhalte ich mich? Inwiefern/wo wirkt sich mein Verhalten schädlich oder fördernd auf meine Gesundheit aus (Stichworte: Rauchen, Alkohol, Safer-Sex/Sexsucht, Verkehrsverhalten, Dickleibigkeit, Arbeitssucht, Machtsucht, Brutalität)?

Wie nehme ich mich selber wahr?

Wie kann ich sorgfältiger mit mir selber umgehen?

Kann ich auch Unvollkommenheiten in mein Leben integrieren?

Bin ich auf äussere Werte wie Geld, Erfolg, Status und Statussymbole fixiert?

Wie verhält es sich mit meinen Grenzüberschreitungen und Kontrollverlusten?

Wie bin ich in Kontakt mit meiner wilden, gefährlichen Seite? Und bin ich dort gleichzeitig auch achtsam? Achtsam mir gegenüber und beachte ich an meinen Grenzen auch diejenigen meiner Mitmenschen?

Wie erlerne ich konstruktive Formen von Aggressivität und Durchsetzungsvermögen und wie fördere ich deren Verbreitung?

Wie funktionieren meine Beziehungsmuster?

Wie pflege ich Männerfreundschaften?

Wie fördere ich Solidarität unter Männern?

Wie integriere ich neben dem Berufs-Mann den Ehe-Mann und Vater gleichwertig in mein Leben?

Wie pflege ich meine "Eigenwelt" neben den Bereichen der Arbeit und der Familien- oder Beziehungswelt?

Wie trage ich dazu bei, mehr Gemeinschaftssinn zu entwickeln?

Kann ich mich im Spannungsfeld zwischen instrumenteller und ganzheitlicher Vernunft für Gesundheitsförderung und Lebensqualität entscheiden, auch wenn ich dabei scheinbar persönliche Karrierenachteile in Kauf nehme?

Wie weit treibe ich den Individualismus? Engagiere ich mich v.a. zur Erfüllung meiner Macht- und/oder Selbstbestätigungsgelüste?

 

Die Zehn Gebote als Krisenprophylaxe

Peter Modler beschreibt in seinem Buch "Die Königsstrategie - so meistern Männer berufliche Risiken" realitätsnah den "selbstmörderischen Luxus" vermeintlicher Souveränität, aber auch, wie es Managern gelingen kann, die "persönliche Resettaste" zu drücken.Dies ist spätestens dann nötig, wenn die Herausforderungen der Arbeit die persönlichen Bindungen in der Partnerschaft, zu Familie, Freunden und selbst zum eigenen Körper zerstören und die Brücken zum Leben jenseits der Arbeit brechen.

Die Empfehlungen des Autors fassen sich am besten zusammen in den "Zehn Geboten des Königs":

  • Du sollst auf die kleinen Fehler achten!
  • Du sollst keine Angst haben vor einem Rückzug!
  • Du sollst feiern!
  • Du sollst nicht fett werden!
  • Du sollst ein sexuelles Leben haben!
  • Du sollst die Initiative zurückgewinnen!
  • Du sollst keine Angst haben, etwas anders zu machen als alle anderen!
  • Du sollst rechtzeitig um Rat fragen!
  • Du sollst deine Kinder kennen!
  • Du sollst keine Angst vor einem Neuanfang haben!

 

Mehr zur Männergesundheit hier: www.gesunde-maenner.ch

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens speziell als Mann:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

15. Spezielle Fragen für die LehrerIn/BetriebsleiterIn/PolitikerIn

 

SCHULE

Die Gesundheitsförderung in der Schule koppelt man am besten von Verhaltenskontrolle ab, da sie dann nur Widerstand hervorruft. Wie kann ich Schüler dazu bringen, mehr Früchte und Wasser zu konsumieren, weniger zu rauchen und sich mehr zu bewegen - ohne, dass das Ganze mit Verboten, Strafen und Kontrolle verbunden ist?

Also: Nicht a priori Alkohol und Tabak usw. verdammen, sondern eine gemeinsame Diskussion darüber entfachen - auch zum Thema ambivalente Einstellung gegenüber dem Thema Gesundheit.

Kann ich eine echte Partizipation zulassen, sprich: Befragung der Schülerinnen und Schüler, welche Gesundheitsprobleme sie wahrnehmen und was sie ändern wollen und wo sie Ansatzpunkte der Änderungen sehen?

 

 

BETRIEB

Werden Arbeitsanalysen durchgeführt?

Wird die Ergonomie der Arbeitsplätze überprüft?

Werden toxische Belastungen ermittelt?

