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Zuallererst: Ein Blutdruck, der Ihr Hausarzt misst, ist durchschnittlich
20% zu hoch (doch aufgepasst: siehe Weisskittelbluthochdruck)! Messen Sie selbst zu Hause - und zwar morgens gleich nach dem
Erwachen aufsitzen und mit einem Oberarm-Gerät (und keines für das
Handgelenk,
welches sehr ungenau ist). Dieser Morgenwert sollte dann im
Normbereich sein. Oder... Ihr Hausarzt sollte den einfachen Tiefatem-Test
beherrschen (Anleitung). Nehmen Sie ihr
Messgerät mal zum Arzt mit und machen Sie dort Vergleichsmessungen mit dem
Profi-Apparat.
was ist noch normal?
Typischerweise ist der Blutdruck nachts tiefer als am Tag, bei
Anstrengung steigt er. Mit zunehmenden Alter ist er höher als in der
Jugend. Bei manchen Menschen ist der Blutdruck an einem Arm höher als am
anderen. In diesem Fall zählt der höhere Wert. Bei tiefen
Aussentemperaturen (Winter) ist er höher als bei höheren (Sommer).
Die Angaben der Grenzwerte für den Blutdruck unterlagen in der med. Fachliteratur in
den letzten Jahren grossen Schwankungen: Normal ist sicher unter 120 mmHg
systolisch (d.h. für
den oberen Blutdruckwert) und unter 80 mmHg diastolisch. Darüber verdoppelt
sich das kardiovaskuläre Risiko mit jedem BD-Schritt um 20/10 mmHg.
Nach dem "JNC 7" (= Joint National Committee on
Prevention, Detection and Treatment of High Blood Pressure: JAMA 2003; 289:
2560-2572) gelten BD-Werte zwischen 130 und 139 mmHg systolisch oder
80 und 89 mmHg diastolisch neu als "prähypertensiv" oder
"hochnormal". Hochnormaler BD erfordert Kontrolle - nicht
Therapie! ... und rufen
nach Änderungen des Lebensstils!
(Conen D, et al. Risk of cardiovascular events among women
with high normal blood pressure or blood pressur progression. BMJ.
2007;335:432-6)
Es gibt Stimmen von medizinischen Forschern, bei Menschen im Alter über
50 Jahren künftig nur noch den systolischen (den oberen) Blutdruckwert zu
bestimmen - und zu behandeln!
Die Beziehung zwischen Blutdruck und kardiovaskulärem Risiko scheint
kontinuierlich, konsistent und von anderen Risikofaktoren unabhängig zu sein (JNC
7). Je höher der Blutdruck, desto höher das Risiko für Herzinfarkt,
Herzinsuffizienz, Hirnschlag und Nierenerkrankung. Für Menschen zwischen 40 und
60 Jahren verdoppelt jeder BD-Anstieg systolisch um 20mmHg und diastolisch um 10
mmHg das kardiovaskuläre Risiko.
Blutdrucknormwerte im Alter
Eine grosse Studie im The Lancet (Vol. 355 (2000)
S. 175-180) z.B. zeigt, dass als Regel
bei Männern 110 + (2/3) des Alters noch normal ist und bei Frauen 104 + (5/6)
des Alters.
(Dies entspricht der 70.Perzentilen (was heisst 70% der
Gesamtbevölkerung haben niederen und 30% einen höheren). Darüber beginnt das Risiko
zunächst leicht und ab der 80.Perzentile dann stark anzusteigen. Die 80. Perzentile liegt
rund 10 mmHg über der 70. Perzentile.)
Kürzer ausgedrückt kann die "rule 160" helfen:
Bei Patienten über 60
Jahren mit isolierter systolischer Hypertonie ist der Nutzen einer Behandlung
nur ab einem Druck von 160 mmHg klar dokumentiert.
Über 85jährige haben sogar die höchste Überlebensrate mit
einem systolischen Blutdruck von 165 mmHg und sollten nicht unter systolisch
140 mmHg sein! (Journal of the American Geriatrics
Society, 2008, Vol 56, Issue 10, 1853-59 - Lower Systolic Blood Pressure is
associated with greater mortality in people aged 85 and older. Lena
Moalneder et al.).
