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Werfen Sie Ihre Waage weg und greifen
Sie zum Metermass und vergessen Sie die Muskeln nicht!
Über
Adipositas wird schon lange geforscht und geschrieben, zum schwergewichtigen
öffentlichen Thema wurde sie jedoch erst, als differente Medikamente
dagegen auf den Markt kamen. Der Einfluss der Pharmaindustrie ist nicht nur
für die öffentliche Meinung von Bedeutung (wer hat unter dem Eindruck der
Pfizer-Kampagne nicht schon bei sich selbst eine Reizblase entdeckt?), auch
medizinische Opinion Leaders sind ihm in beträchtlichem Masse ausgesetzt.
Beispiel: Die Waist-Hip-Ratio wird neuerdings "abgelöst"
durch die blosse Waist-Messung (nur Bauchumfang) allein, obschon aus
wissenschaftlicher Sicht der Quotient mehr Sinn macht. Also weiterhin
auch Hüftumfang messen! Der Hüftumfang widerspiegelt die Muskelmasse,
die Beschränkung auf den Bauchumfang als Mass für das intestinale Fett
wird von der Pharmaindustrie als Zielparameter der Pharmakotherapie
portiert; der Muskel und die Bewegung sowie die metabolische Fitness haben
keine gleich starke "Lobby"!
Die Waist/Hip-Ratio (W/H-Ratio)
Definition: Verhältnis von Taillen- (waist = W) zu
Hüftumfang (hip = H).
Die Messungen des Taillenumfangs erfolgen am stehenden
Patienten in der Mitte zwischen Rippenbogen und Beckenkamm (ohne Kleider,
Massband waagrecht, Haut nicht zusammendrücken, am Ende der Ausatmung), der Hüftumfang wird in Höhe
des Trochanter major (seitlicher Knochenhügel am Oberschenkel) ermittelt.
Wie oben erläutert ,sagt die alleinige Messung des
Bauchumfanges weniger über mögliche Risiken aussagt, als die
Bestimmung W/H-Ratio! Es ist DAS Mass für das Bauchfett im Verhältnis zur
Muskelmasse, welches aussagekräftig für die gefährlichen
Stoffwechselvorgänge ist, die dann zur Arterienverkalkung
führen.
WHR = Taillenumfang/Hüftumfang:
Normwerte:
-
Männer: obere Grenze 0,95 (85% der Männer zwischen
0,85 und 1,0).
-
Frauen: obere Grenze 0,85 (90% der Frauen zwischen 0,65
und 0,84).
Einteilung der Adipositas gemäss der Fettverteilung
anhand der W/H-Ratio:
-
Abdominale Adipositas = Synonyme:
proximale/androide/stammbetonte/viszerale Adipositas = Apfelform: Das
Krankheitsrisiko ist bei der der abdominalen Fettsucht sehr viel höher
als bei der peripheren. Risikofaktoren für die abdominale
Fettablagerung: Zuallererst psychischer Dauerstress (übrigens auch von
schuldeinflössenden Diätbemühungen! Stichwort: Kampfgewicht!), Vererbung, Alter, Übergewicht/Adipositas, exzessive
über dem Bedarf liegende Energiezufuhr, körperliche Inaktivität,
Rauchen, Alkohol, Menopause, Jo-Jo-Dieting
(repetitive Gewichtsschwankungen).
-
Periphere Adipositas = Syn. distale/gynoide/hüftbetonte/gluteofemorale
Adipositas = Birnenform.
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abdominale
Adipositas |
intermediärer
Typ |
periphere
Adipositas |
| Männer |
> 0,95 |
0,8-0,94 |
< 0,8 |
| Frauen |
> 0,8 |
07-0,79 |
< 0,7 |
Hier ist im Internet ein WHR-Rechner!
Bauchumfang allein
Siehe meine Bedenken in der Einleitung auf dieser Seite zur
alleinigen Messung des Bauchumfangs.