Wird Gesundheitsberichterstattung durchgeführt, um zu ermitteln, in welchen Abteilungen welche Erkrankungen in welcher Häufigkeit auftreten?

Werden Gesundheitszirkel implementiert, um herauszufinden, wie die Arbeitnehmer welche Gesundheitsprobleme wahrnehmen und welche Lösungen es hierfür gibt?

Werden Arbeitsplätze geschaffen, die mit Gesundheitsförderungsexpertinnen besetzt werden?

 

GEMEINDE

Werden sichere Radwege geschaffen?

Werden Planung und Realisierung von Naherholungsgebieten, in denen zum Beispiel gejoggt werden kann, gefördert?

Gibt es Innenstädte, in denen der Autoverkehr eingeschränkt ist?

Wird etwas zur Senkung der Lärmbelastung und zur Verbesserung der Luftqualität realisiert?

Wird der bürgerliche Gemeinsinn aktiviert, das heisst, dass Bürgerinnen gemeinsam ihre Gemeinde gesundheitsförderlicher gestalten (auch Stärkung nachbarschaftlicher Bindungen, Pflege von Vereinen...)?

Globale Einschätzung meines Gesundheitsverhaltens als Lehrer/Betriebsleiter/Politiker:

-2 (sehr gering) -1 (gering) 0 +1 (angemessen) +2 (sehr gut)

 

 

Mehr Verantwortung übernehmen könnte ich hier:


[ zurück zum Anfang des Fragebogens | Gefühle | Kreativität | Entspannung/Schlaf | Erholung im Urlaub | körperliche Aktivität | körperliche Fürsorge | Ernährung | Produktivität/Arbeit | Wohnen | Beziehung | Umweltbewusstsein | soziales Interesse | Lebenszufriedenheit | speziell für Männer | speziell für Lehrer/Betriebsleiter/Politiker]

 

Und  hier ein Test zur Testung Ihrer Berufs- und Lebenszufriedenheit (Charaktertest VIA (values in action) - ca. eine halbe Stunde Zeitaufwand): www.charakterstaerken.org der Forschergruppe um Willibald Ruch der Uni Zürich.

 

Noch was zur "Langlebigkeit":

  • Mythos Nr.1: Beispiel: Pestizide in Lebensmittel machen uns krank.
    Gefühlte versus reale Risiken für die Gesundheit!
    Welche Themen für uns persönlich und subjektiv die grössten gesundheitlichen Risiken darstellen, sind meist überhaupt nicht die wahren Gefahren! Wahrnehmungsunterschiede sind abhängig von Medienberichten, Gewöhnlichkeit des Risikos sowie Schrecklichkeit.
    Oder anders gesagt: Man stirbt nicht an den Dingen, vor denen man sich fürchtet!


    oder als krasses Beispiel, die Angst vor dem Terrorismus:

    (aus Tagesanzeiger, 26.03.2016, Constantin Seibt, Fürchte dich nicht)
    .
    Die grossen Risiken sind also: Völlerei, Bewegungsmangel, Rauchen und der alltägliche Strassenverkehr (Im Jahre 2011 starben in Deutschland im Strassenverkehr 3991 Personen = 11 Tote durch PKW-Unfälle täglich - "So etwas passiert anderen, nicht mir!").
    Eine weitere spannende Faktensammlung zur Lebenserwartung finden Sie hier >>>
    .

  • Mythos Nr.2: das heilsame Lachen
    Frohe Stimmung und Bekundung guter Gesundheit gehen oft Hand in Hand. Die Gefühlslage erweist sich als gewichtiger für die Einschätzung der eigenen Gesundheit als Hunger, Obdachlosigkeit und Sicherheit vor Kriminalität. Doch auch hier wird die gefühlte Gesundheit erfasst. Und dies heisst nicht, dass sie auch objektiv wirklich gesund sind! Also sorgt häufig eine robuste Gesundheit für eine gute Stimmung! Es ist sogar so, dass Frohnaturen Menschen sind, die sich wenig Gedanken über mögliche Missgeschicke machen. Dies wird vielen zum Verhängnis und sie rauchen eher, trinken mehr Alkohol und pflegen mit Vorliebe riskante Hobbies. Folgerichtig starben viele von ihnen bei Unfällen oder frühzeitig an den Suchtfolgen. No risk - no fun also!
    .