Erschwerend ist bei über 80jährigen, dass ihr Blutdruck mit zunehmenden
Aussentemperaturen sinkt, also auch stark Jahreszeiten-abhängig ist. In
diesem Alter sollte also eine blutdrucksenkende Therapie auch übers Jahr variiert
werden (Arch Intern Med: 169(1):75-80, 12 January 2009;
Relationship Between Blood Pressure and Outdoor Temperature in a Large
Sample of Elderly Individuals - The Three-City Study. Annick Alperovitch,
Jean-Marc Lacombe, Olivier Hanon, et al.),
Isolierter systolische Hypertonie im Alter über 60 ist ein gängiges
Problem. Während bei Mann und Frau der systolische Blutdruck mit dem Alter
ansteigt, reduziert sich der diastolische Druck oder bleibt gleich. Das
bedeutet, dass die isolierte systolische Hypertonie jenseits des 50.
Lebensjahrs stetig häufiger wird. Solange der systolische Druck unter 160
mm Hg bleibt, genügen zunächst "lifestyle"-Modifikationen
(Gewichts- und Alkoholreduktion, Bewegung usw.). Bei BD-Werten
über 160 mm Hg: Standard-Hypertoniebehandlung mit Ziel systolischer Druck 160 mm
Hg: Thiaziddiuretika oder ACE-Hemmer. Achtung! Unklar
sind Bedeutung und Folgen abnorm tiefer diastolischer Werte. (Chobanian AV. Isolated systolic hypertension
in the elderly. N Engl J Med. 2007;357:789-96).
Der diastolische (untere) Blutdruck beeinflusst die (frühzeitige) Sterblichkeit
ebenfalls. Hier gilt jedoch:
Je niedriger die Werte, bzw. je grösser die
Blutdruckamplitude (Unterschied zwischen oberem und unterem Blutdruckwert), desto
grösser die Gefahr für die Patienten! (Jan A. Staessen, Hypertension an
Cardiovascular Research Unit, Uni of Leuven, et al.; The Lancet, Vol.355, No. 9207 (2000),
S. 865-871: Metaanalyse von acht Interventionsstudien mit 16'000 Patienten über 60 Jahre).
Weisskittelhypertonie
Ob eine Weisskittelhypertonie klinisch von Bedeutung ist, darüber wird
seit Jahren kontrovers diskutiert. Bisher galt sie als ein harmloses
Blutdruckverhalten, als Ausdruck gesteigerter Blutdruckreagibilität ohne
eigentlichen Krankheitswert. Nach einer neueren Studie (Palatini et al.,
Hypertension 2008;51:1300-1305) muss diese Einschätzung revidiert werden.
Man muss annehmen, dass Weisskittelhypertoniker auf unterschiedliche
Stressoren mit einem überschiessenden Blutdruckanstieg reagieren, d.h sie
haben auch im Alltag in belastenden Situationen oder bei körperlicher
Aktivität erhöhten Blutdruck. Doch kann man daruas bereits doe allgemeine
Empfehlung ableiten, jeden davon antihypertensiv zu behandeln? Sehr
wahrscheinlich ist es besser, sich auf die Werte der
24-Stunden-Blutdruckmessung zu verlassen.
Prognostischer Wert von systolischem und diastolischem Blutdruck
Bei Personen über 50 Jahre ist der systolische (obere) Blutdruck ein guter
Prädikator des kardiovaskulären (Arterienverkalkung im Herz-Kreislauf) und
koronaren (Verkalkung der Herzkranzgefässe: Herzinfarkt) Risikos. Der
diastolische Blutdruck, immer noch Hauptkriterium zur Abschätzung der
Medikamentenwirksamkeit, scheint zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos
nur geringen Wert zu haben (Athanase Benetos et al.: Prognostic
value of systolic and diastolic blood pressure in tretaed hypertensive Men.
Arch.Intern.Med. 2002; 162: 577-581).
weitere Risikofaktoren?
Zudem wäre wichtig zu wissen, ob man mit diesem Blutdruck noch weitere
Risikofaktoren für die Arterienverkalkung aufweist (Nikotinkonsum,
Diabetes,
hohe Blutfette, Übergewicht,
Bewegungsmangel >>>siehe
auch meine Seite über das metabolische
Syndrom!). Falls dies zutreffen würde, wäre eine
strengere Therapie sowieso angebracht. (Risikoberechnung unter www.chd-taskforce.de : PROCAM Risk
Calculator und speziell für Frauen: Framingham Risk Assessment).
was tun?
- Zuallererst: Stoppen Sie ein allfälliges Zigarettenrauchen! Das Rauchen
zusammen mit dem hohen Blutdruck ist eine enorme Zeitbombe für die
Arterienverkalkung!
- Darauf Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum auf höchstens
ein Glas Rotwein (und nur Rotwein!) pro Tag (übermässiger Alkoholkonsum ist die
häufigste Ursache einer mässigen Hypertonie!).