Genau messen! Die Messungen des Taillenumfangs erfolgen am stehenden
Menschen in der Mitte zwischen Rippenbogen und Beckenkamm (ohne Kleider,
Massband waagrecht, Haut nicht zusammendrücken, am Ende der Ausatmung).
Das Risiko beginnt (gemessen an der dicksten Stelle, d.h. also meist auf
Nabelhöhe und dies im Stehen - unabhängig von der Körpergrösse!) bei Männern bei etwa 94 Zentimeter und wird über 100 cm
gefährlich, bei Frauen über 80 cm ungünstig und über 85 cm gefährlich!
Dementsprechend gilt auch das Fettverteilungsmuster
besser als das Ausmass des Übergewichts als wichtigster Risikoindikator. Die abdominale
(viszerale) Adipositas (androide oder
männliche Fettverteilung = dicker Bauch - Apfelform = "böses"
weisses Fett) birgt ein höheres Herz-Kreislauf-Erkrankungs-
und Todesfallrisiko als die gluteo-femorale (periphere) Fettansammlung (gynoider oder
weiblicher Typ = dicker Po und Oberschenkel - Birnenform = "gutes"
braunes Fett). Offenbar verfügen die Fettzellen in
Abhängigkeit ihrer Lokalisation über eine unterschiedliche Stoffwechselaktivität.
Fettzellen im Bauchbereich nehmen Zucker und Fette besonders aktiv auf und metabolisieren
gespeicherte Lipide schneller. Nachweisbar ist auch die Durchblutung des viszeralen
Fettgewebes höher. je grösser die Fettdepots am Bauch, desto höher ist der Umsatz an
Fettsäuren, die an die Leber anfluten, den Insulinstoffwechsel stören und die
Triglyzeridbildung verstärken. Im Vergleich zur gynoiden Form verursacht die androide
Adipositas eine schwerere Hypertriglyzeridämie und eine stärkere Absenkung der
HDL-Werte, beides Risiken der koronaren Herzkrankheit (siehe
dazu auch hier - metabolisches Syndrom!).
Gerade bei mässigem Übergewicht muss die Fettverteilung, die
nicht mit dem BMI erfasst wird, bei der Beurteilung des Patienten ergänzend
mitberücksichtigt werden. Für die tägliche Praxis eignet sich dafür die Bestimmung des
Bauchumfangs am besten.
Bewegung verbrennt dieses
"schlechte" Fett: Regelmässige sportliche Ausdauerbetätigung
reduziert das Gewicht zwar nur minim, dafür kann sie das schlechte, da
stoffwechselaktive Bauchfett, das innere Organe umgibt, verbrennen. Zu viel
Bauchfett erhöht das Risiko für Diabetes, Herzkreislaufkrankheiten und Krebs.
Zur Kontrolle z.B. eines gesundheitlichen Trainingseffekts ist also nicht das
Gewicht massgebend, sondern der Bauchumfang (siehe mehr
übers Training und Abnehmen hier!).
Bewege ich mich
genügend?!
>>> einfacher Test hier: www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm#bewegung
Kann man einfach messen, ob meine Fettleibigkeit gutartig oder
bösartig ist?! Oder: Bin ich mit meinem Übergewicht gefährdet, ein
metabolisches Syndrom, resp. einen Diabetes zu entwickeln?
Lassen Sie dazu bei Ihrem Hausarzt einen Glukosetoleranztest (http://de.wikipedia.org/wiki/OGTT)
durchführen. Falls dabei als Ergebnis eine normale Insulinsensitivität
herauskommt, können Sie vorerst beruhigt sein (gutartige Adipositas) - aber
bei bestehender Insulinresistenz ist Bewegung und Abnehmen lebensnotwendig!
(Arch Intern Med 168(15):1609-1616, 2008 - Identification
and Characterization of Metabolically Benign Obesity in Humans, Norbert
Stefan et al.)
BMI - body mass index
Der "body-mass-index"
(BMI) berechnet sich so: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergrösse in
Metern im Quadrat (gilt ab dem 16.Lebensjahr).