  • Mythos Nr. 3: die kranken Neurotiker
    Umgekehrt kann es durchaus Vorteile haben, zu jenen Menschen zu gehören, die immer etwas befürchten oder beklagen (im Fachjargon "Neurotizismus" genannt). Er fühlt sich zwar unglücklicher und kränker, aber er lebt länger! Objektiv sind sie tatsächlich "gesünder" - doch will ich "objektiv gesünder", aber unglücklich sein - oder lieber glücklich, aber etwas kurzlebiger??!. (Howard Friedmann, M.Kern: Personality, well-being and health. The Annual Review of Psychology, 65, 2014, 719-742)
    .

  • Mythos Nr.4:  Religion verlängert das Leben
    Positives Denken verlängert das Leben also eher nicht. Aber viele Studien suggerieren, dass Gottgläubige gesünder sind. Wenn man dies aber näher betrachtet, findet man dabei als wichtigste Faktoren, dass dies Menschen auch disziplinierter und massvoller lebten - und dass dies die Gründe für mehr Gesundheit waren.
    Die einzige "Religion", die gesünder macht, ist sicher der "Humanismus" >>> Lesen Sie dazu weiter oben.
    .

  • Mythos Nr.5: die Ehe hält jung
    Bei Männer stimmt dies zwar - wohl aber, weil ihre Frau mehr soziale Kontakte schafft, ihn auch mal ermahnt, weniger zu rauchen oder zu trinken und mal zum Arzt zu gehen... Frauen dagegen gewinnen durch das Ehedasein nichts! Es gilt sogar: Je jünger die Ehefrau, umso länger lebt der Mann. Umgekehrt stimmt dies aber auch nicht! (Sven Drefahl: How does the age gap between partners affect their survival? Demography, 47/2, 2010, 313-326)
    .

  • Mythos Nr.6: Bloss keinen Stress!
    Stress an sich schadet nicht! Aber sehr ungesund ist, wenn jemand seiner Arbeit nicht gewachsen ist oder überhaupt zuviel von ihm verlangt wird. Übrigens, die erfolgreichen Arbeitstiere leben nicht zuletzt deshalb gut und lange, da sie besonders gewissenhaft sind. Also auch hier ist wieder die Disziplin und Selbstkontrolle der wichtigste Faktor zur Gesundheit.
    .

  • Mythos Nr.7: Geld bringt Gesundheit und ein langes Leben!
    In seiner Studie «Wellbeing and Policy» untersucht der britische Ökonom Richard Layard, wie stark das Glücksempfinden vom Gehalt abhängt. Das überraschende Ergebnis: Die Korrelation ist viel geringer als angenommen. Geistliche, die 2013 kaum mehr als 20 000 £ verdienten, sind zufriedener als Chefs und hohe Kader, die es durchschnittlich auf fast 120 000 £ brachten. Besonders zufrieden sind auch Bauern und Sekretärinnen. Beide verdienen etwa gleich viel wie Bauarbeiter, die aber besonders unglücklich sind.

    Die Glücksforschung, eine wachsende Teildisziplin der Ökonomie, kombiniert Empirie mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie bringt Ergebnisse hervor, über die sich selbst der Dalai Lama freuen würde. Einkommen und Aufstiegschancen spielen bei der zentralen Frage, ob Menschen mit ihrem Leben zufrieden sind, eine viel geringere Rolle als jahrzehntelang angenommen. Körperliche und seelische Krankheiten sind in entwickelten Volkswirtschaften ein triftigerer Grund, unglücklich zu sein, als Armut.

    Als wegweisend für die Entwicklung des Forschungszweigs gilt eine Erkenntnis des amerikanischen Ökonomen Richard Easterlin aus dem Jahr 1974: Reiche sind innerhalb eines Landes zwar glücklicher als Arme, aber wenn der Wohlstand eines Landes insgesamt steigt, ändert dies nichts am Glücks-empfinden. Layard erklärt das «Easterlin-Paradox» damit, dass sich Menschen intensiver mit ihrem Umfeld vergleichen, also das relative Gehalt in den Mittelpunkt rücken, statt ihr absolutes Gehaltsniveau wertzuschätzen.

    Daraus lässt sich zunächst eine naheliegende Forderung ableiten: Man spricht am besten weniger über Geld. Layard verweist zur Unterstützung auf ein Experiment der Uni Berkeley. Dort wurden die Gehälter der öffentlichen Angestellten auf einer Website veröffentlicht. Bei Uni-Angestellten, die das zunächst nicht mitbekamen, änderte sich nichts am Wohlempfinden, während bei jenen, die gezielt informiert wurden, die Zufriedenheit messbar zurückging.