-
Versuchen Sie auf ein Normalgewicht abzunehmen (siehe
auch die sensationelle Studie übers Abnehmen und seine Wirkung auf die Arterienverkalkung
hier >>>).
-
Bewegen Sie sich täglich 10 Minuten oder
dreimal die Woche 30 bis 45 Minuten mit einem Pulsanstieg von ca. 180 minus Alter im
sog.
aeroben Bereich (Sie sollten dabei noch sprechen können, also nicht in eine
Sauerstoffschuld kommen.), d.h. strammes Spazieren reicht. Ideal wäre aber auf Länge die
Einhaltung der min3-Regel: im Minimum 3 Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens 3mal!
Essen Sie eher kochsalzarm (wenig Natrium, aber viel Kalium: kaliumreich ist z.B. die Banane,
Apfelsaft, gedörrte Aprikosen) und Pflanzenfasernreich (viel Obst, Getreide und rohes
Gemüse). Diese Massnahme ist für ältere Menschen über 65 absolut wichtig.
-
15 bis 30% aller Menschen, aber 30 - 50% aller Hypertoniker sind salzsensitiv. Ihnen nützt eine Salzdiät,
d.h. ihr hoher Blutdruck fällt bei salzarmer Kost. Eine vermehrte
Salzsensitivität findet sich in folgenden Situationen: mit zunehmenden
Alter, Menschen afrikanischer Herkunft, Leute mit Hypertonie oder mit
positiver Hypertonie-Familiengeschichte, Übergewicht und Adipositas. Eine
Salzsensitivität besteht ausser Frage bei Leuten mit Nieren- und
Herzinsuffizienz.
Als Test soll man 3
Wochen lang auf sämtliches Salz verzichten und an einigen Tagen mehrmals
den Blutdruck messen. Dies gibt dann Aufschluss, ob eine Salz-Diät
überhaupt nützt. Man muss auch wissen, wo das Kochsalz überall
steckt (80% ist in den Lebensmitteln verborgen...).
Zudem scheint bei allen Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck eine
salzarme Diät nicht nur den Blutdruck, sondern tatsächlich auch das
kardiovaskuläre (Herzinfarkt-) Risiko zu senken (www.evimed.ch:80/cgi-bin/WebObjects/nuSite.woa/evimed/journal_club.html?rubricseq=010.020&tocexternalid=1240)
Im Alltag ist es wohl sinnvoll, keinen Kochsalzexzess zu betreiben und die
Salzzufuhr wenn immer möglich tief zu halten. Zurzeit werden 6 Gramm Salz
pro Tag als obere Zufuhrgrenze empfohlen.
-
Kalium wirkt natriuretisch. Kochsalz ist Natriumchlorid und meist
blutdrucksteigernd (siehe oben). Eine hohe Kaliumzufuhr bewirkt das
Gegenteil. Viel Kalium hat man bei viel Obst und Gemüse!
-
Schlafen Sie genug, gut und ungestört? Falls Sie durch Lärm gestört werden oder durch eigenes
Schnarchen unruhig schlafen, probieren Sie dies unbedingt zu verbessern. Gestörter Schlaf
kann ebenfalls eine (Mit-)Ursache für einen hohen Blutdruck sein (siehe auch
unter dem Schlaf-Apnoe-Syndrom).
Man fand, dass eine Schlafdauer von 5 Stunden pro Nacht bei Personen
zwischen 32 und 59 Jahren mit einem signifikant erhöhten Risiko für
Hypertonie einhergeht (HR 2.10), auch nach Anpassung für verschiedene
andere Variable Risken wie Adipositas und Diabetes. Man schliesst daraus,
dass kurze Schlafperioden ein signifikanter Risikofaktor für die Entstehung
einer Hypertonie sind. (James
E. Gangwisch et al. Hypertension 2006; 47: 833).
Als Regel kann man aus diversen Studien sagen, dass 1 Stunde mehr Schlaf den
systolischen Blutdruck um 16,5 mmHg senkt!
-
Regelmässiger Alkoholkonsum über 30 Gramm täglich (d.h. mehr als
2-3 Standarddrinks, Frauen 1-2) steigert den Blutdruck stark!
-
Blutdrucksteigernde Substanzen (Medikamente,
Drogen): Nichtsteroidale Antirheumatika (Voltaren - Diclofenac, Brufen -
Ibuprofen, etc...), Sympathomimetika, Kontrazeptiva (Antibabypille),
Erythropoietin, Ciclosporin, Tacrolimus; Anabole Steroide (Anabolika,
Testosteron), Alkohol, Kokain; Lakritze (in Kaugummi, etc...), Ma Huang
("herbal ecstasy")!