So berechnen Sie schnell Ihren body mass index
(BMI):
Füllen Sie unten Ihr Gewicht in Kilogramm und Ihre Körpergrösse in Zentimeter ein und
drücken Sie auf den "Ausrechnen"-Knopf.
Mit dem BMI scheiden die Ärzte die Menschen in Normalgewichtige
und Übergewichtige. Ab 25 gilt man als übergewichtig. Wer einen BMI von über
30 hat, gilt gemäss Weltgesundheits- Organisation gar als adipös, zu deutsch:
krankhaft fettleibig.
Ein optimaler BMI liegt zwischen 22,5 und 25. Es ist aber nicht so klar, wo die
Grenze zwischen gesundem und ungesundem Körpergewicht liegt.
Und das überrascht, wenn man bedenkt, dass Übergewichtige schon fast wie
Aussätzige behandelt werden.
Unstrittig in der Praxis ist nur, dass ein BMI zwischen 22 und 25 erfreulich ist und dass bei 40 die Alarmstufe Rot beginnt. Dazwischen
herrscht Verwirrung.
Zum Beispiel ist auch eine leichte Zunahme des BMI bei zunehmenden Alter normal:
19-24 Jahre: BMI 19-24; 25-34 Jahre: BMI 20-25; 35-44 Jahre: BMI 21-26; 45-54
Jahre: BMI 22-27; 55-64 Jahre: BMI 23-28 und über 65 Jahre: BMI 24-29...
vielleicht... (siehe
auch unten!)
Wenn die Person gleichzeitig einen hohen Blutdruck, Zucker, Arthrose oder
erhöhte Cholesterinwerte hat, empfehle ich, das Gewicht zu reduzieren.
Ab einem
BMI von 30 empfehle ich auf jeden Fall abzunehmen.
Nur... das ist bekanntlich gar nicht so einfach >>>siehe
hier!
Anders formuliert: Man kann nicht Schwarz-Weiss-Malen und sagen: bis 25 ist
jemand gesund, und ab 25 ist jemand krank. Der Body mass Index ist nicht in
jedem Fall ein zuverlässiges Mass für die Fettmasse - er ist keine heilige
Kuh.
Wenn jemand fünf bis zehn Kilo Übergewicht hat, sonst aber gesund ist und
sich regelmässig bewegt, muss er nicht abnehmen.
Vorausgesetzt (wieder) seine Eltern oder Geschwister haben keinen Zucker
(Diabetes) oder hohen Blutdruck.
Bei Kindern ist das ganze wieder ganz anders und auch noch
geschlechts- und altersspezifisch: Perzentilkurve für Knaben
+ für Mädchen.
In letztere Zeit sind mehrere Studien dazu erschienen:
-
Eine genaue, ausführliche und statistisch
ausgezeichnete Analyse von 57 verschiedener Studien mit rund 900'000
Patientendaten zeigt, dass der BMI, sieht man auf die Sterblichkeit,
am besten zwischen 22,5 bis 25 wäre. Darunter ist die Mortalität
höher infolge respiratorischer Krankheiten (Luftwegskrankheiten),
darüber infolge kardiovaskulärer (Herz-Kreislauf) und neoplastischer
(bösartige Tumore) Erkrankungen. Über ursächliche Zusammenhänge kann
nur spekuliert werden. Eigenartig ist, dass die schweren Leute weniger
rauchen und weniger trinken, aber trotzdem eine erhöhte Sterblichkeit
an Leberzirrhose aufweisen. Ab einem BMI von 30 bis 35 ist der
Cholesterinspiegel wahrscheinlich irrelevant, also kann man sich hier
die Cholesterinsenker sparen. Ein BMI von 30 bis 35 ist mit einer um 2
bis 4 Jahre kürzeren Lebenserwartung assoziert. Die Verkürzung der
Lebenserwartung um 8 bis 10 Jahre bei einem BMI von 40 bis 45 ist
vergleichbar mit derjenigen durch Rauchen.
