|
|
Die Diagnose akzeptieren, aber nicht die Prognose!Unerklärliche Rückbildungen von Krebstumoren, die als unheilbar galten, sogenannte "Spontanremissionen" sind sehr interessant für die medizinische Forschung. Was haben diese Leute gemeinsam? Daraus könnte man viel zur alternativen Krebsheilung lernen! Eines ist aber dabei sicher: Diese "Wunderheilungen" sind zu selten, als dass man sich darauf verlassen und auf eine konventionelle Behandlung verzichten könnte. Was also ist diesen Leuten mit "Krebsheilung" gemeinsam:
Hirshberg und Barasch fassen die Charakteristika so zusammen: "Wir fanden mehrere
Gemeinsamkeiten: eine Entschlossenheit weiterzuleben, die sich auf das Selbstwertgefühl
gründete, eine typische Konzentration auf das Positive und ein reiches Innenleben, das
den einzelnen selbst angesichts des Todes noch mit den Freuden des Lebens beglücken
kann." Noch kürzer könnte man es auf den Punkt bringen: Man entdeckt bei manchen Überlebenden auch ein Verhalten, dass man als "positive Verleugnung" bezeichnen könnte. So geht ein Mann, einfach weiterhin zur Arbeit und sagt, dass die Krankheit für ihn "nur wenig Realität besitzt". Und eine Frau, die von einem bösartigen Bauchtumor genesen ist, erklärte: "Ich habe die Diagnose, dass es eine bösartige Krebserkrankung ist, zur Kenntnis genommen, aber eigentlich nie das Thema Tod als eine Alternative für mich angesehen." Man kann zu dem Schluss kommen dass es nicht den richtigen Weg zur Heilung gibt. Jeder Mensch, der den Krebs erfolgreich bekämpft hat, hat das vielmehr auf seine eigene, einzigartige Weise getan. Nach dem bisherigen Stand des Wissens ist es für Arzt und Patient zur Zeit unmöglich,
Spontanremissionen bewusst und gezielt herbeizuführen. Andererseits kann man darauf
hinweisen, dass es, gerade weil Ärzte so wenig über diese Phänomene wissen, menschlich
nicht vertretbar und wissenschaftlich unhaltbar sei, genaue Prognosen über die nach
einer Krebsdiagnose verbleibende Lebenszeit abzugeben.
Schönreden kontraproduktivWas hier beschrieben wird, ist nicht das "Positive Denken" (Positive Thinking) mit seinen aufmunternden Formeln, das heute hoch im Kurs ist. Wichtig ist dabei das Mass des bestehenden Selbstwertgefühls. In grossen Studien (z.B. Joanne V. Wood et al: Positive self-statements. Psych Science, 5/2009, 1467) zeigte sich, dass Menschen mit geringem Selbstwertgefühl sich selbst widersprechen, wenn sie positive Gedanken wie Mantras wiederholen. Auf diese Weise wird eine vorhandene negative Selbsteinschätzung nur noch verstärkt! Hier wird im Gegensatz von Ansprechen von vorhandenen Ressourcen gesprochen, die dadurch verstärkt werden.
Therapie durch ein erfülltes LebenDie "Meaningful Life Therapy" (MLT, etwa "Therapie durch ein erfülltes Leben"), die Jinroh Itamie vom Shibata Hospital in Japan entwickelt hat, zielt darauf ab, die Furcht vor dem Tod zu bewältigen, die mit chronischen Krankheiten wie Krebs einhergeht, und herauszufinden, wie die Patienten ein erfülltes Leben führen können. Man kann dadurch, die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken. Die Therapie folgt fünf Grundregeln. Der Patient soll
Diese Leitgedanken soll der Kranke seinem Alltag zugrundelegen, jeden Tag dieselbe Zeit für ihre Befolgung aufwenden und jeden Tag dieselben Ziele verfolgen - unabhängig vom Gesundheitszustand. Er soll versuchen, weiterhin als normales Mitglied in der Gemeinschaft weiterzuleben. Keinesfalls ist aber die MLT ein Programm in fünf Schritten "So heile ich Krebs". Es handelt sich vielmehr um Anregungen, wie man das Leben - auch mit der Krankheit - positiv und sinnerfüllter gestalten und erst in zweiter Linie dadurch vielleicht verlängern kann.