-
Lassen Sie Ihren Vitamin D-Spiegel vom Hausarzt messen (25(OH)D): Falls eine
Hypertonie besteht und ein Mangel an Vitamin D vorhanden ist, verbessert die
tägliche Einnahme von 1000 IU Vitamin D den Blutdruck! (Vitamin
D status and arterial hypertension: a systematic review, Pilz S, Tomaschitz
A, Ritz E et al. Nature Rev Cardiol 2009 (October); 6: 621-30 (October 2009,
http://fulltext631.notlong.com/)
- 500 Milligramm Vitamin C täglich senkt den Blutdruck (um 10 bis 15
mmHg) (Lancet
Bd. 354, S. 2048). Dies beruht eventuell auf dem antioxydativen Radikalfängereffekt
: Deshalb wirkt auch Fischöl,
Grüntee und Kakao (schwarze Schokolade!). Es
zeigte sich in einer grossen und exakten Studie eine progressive
Blutdrucksenkung mit Einnahme von täglich nur 7 Gramm dunkler, polyphenolreicher
Schokolade abends.
Der systolische Blutdruck wurde im Mittel um 2.9mmHg, der diastolische
Blutdruck um 1.9mmHg gegenüber der Kontroll-Gruppe gesenkt; in dieser
(mit Einnahme von weisser, polyphenolfreier Schokolade) blieben die
Blutdruckwerte unverändert (Dirk
Taubert et al. Effects
of Low Habitual Cocoa Intake on Blood Pressure and Bioactive Nitric
Oxide. JAMA. 2007; 298(1):49-60).
- 3 Tassen Hibiskus-Tee täglich (Hibiskus-Tee wird auch unter
den Namen Karkade oder ägyptischer Malventee verkauft) senkt den
systolischen Blutdruck um 13 mmHg:
Diesen gesundheitsfördernden Nebeneffekt des Kräutertees glauben
Forscher von der Tufts-Universität in Boston in den USA nun mit
wissenschaftlichen Daten belegen zu können. Dr. Diane McKay und ihre
Mitarbeiter haben 65 Männer und Frauen mit systolischen Blutdruckwerten
zwischen 120 und 150 mmHg und diastolischen Werten niedriger als 95 mmHg
in eine Studie aufgenommen.
Eine Gruppe trank sechs Wochen lang täglich drei Tassen frisch aufgebrühten
Hibiskus-Tee, die andere ein Placebo-Getränk. Der Effekt nach sechs
Wochen: Der regelmäßige Genuss von Hibiskus-Tee ließ den systolischen
Blutdruck im Schnitt um 7,2 mmHg sinken, das Placebo-Getränk
dagegen nur um 1,3 mmHg. Auch beim diastolischen Blutdruck gab es
einen - wenngleich weniger ausgeprägten - Unterschied zugunsten der
Teetrinker.
Besonders gut sprachen Probanden mit hochnormalen oder schon leicht
hypertensiven Blutdruckausgangswerten (129 mmHg oder höher) auf das
rote Tee-Gebräu an: In dieser Subgruppe sank der systolische Wert sogar
im Schnitt um 13,2 mmHg (Placebo: 1,3 mmHg).
Die Herz-Forscher aus Boston vermuten, dass ein in Hibiscus sabdariffa
enthaltener Bestandteil, der in bereits Studien eine antioxidative
Wirkung gezeigt hatte, Ursache der blutdrucksenkenden Wirkung sein könnte.
- Eine tägliche zwanzigminütige einfache
Atemmeditation senkt den Blutdruck (senkt das Stresshormon Kortisol und entspannt die Blutgefässe:
Nebeneffekt: auch weniger Kopfschmerzen und Asthma). V.Barnes,
Psychosomatic Med, Bd.66/6, 2004
Bauen Sie ein paar Entspannungsübungen in Ihren Tagesablauf ein >>>
Lesen Sie mehr hier!
Dazu etwas Grundsätzliches: Wir müssen die alltäglichen Rhythmen wieder
beachten:
Nur wenn wir im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf jene Erholungspausen
einhalten, die uns biologisch vorgeschrieben sind, kann unser Organismus seine
Funktionen wie beim resetting eines Computers immer wieder
synchronisieren und Abweichungen vom Sollzustand (Auch Blutdruckerhöhungen...
und bis zu krebsartigem Ausflippen von Organzellen mit Abwehrvorgängen des
Immunsystems) ausgleichen. Ignorieren wir diese Bedürfnisse, werden die
Abweichungen immer grösser, und damit verliert auch der Organismus immer mehr
die Fähigkeit von selbst in seine Ordnung und Ruhe zurückzufinden.