(Whitlock G, Lewington S, Sherliker P et al.;
Prospective Studies Collaboration. Body-mass index and cause-specific
mortality in 900'000 adults. Lancet 2009 (28. März); 373: 1083-96)
-
Wohlfühlgewicht?
In unseren Empfehlungen an adipöse Menschen müssen wir wie auch sonst
der Evidenz verpflichtet bleiben. Ist die isolierte Adipositas (d.h.
ohne sonstige kardiovaskuläre Risikofaktoren) für die Lebenserwartung
von Bedeutung? Es hat sich gezeigt, dass hier nur ein minimaler Einfluss
besteht; praktisch lohnt sich hier ein grosser Aufwand zur
Gewichtsreduktion kaum. Es kann salopp formuliert werden: Besser ein
geringes Übergewicht akzeptieren, und dafür auf "metabolische
Fitness" hinarbeiten (Muskelmasse, Muskelstoffwechsel,
Fettstoffwechsel). Anders verhält es sich natürlich bei gleichzeitig
vorliegenden weiteren Risikofaktoren (Übergewicht als Spitze des
Eisbergs): hier ist der Benefit einer Gewichtsreduktion unbestritten.
(Soerensen et al, 2005).
-
Fitness
im Alter ist wichtiger als ein Normalgewicht!
Die US-amerikanische Studie (Sui X et al.; JAMA 2007; 298(21):2507-2516)
untersucht, wie aerobe Fitness und Gewichstprobleme im Alter
zusammenhängen und was den grösseren Effekt auf die Sterblichkeit hat
(2600 Personen über 60 Jahre über 12 Jahre lang beobachtet). Die
Sterblichkeit stieg mit zunehmendem BMI, Taillenumfang und Körperfett
an. Allerdings erwies sich die körperliche Fitness als signifikant
besserer Prädiktor der Sterblichkeit als alle Adipositas-Marker.
Insofern sollten Senioren ermuntert werden, sich fit zu halten, selbst
wenn sie normalgewichtig sind!
-
In einer Langzeitstudie wurde der Effekt einer
mehrjährigen Kalorienrestriktion auf die Entwicklung von Risikofaktoren
für eine Arterienverkalkung beim gesunden Menschen untersucht. Die
Resultate sind eindrücklich und sensationell: Der BMI sank von 24,5 auf
19,5. Das LDL-Cholesterin sank um 40%. Die Blutdruckwerte von 132/80mm
Hg auf 97/59! Die Intima-Media-Dicke (Gefässwanddicke) der Arteria
carotis am Hals war 40% geringer als in der Vergleichgruppe! (weitere
Resultate und Kommentar >>>).
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Übergewicht ist stark verknüpft mit dem Diabetes-2:
Bei einem BMI von 29-31 kg/m² ist das Risiko 28mal so hoch wie bei
einem BMI <22. Die Prävalenz von bekannten und neuen D2-Fällen
liegt unter den Europäern in Manchester bei 20%. In einer prospektiven
Studie an rund 85'000 Frauen über 16 Jahre erlaubte die Kontrolle
beeinflussbarer Risikofaktoren im Zusammenhang mit Essen, körperlicher
Aktivität, Gewicht und Rauchen eine 91proznetige Risikoreduktion - 88%
selbst bei familiärer Belastung! In zwei anderen Studien an
übergewichtigen Personen brachten Gewichtsreduktion (3-4 kg!) und
vermehrte körperliche Aktivität eine Risikoreduktion um 58%!...fast zu
gut, um wahr zu sein! (Pinkney J. Prevention and cure
of type 2 diabetes. BMJ 2002;325:232-3)
-
Ein stabiles Körpergewicht senkt das Risiko für das Metabolische
Syndrom:
In einer 15jährigen Beobachtungsstudie (Donald
M.Lloyd-Jones et al., Circulation 2007;115:1004-1011) mit 2700
Männern und Frauen wurde eindeutig gefunden, dass ein stabiles Körpergewicht
(BMI) UNABHÄNGIG VOM AUSGANGSWERT langfristig das Risiko für ein Metabolisches
Syndrom senken kann!