    Vor allem Banken sind laut Layard mit der Angewohnheit, hohe leistungsabhängige Boni auszuschütten, auf dem Irrweg. Die Ausschüttungen führten zu einer Unzufriedenheit, die in keinem Verhältnis zum Wert des Geldes stehe. In einem Umfeld, in dem mit guten Leistungen viel Geld zu verdienen sei, leisteten Leute nicht mehr, sondern weniger. Vielleicht aus Angst, zu versagen.

    Führende Politiker haben sich das Ziel gesteckt, von der Fixierung auf das Bruttoinlandprodukt (BIP) als Massstab für wirtschaftlichen Erfolg wegzukommen. Alternativen existieren bereits: Aus Bhutan stammt der Begriff Bruttonationalglück. Das New Economic Foundation’s Centre for Well-Being in London hat den «Happy Planet Index» entwickelt, der Lebenserwartung und Zufriedenheit in Relation zum Ressourcenverbrauch setzt.

    Unter Ökonomen stösst die Entwicklung auch auf Kritik. Alternativen zum BIP würden mit einer spezifischen Agenda im Hinterkopf konstruiert und könnten leicht von Regierungen manipuliert werden, argumentiert etwa der Schwede Johan Norberg. Er spricht von «Glücks-Paternalismus». Das BIP sei nicht perfekt, aber immerhin wertfrei.

    .

    Davon abzugrenzen ist die reine "Lebenserwartung", die mindestens in den USA mit steigendem Einkommen zunimmt. Dies gilt aber vor allem für die ganz Armen und die ganz Reichen. Dort ist das Verhalten gegenüber der eigenen Gesundheit völlig verschieden: Ärmere Menschen sind weniger gebildet, rauchen mehr und sind weniger körperlich aktiv... (Chetty R, et al. JAMA.2016;315 (16):1750-66)

 

Eine Warnung an Gesundheitsförderer:
Der Gesundheitsexperte schreibt vor, dass sich der Laie gesundheitsgerecht verhalten soll oder seine Gesundheit mehr in die Hand nehmen soll, ohne zu fragen, ob der Laie Gesundheit will, und schon gar nicht, wenn er ungefragt muss. Mit den schönen Worten der Gesundheitsförderung (zur Gesundheit befähigen) wird also etwas unterschlagen, was als Pflicht zur Gesundheit besser umschrieben wäre. Gesundheit wird zur Norm. Eine Erfolg versprechende Gesundheitsförderung hätte nicht nur kulturelle Muster wahrzunehmen und zu berücksichtigen, sie müsste sich auch fragen, ob es ihrem Anliegen gut tut (Menschen zur Gesundheit zu befähigen), wenn dieses mit einer staatsbürgerlichen Pflicht sozusagen identisch ist. Möglicherweise ist dies ein wesentliches Problem, an dem Gesundheitsförderung bisher gescheitert ist. Es ist gut, falls mir bewusst ist, dass sie auf die eine oder andere Weise etwas mit Machtausübung verbunden ist. (gemäss Foucault ein Teil der Disziplinarmacht von mittleren und höheren Schichten gegenüber den unteren). In unserer Gesellschaft werden diejenigen diskriminiert, die dem Anschein nach zentrale Werte des Abendlandes verstossen, gegen die Idee der Mässigung beziehungsweise des rechten Masses (griechische Antike), gegen christliche Gebote, die sich zum Beispiel gegen Völlerei (Adipositas) oder Süchte (Drogen, Rauchen) richten. Diese Debatte über Mässigung passt aber wenig zu dem hedonistischen Bild, mit dem sich unsere Gesellschaft gerne umhüllt. Maximale Lust, maximaler Spass scheinen das Gebot der Stunde zu sein, also Party ohne Ende. Das Paradoxon des Kapitalismus, mit dem einerseits grenzenloser Luxus und Genuss versprochen werden, dessen Geist allerdings radikale Askese einklagt. Hoher Blutdruck, Schlaflosigkeit, Leistungssportler werden deshalb nicht diskriminiert. Die bürgerliche Aufklärung kreiert allerdings einen historischen Gegenspieler, die Romantik, die von vernünftiger Lebensführung nun gar nichts wissen will. Sie setzt auf das Gefühl, auf Müssiggang, Entgrenzung, Risiko und Todessehnsucht.
Oder: Jeder hat ein Recht auf ungesundes Verhalten, das oft attraktiv und bequem ist. Es existiert hier kein "gut" oder "böse", kein "normal" oder "sündig" (Christoph Klotter: Warum wir es schaffen nicht gesund zu bleiben. Eine Streitschrift zur Gesundheitsförderung. 2009, Reinhardt, München).
Gesundheit ist ein Wert, der mit anderen Werten wie Genuss, Müssiggang, Risiko konkurriert. Vieles, was als unvernünftig, unsittlich usw. etikettiert wird, wird attraktiv, Ein Verhalten als Sünde zu definieren, führt dazu, diese Verhalten eher zu verstärken. Gesundheitsförderung positioniert sich am besten in einer Balance zwischen Produktivität und Spiel. Sie ist nach Möglichkeit nicht alleine um Nützlichkeit zentriert. Sie könnte sich auch damit anfreunden, selbst ein Teil des Unproduktiven zu sein, des Müssigganges, des Faulenzens, des Spiels.