Unsere vorgegebenen biologischen Rhythmen scheinen auch tagsüber 90 Minuten
lang zu sein (wie die 90 Minuten Tiefschlafphasen nachts): 70 Minuten
Aktivität, dann 20 Minuten Ruhe und Erholung.
Mein Vorschlag: Alle 60 Minuten tagsüber 10 Minuten Rückzug und Pause. So
stellen Sie ihren inneren Rhythmus wieder von der Hamsterrad- zurück in die
heilsame Ruhe-Frequenz und stärken so immens das Immunsystem.
Literatur dazu: Verena Steiner, Energiekompetenz, Pendo-Verlag 2005
- Verspannter Nacken erhöht den Blutdruck: Eine entspannende
Nackenmassage kann den Blutdruck senken. Das haben jetzt britische
Wissenschaftler herausgefunden. Die Nackenmuskeln schicken ständig
Signale in einen Teil des Gehirns, der für die Steuerung von Blutdruck,
Herzschlag und Atmung zuständig ist. Sind die Nackenmuskeln verspannt
oder verletzt, schicken sie falsche Signale. Dadurch erhöht sich der
Blutdruck. (Journal of Neuroscience, www.jneurosci.org/cgi/content/full/27/31/8324)
- Einige Medikamente können als ungewünschte Nebenwirkung den
Blutdruck erhöhen: so zum Beispiel das Schmerzmittel Paracetamol oder
alle Schmerzmittel der NSAR-Gruppe (Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen,...),
etc.
Therapie bei Kindern vor allem und bei Erwachsenen primär ohne Medikamente!
Medikamente?
Und erst wenn Sie alles Obige 3 Monate regelmässig getan haben und keine Verbesserung
bemerkt haben, denken Sie (mit Ihrem Hausarzt zusammen) an die Einnahme eines
Medikamentes.
Zu der Frage, ob auch eine Arteriosklerose durch die Medikamente
verhindert wird: Falls nur dieser eine Risikofaktor vorliegt, kann eine
Blutdrucknormalisierung die Arteriosklerose und damit den Herzinfarkt, den Hirnschlag etc.
verhindern. Eine andere Frage ist, ob dies lebensverlängernd wirkt oder ob Nebenwirkungen
der Medikamente hier auch Einfluss nehmen.
Die bisher grösste Studie zur Hochdrucktherapie mit
Medikamenten, die sog. ALLHAT-Studie (JAMA 2000; 283:1967-75 u.
JAMA 2002; 288:2881-97) zeigte eine Überlegenheit des alten Diuretikums
Chlortalidon (Hygroton) gegenüber neueren Blutdruckmitteln. Niedrig dosierte
Diuretika (Thiazid-Diuretika) müssen als wirksamste, sicherste und verträglichste
blutdrucksenkende Wirkstoffe gelten und sind Mittel der ersten Wahl!
Mit einer Monosubstanz kann aber nur eine Blutdrucksenkung von etwa 20/10
erreicht werden! Man benötigt also bei höheren Werten meist eine
Kombination von zwei Mitteln. Dabei kommt es nicht so darauf an, was man
kombiniert (Diuretika, B-Blocker, ACE-Hemmer oder Sartane,
Kalziumantagonisten) sondern nur wie stark die Senkung des BD wird
(Schlechte Kombinationen wegen der Potenzierung von Nebenwirkungen sind:
ACE-Hemmer + Sartane oder B-Blocker + Sartane). Es wird überhaupt allgemein als besser angesehen
(und zeitigt weniger Nebenwirkungen), falls 2 oder 3 Hochdruck-Medikamente
in niederen Dosen (anstatt 1 in hoher Dosis) eingenommen wird.
Im Winter (höhere Blutdruckwerte bei tieferen Temperaturen) sollte
intensiver behandelt werden als im Sommer (dann ev. Neigung zu tiefen Werten
und Kreislaufkollaps!).
Man muss sich im Klaren sein, dass die Blutdruckmittel ein
Riesengeschäft bedeuten (v.a. seit die Guidelines in den vergangenen Jahren
immer tiefere Blutdruckwerte für noch normal erklären). Dieser
"Kuchen" ist im Jahr weltweit auf 36 Milliarden Dollar angewachsen
und die vier bestverkauften Medikamente gegen Bluthochdruck brachten allein
8 Milliarden Dollar ein!
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 06.01.2010
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