die KrebsreiseMoses G.Steinvorth schlägt in seinem sehr brauchbaren Büchlein "Die Krebsreise" vor, die Krebserkrankung als eine "Reise" zu betrachten. Dieses Bild der Riese legt nahe, Krebs als einen Prozess zu erleben, als einen Vorgang und nicht als ein "Ding", das man "hat" oder "nicht hat". Die Krebserkrankung ist immer in Entwicklung begriffen, sieht in jedem Moment wieder anders aus und kann sich auch zurück entwickeln. Krebs ist immer in Bewegung. Der Augenmerk ist auf den Verlauf gelenkt (statt auf die elende Frage nach dem "Warum"!) und der Verlauf ist das, was man am ehesten selbst beeinflussen kann. Auch wenn man nicht genau weiss, wo die Reise hingeht, kann man doch auf die Route Einfluss nehmen, wie man das vielleicht auf einer Abenteuerreise tun würde. Auch wenn Sie in gewisser Weise eine "Pauschalreise" gebucht haben, können Sie doch immer noch auf einzelne Umstände der Reise Einfluss nehmen und sie evtl. nach Ihrem individuellen Geschmack verändern. Sie können kleine Touren auf eigene Faust unternehmen und ganz sicher auch einmal die Umgebung ohne Touristenführer und ohne die "Herde" der übrigen Pauschaltouristen erkunden. Es ist enorm wichtig, hier alle Möglichkeiten der Individualisierung zu nutzen, weil Ihr persönlicher Heilungsprozess etwas ganz Einmaliges ist und viel mit Ihrer besonderen Persönlichkeit zu tun hat: kein Mensch wird genau auf dieselbe Art gesund wie der andere. Jeder ist anders! Sie können das Bild der "Reise" auch noch so verstehen, dass Sie aufgefordert sind, eine Reise "nach innen" anzutreten, wenn Sie wieder gesund werden wollen; eine Reise, die Sie vielleicht in dunkle und unheimliche innere Gegenden führen wird, die Sie gewöhnlich lieber meiden, eine Art "Heldenreise" also, wo Sie durchaus damit rechnen müssen, dass Sie manchmal mit alten Gespenstern oder inneren Drachen und Dämonen kämpfen müssen. Reisen sind oft ziemlich anstrengend; man kämpft auch gegen miserables Wetter und Unbill, wird vielleicht sogar verletzt. Sie ist aber auch interessant und spannend und lässt einem zum Schluss häufig sehr viel reifer und bereichert zurück.
der Fatigue davonrennen!Das tumorassozierte Fatigue-Syndrom tritt unter einer Krebsbehandlung bei bis
zu 70% der Patienten auf. Operation, Chemotherapie und Bestrahlungen schädigen
den Organismus zunehmend und führen einerseits zu körperlichen Symptomen,
andererseits fördern sie aber auch psychische Erkrankungen. Die Menschen sind
ständig schlapp und müde, klagen über Herzrasen und Kurzatmigkeit und weisen
Symptome auf, die bis hin zur manifesten Depressionen reichen.
BücherFür Krebskranke und Angehörige gibt es mittlerweile eine Reihe guter Bücher. Mit dem
Phänomen Spontanheilung befassen sich:
für Kinder: * Andrea Caprez, Nadia Khan: Sven. Edition Moderne, Zürich 2006 * Christophe Badoux, Nadia Khan: Fatmas fantastische Reise. Edition Moderne, Zürich 2006 * Online-Spiele von Andrea Caprez für Kinder mit Moyamoya: www.strapazin.ch/moyamoya
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.
Last updated 25.08.2010
Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer). |
|