|
|
Ist Homöopathie nichts weiteres als ein Placebo?!Die Homöopathen wehren sich vehement gegen diese These - und übersehen womöglich, dass
dieses Urteil eher ein Lob ist als ein Vorwurf. Denn offenbar heilt der Mensch sich vor
allem selber, mit seiner eigenen "Lebenskraft". Warum sollte ein solcher, längst
nachgewiesen mächtiger Effekt sich nicht noch steigern lassen mit einer homöopathischen
Behandlung? Einer Methode, die noch den schwächsten Hauch eines körperlichen Symptoms zu
erspüren sucht, dazu die Seele streichelt und sich so dem Dunkelgeschöpf Mensch auf
besonders geschickte Weise nähert? "In sum, I propose to abstain from a causal interpretation of homeopathy. Instead I contend that homeopathic effects are non-causal events, similar to what happens in examples of synchronicity. The homeopathic remedy is a sign which mediates the meaning between a mental-psychological state, the illness in the patient, and the physical realm of bodily functions, elements of nature, and the like. It acts via the original interconnectedness of all beings, which is activated, quite like in magical rituals, by the homeopathic ritual of case taking, remedy preparation, repertorization and remedy prescription. My hunch would be that homeopathy is only one example of a whole range of phenomena of the same category, which are neglected by mainstream science, because we do not have a proper understanding of them. The understanding, I would guess, can only come out of the analysis of mental states, and not of purported causal content. Maybe further analysis along the line of generalized EPR-correlation could point the way to understanding non-causal, synchronistic events in general, magic as an instance thereof, and homeopathy as a special case." (Magic of Signs von H.Walach).
Hilfe zur SelbsthilfeWer mit der Homöopathie eine Lösung seiner gesundheitlichen Probleme mittels eines Kügelchens erhofft, befindet sich in der Irre und wird scheitern. Der homöopathische Prozess sollte immer auch durch Veränderungen im Lebensstil begleitet sein. Lesen Sie dazu meine Seite gesund.htm. Stellen Sie sich vor, dass durch diese Therapie die in Ihnen wirkende (eventuell gestörte) Lebenskraft als Heilenergie freigesetzt wird. Sie wirkt primär durch Beeinflussung der mentalen und energetischen Ebene des Menschen. Die Homöopathie ist eine Hilfe zur Selbsthilfe. Sie betrachtet auch z.B. Krankheitssymptome, wie Fieber, Hautausschlag, Durchfall, Entzündung usw. als Ausdrucksformen der Selbstheilung des Organismus, die nicht unterdrückt, sondern vielleicht noch unterstützt werden sollen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Im Gegensatz oder Ergänzung dazu ist die Allopathie (die sog. Schulmedizin) grundsätzlich eine auf die physische Ebene einwirkende Heilmethode und deshalb z.B. in Notfallsituationen, in denen das Leben durch das Versagen einer einzelnen Lebensfunktion akut bedroht ist, die oft einzig mögliche und souveräne Therapie. (Siehe auch "Indikationen und Grenzen der Homöopathie" am Schluss).
Wie erreicht die Homöopathie diese Hilfe zur Selbsthilfe?
Der Begründer der Homöopathie, Samuel HAHNEMANN (1755-1843) stellte die These auf, dass ein Heilmittel, welches "rhythmisch verdünnt", d.h. "potenziert" wird und dann in der sog. Arzneimittelprüfung an Gesunden (Der Prüfling nimmt eine Dosis C30 und nach ein paar Tagen nochmals dieselbe Potenz mehrmals innert 1 bis 2 Tagen bis die Symptome erscheinen ein) für dieses Mittel typisches Symptomenbild zeigt; dass nun diejenige Arznei, die die meisten Symptome der Ähnlichkeit (zur Krankheit) zu erzeugen imstande ist (also das Simillium), die ganze gegenwärtige Krankheit schnell, gründlich und dauerhaft aufhebt und in Gesundheit verwandelt - vergleichbar mit einer nachfolgenden stärkeren Krankheit, die eine vorbestehende vollkommen heilen kann (Malaria kann z.B. einen Krebs heilen).