 

 

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!
Wenn wir Gesundheitsförderung betrachten, müssen wir zum Schluss noch die Chartas des Spiritus Rector, des Ideen- und Ratgebers anschauen, der WHO: Für diese erschöpft sich das Ganze nicht in Rückenkursen und Stressbewältigungstraining, sondern sie ist ein nahezu sozialrevolutionäres Programm, denn Gesundheit für alle bedeutet Frieden, Sicherheit, Bildung, Essen, Einkommen, ein stabiles Ökosystem, nachhaltige Ressourcen und soziale Gerechtigkeit, also Demokratie und Menschenrechte. Eine Gesundheitsförderung versetzt die Menschen am besten in die Lage, sich um ihre Gesundheit zu kümmern und befähigt sie, bessere Kontrolle über ihre Lebensbedingungen zu haben. Die Gesundheitsförderung geht also auch die Politik an, die Schule, den Betrieb, die Gemeinde.
Gesundheit ist eine ausgewogene Ganzheit, ein Gleichgewicht, eine Harmonie von Kräfte und Funktionen: uns intensiv um unser physisches Selbst kümmern; den Verstand konstruktiv nutzen; unsere Gefühle ausdrücken; kreativ mit unserer Umwelt verbunden sein; unsere physische Umwelt wichtig nehmen; unser Leben als sinnvoll erfahren. Gesundheit hat zu tun mit Lebendigkeit, mit Lebenssinn und mit der Fähigkeit, trotz Leiden und Anfechtung sein Leben zu führen, sich zu entfalten, die oder der zu werden, die oder der man ist. Damit trägt Gesundheit auch zum Funktionieren von Freundschaften, Familien und Gemeinschaften bei. Gesundheit in diesem umfassenden Sinn sollte für alle Menschen erreichbar sein.
>>> Lesen Sie dazu auch, was ich weiter oben über Politik und v.a. Neoliberalismus gesagt habe!

 

Zum Schluss noch etwas über das gesunde "Sonnetanken":

Wer Sonne meidet, stirbt früher!

Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie aus Schweden: Zu strenge Regeln im Umgang mit der Sonne können der Gesundheit mehr schaden als nutzen. Die Behörden haben in der Gesellschaft die Vorstellung gefördert, dass die Sonne ausschliesslich gefährlich sei. «Dieses Bild muss sich verändern.», so die Studienleiter.

So hatten Studienteilnehmerinnen, welche die Sonne mieden, ein doppelt so hohes Risiko an Herz- und Kreislaufkrankheiten zu sterben, als extreme Sonnenanbeterinnen. Ihre Lebenserwartung sank im Vergleich um bis zwei Jahre. Diese Resultate überzeugen auch den Hautarzt Mark Anliker aus Winterthur. «Das Ergebnis ist eindeutig und stimmt auf jeden Fall. Wer mehr Sonne tankt, lebt länger.» Was genau für die bessere Lebenserwartung der Sonnenanbeterinnen verantwortlich ist, lässt die Studie offen. Die Forscher weisen auf einen möglichen Zusammenhang mit der verstärkten Produktion von Vitamin D hin. Für Anliker ist ein gesamthaft gesünderer Lebensstil wahrscheinlicher: «Wer viel draussen an der Sonne ist, ist häufig auch körperlich aktiv. Hinzu kommt die frische Luft und das psychische Wohlbefinden.» Mehrere Studien belegen, dass die Sonne gegen Depression hilft. «Besonders morgens und abends. Das helle Sonnenlicht setzt über die Netzhaut Glücksgefühle im Gehirn frei und wirkt positiv aufs Gemüt.»

Ein Freipass für stundenlanges Sonnenbaden ist die Studie aber nicht. «Es geht darum, täglich etwa eine halbe Stunde Sonne an Sie hilft bei Ekzemen, Schuppenflechten, Akne und Allergien.»

 

 

Copyright©  to everybody! 

   

  Lassen Sie sich  über die News dieser Website durch meinen Blog informieren!

 

Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).