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Übergewicht und Herzinsuffizienz: Ein Anstieg des BMI
um 1 kg/m² steigert das Herzinsuffizienz-Risiko um 5% bei den Männern
und 7% bei den Frauen. Obesitas (BMI>30) ist mit einer Verdoppelung
des Herzinsuffizienzrisikos assoziert - sei es über die Verbindung mit
etablierten Risikofaktoren (Diabetes, Hyperlipidämie, Hypertonie) oder
über einen direkt negativen Effekt auf das Myokard. (Eat
now, pay later! - Kenchaiah S, et al. Obesity and the risk of heart
failure. N Engl J Med 2002;347:305-13)
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liberalere Ansicht: Will jemand gleichlang leben
wie schlanke Gleichaltrige, muss er nicht auf Claudia-Schiffer-Masse abspecken:
Der amerikanische Präventiv-Mediziner Ramon Durazo-Arvizu von der Universität in
Illinois hat nämlich im April 2002 im «American Journal of Epidemiology» ähnliche
Resultate bestätigt. Er fand heraus, dass sich innerhalb einer Spannbreite von neun
BMI-Punkten die Sterbewahrscheinlichkeit nur geringfügig erhöht. Er hat über 13000
Personen miteinbezogen. «Diese Resultate lassen nicht vermuten, dass der optimale BMI am
unteren Ende der Skala liegt,» wie man dies bisher angenommen hat.
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Auch eine Studie des Londoner Professors Gerald Shaper
im «British Medical Journal» kommt zum Schluss: Personen mit einem BMI
zwischen 20 und 27 leben gleichlang. Und: der gesündeste BMI, auch
bezogen auf Herz-Krankheiten, Diabetes und Schlaganfall, ist schlicht
unbekannt.
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Gemäss Professor Gerd Assmann aus Münster sind Dicke
auch nicht anfälliger für einen Herzinfarkt: «Wer einen BMI von über
30 hat, aber sonst keine Risikofaktoren für Herzkreislauf-Krankheiten
hat (Bluthochdruck, Typ-II-Diabetes, vermehrte Insulinproduktion,
Fettstoffwechsel-Störungen), hat kein erhöhtes Risiko für einen
Herzinfarkt.» Es sei deshalb aus der Sicht des Herzspezialisten nicht
angezeigt, jeden stark Uebergewichtigen auf eine strenge Diät zu
setzen. Ausschlaggebend sei, wie das Fett im Körper verteilt ist (siehe Waist/Hip-Ratio = WHR).
So sei Fett um den Bauch schlimmer als Fett um das Gesäss oder um die
Oberschenkel.
Natürlich sagt die Sterblichkeit nichts aus über die Lebensqualität.
Die meisten Dicken nehmen nicht nur der Gesundheit zuliebe ab. «Als ich
schlanker war, hat das meinem Selbstbewusstsein besser getan!». Als
Dicke gilt man als dumm und müsse mehr beweisen.
Amerikanische Forscher sagen nicht nur: Mässig Dicksein ist in Ordnung.
Sie fragen sich nun, ob es überhaupt sinnvoll ist abzunehmen? Es gibt
tatsächlich einige Gründe, die gegen das Abspecken sprechen:
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«Wir wissen schlicht nicht, ob eine Person, die zehn Kilo
abspeckt, ebenso gesund ist, wie eine Person, die schon immer zehn
Kilo leichter war», schreiben die amerikanischen Ärzte Angell
und Kassirer. «Einige Studien lassen sogar
vermuten, dass Abnehmen das Sterberisiko erhöht.»