Was heisst nun potenziert?C1 heisst z.B., dass der Stoff nach genauen Regeln 1:100 mit Milchzucker verrieben worden ist. Meist wird bis C3 verrieben und dann weiter 1:100 mit medizinischem Alkohol verdünnt und dabei nach gewissen Regeln geschüttelt. (Falls man nun nochmals 1:100 verdünnt, erhält man C4, etc.). Während diesem Vorgang wird eine Energie freigesetzt (=Potenzierung), welche wissenschaftlich nicht messbar ist. Die Homöopathie erhebt hier Anspruch auf strenge Wissenschaftlichkeit, was ein Widerspruch in sich ist. Wie Michael Rüegg schön erläutert (michael_rueegg.pdf) muss ein Befürworter eines ganzheitlich-avantgardistischen Weltbildes wenigstens konsequent sein und an die Stelle des mechanischen Verfahrens der Arzneikraftentwicklung ein metaphysisches setzen! Also: Ich formuliere vorsichtig: Wenn das Arzneimittel nach homöopathischen Grundsätzen angewandt wurde (siehe weiter unten), lösen diese Energien eine Art Resonanzschwingung in den heilenden Strukturen des Organismus aus. Bis cirka C4 / C6 oder D8/D12 (D1, heisst 1:10) überwiegen die allopathischen Wirkungen. Dies sind also nur Verdünnungen und keine Potenzen! Bei D23 existiert aus wissenschaftlicher Sicht keine Materie mehr- es werden aber immer mehr der oben beschriebenen Energien frei. Die heilende Wirkung also umso grösser, die Dosis kleiner, die Intervalle länger. Man sollte hier auch den Vergleich mit der Bewusstwerdung in der Psychoanalyse betrachten (siehe weiter unten).
Homöopathie und SchulmedizinDiese und die folgenden Entdeckungen von Hahnemann waren völlig
empirisch,
d.h. aus reiner Erfahrung gewonnen. Man kann dies alles wissenschaftlich-theoretisch
nicht nachvollziehen, weshalb die Homöopathie universitär abgelehnt wird. "Es
braucht viel Grösse und Demut, um die Kleinheit der Insel unseres Wissens im
Meer unseres Nichtwissens (oder Noch-Nicht-Wissens) zu erkennen." (Jakob
Bösch, Alternative Medicine Goes Mainstream. Schweiz Ärztezeitung
2000;81(45):2550-1). Nur soviel zum Begriff "Wissenschaft": "Die Wissenschaft
verändert sich von Beerdigung zu Beerdigung" (Max Planck). Oder anders
ausgedrückt: Was gestern als "wissenschaftlich" galt, ist heute schon
"mittelalterlich". Hier noch ein Gedanken zur Intoleranz vieler Homöopathen gegenüber
"Andersdenkenden":
Homöopathie und PsychoanalyseSchaut man genauer hin, finden sich bei beiden Methoden zahlreiche Gemeinsamkeiten: Im
Zentrum der Behandlung steht die Patientin oder der Patient und nicht wissenschaftliche
Doktrin, rigide Diagnostik und Unterteilung der Krankheiten. Der deutsche Arzt,
Psychosomatiker und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich hielt fest: "Der
zentralste Gedanke ist, dass es der Tiefenpsychologie nicht so sehr auf die Ähnlichkeit
der Krankheitszeichen, auf das Typische eines Krankheitsbildes ankommt, als auf den
einzelnen in seiner Krankheit.", Die Lebensumstände des Kranken werden
mitberücksichtigt, seine Ausdrucksmöglichkeiten sind für die Beurteilung von besonderer
Wichtigkeit.
Indikationen und Grenzen der HomöopathieSehr wichtig erscheint mir, dass man nun nicht in die Euphorie verfällt, alles und
jedes sei mit dem Wundermittel "Homöopathie" absolut heilbar. Die
Homöopathie hat ihre klaren Grenzen! Einer der grössten Nachteile der
Homöopathie liegt darin, dass sie letztendlich eine
"passive" Therapieform ist. Der Homöopath muss den Klienten, den
Menschen, der vor ihm sitzt möglichst präzis in ein vorgegebenes Schublädchen
einfügen. Dazu verneigt sich die Methode noch vor diversen "Dogmen"
des Herrn Hahnemanns. Die Gefahr besteht, dass dabei vor lauter fast zwanghafter
Akribie Ressourcen, Lebensstilveränderungen und Perspektiven des
"Patienten" vernachlässigt werden. Er erhält zum Schluss ein paar
Kügelchen, schluckt diese und wartet "passiv" der Veränderungen, die
da kommen sollen... Als sekundäre "Neben"-Therapie ist die Homöopathie immer erlaubt und sehr sinnvoll. Als primäre "Haupt"-Therapie aber kontraindiziert bei allen jenen Verletzungen und Krankheiten, die pharmakologisch nicht beeinflussbar sind und meist chirurgisch angegangen werden müssen, zum Beispiel bei Knochenfrakturen, Hirnblutungen, Magenperforationen, eingeklemmten Hernien usw. und bei jenen Krankheitszuständen, bei denen die eigene Selbstheilungsenergie kaum mehr vorhanden ist und deshalb auch nicht angekitzelt werden kann (Krebs, AIDS, Krankheiten mit zu grossen pathologischen Organveränderungen, starke Infektionen (Lungenentzündung, ...), Autoimmunkrankheiten, die organisch zerstörend wirken (z.B. eine gelenkzerstörende Polyarthritis), Vergiftungen,...) oder welche z.B. unbedingt eine Substitutionstherapie erfordern wie zum Beispiel ein Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenunterfunktion, etc.. Die "Schulmedizin" ist in diesen Fällen die Therapiewahl Nummer Eins.
Eine ausschliesslich homöopathische Therapie ist nur bei jenen Kranken sinnvoll und angezeigt:
"Guru-Medizin"Noch ein Wort zur Gefahr der "Guru-Mentalität" gewisser Komplementärtherapeuten - und auch zum "Guru-Charakter" gewisser Therapieformen. Homöopathie kann es sein... aber der Inbegriff davon ist für mich die "Bioresonanz", eine Methode, die ein "Guru" anwendet, das heisst ein Mensch, der was behauptet, das niemand sonst nachweisen oder nachempfinden kann oder mittels Studien reproduzierbar und verifizierbar ist. Man muss es also schlicht und einfach "glauben". Machtansprüche und Unfehlbarkeit können Triebfedern auf Therapeutenseite sein - Narzistische Störungen sind weitverbreitet. Damit ist jede Mitarbeit und Mitverantwortung des Klienten ausgeschlossen. Der "Patient" wird zum passiven Gläubigen, der hinnimmt. Das sehr teure Bioresonanzgerät (über 10'000 €) wird dann - nach Stellen einer "Glaubensdiagnose" (zum Beispiel - und sehr häufig: "Weizenallergie") - mit mehreren "therapeutischen" Anwendungen amortisiert... und zum Schluss sagt der Guru, dass es nun gut und geheilt sei. Das Vorher und Nachher ist nicht nachempfindbar. Man kann es nur glauben! Und häufig werden auch unspezifische, psychosomatische Allerweltssymptomen "therapiert", die auch prompt und häufig vorübergehend auf das Ritual der "magischen Behandlung" anspricht. Amen! Übrigens lernt der selbsternannte Guru die Anwendung eines Bioresonanzgerätes in etwa 4 Stunden...
Bücher
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
|
|