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Schlank
ist im Alter nicht ideal: In der Studie von Wassertheil-Smoller, Fann und Allman (Relation
of low body mass to death.... Arch.Intern Med 2000, 28.02.; 160: 494-500) lag der
BMI mit dem geringsten Mortalitätsrisiko bei Männern bei 25,8 und bei Frauen sogar bei
29,6! Bei älteren Personen mit einer leichten Adipositas ist deshalb eine Intervention
bezüglich Gewicht wahrscheinlich nur dann sinnvoll, wenn relevante Auswirkungen des
Übergewichts wie z.B. ein Diabetes, ein hohes Cholesterin oder Rücken- bzw. Hüft- und
Kniebeschwerden vorhanden sind.
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Wer sich schon einer Diät unterzogen hat, hat wahrscheinlich
Bekanntschaft mit dem Jo-Jo-Effekt gemacht: Die verlorenen Pfunde
sind schnell wieder da.
Noch schlimmer: Nach einer Abspeck-Kur ist man in der Regel noch
dicker als vor der Kur. Der Jo-Jo-Effekt könnte überdies
gefährlicher sein als das Übergewicht: Diese Leute haben ein
erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.
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Eine Abspeck-Kur kann
jemanden auch seelisch stressen. Man ist während und nach einer Diät immer
auch frustriert.
So wenig Essen macht müde und nervös. Man hat während einer Diät auch immer zuwenig
Antrieb.
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Abspeck-Kuren oder
Anti-Fett-Pillen verlagern das Problem. Besser wäre, gar nicht erst dick zu werden. Das
heisst: Vor allem auch Kindern und Jugendlichen die zwei Grundregeln gegen das Dickwerden
einbleuen: Sich regelmässig Bewegen und gesund Essen!
«Auf diese Weise habe ich in acht Monaten 15 Kilo abgenommen,» erzählt eine meiner
Patientin. «Ich habe Wurstwaren, fettes Fleisch und Süssigkeiten gemieden - bin deshalb
aber nicht Vegetarierin geworden. Ich habe auch nicht gross auf Light-Produkte umgestellt.
Poulet, Fisch und Trutenfleisch esse ich trotzdem noch. Mindestens drei bis fünf Früchte
am Tag, Teigwaren, Brot und Kartoffeln. Aber ohne Sosse».
Als Übergewichtige sei sie in einem Teufelskreis gefangen: Wer zu schwer ist, bewegt sich
weniger; und wer sich weniger bewegt, isst mehr. «Ich bewege mich jetzt auch mehr. Das
muss nicht extrem sein, und ich muss nicht ins Fitness-Studio. Ich fahre täglich mit dem
Velo zur Arbeit. Im Sommer schwimme ich regelmässig meinen Kilometer. Und einmal pro
Woche gehe ich ins Step-Aerobic. Und ich gehe regelmässig Spazieren - also schon so, dass
ich richtig ausziehen muss.»
Präventiv-Mediziner bestätigen schon lange: Es bringt mehr, sich auf tiefem Niveau
regelmässig zu bewegen, als einmal pro Woche lange, dafür intensiv. Das gilt vor allem
für Pultknechte im Büro.
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Xenical schlucken? Die Gefahr besteht, dass man dann
wieder mehr esse, weil man denkt: Es wird ja sowieso ausgeschieden. Man muss sein
Essverhalten ändern. Das ist das A und O.
Viele Medienberichte in letzter Zeit waren missverständlich. Das «British Medical
Journal» schreibt in einem Kommentar: «Journalisten haben verbreitet, dass
Dicke mit diesem neuen Medikament nach Lust und Laune weiteressen können und trotzdem
abnehmen. Das ist höchst missverständlich.» Denn, so die Fachzeitschrift weiter: Die
Hälfte des Gewichtsverlusts bei den Teilnehmern der Studie ist, auch bei Einnahme von
Xenical, auf eine veränderte Ernährung zurückzuführen. Und nicht auf die
Antifett-Pille selber.
Und noch ein Trick, der ähnlich gut wirkt wie Xenical >>>
hier!
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 16.01.2010
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