Alkohol und koronare Herzkrankheit

In letzter Zeit häufen sich Veröffentlichungen, die auf eine höhere Lebenserwartung bei mässigem Alkoholkonsum hinweisen.

Es ist tatsächlich so, dass sich die Gewissheit erhärtet, dass Alkohol in kleinen Mengen eine schützende Wirkung vor koronaren Herzerkrankungen (Verengungen und Verschluss der Herzkrankgefässe) zeigt. Es scheint, dass die positiven Wirkungen für die Durchschnittsfrau bei einer Menge von bis zu 20g Alkohol pro Tag und für den Durchschnittsmann von bis zu 30g pro Tag überwiegen (=ungefähr 2 bzw. 3 dl Wein, 4 - 9 Liter Bier wöchentlich (verteilt auf 3 bis 6 Portionen pro Woche - siehe: www.bmj.com/cgi/content/full/320/7246/1378)). Ob dabei der Rotwein wirklich besser als andere Alkohole wirkt, stimmt nicht (Mukamal KJ, et al. Roles of drinking pattern and type of alcohol consumed in coronary heart disease in men. N Engl J Med 2003;348:109-18). Nur zum Essen zu trinken und nicht zwischendurch hingegen scheint eine positivere Wirkung aufs Herz zu haben (Stranges S et al., Hypertension 2004; 44:813-819).
Achtung: Wer regelmässig Wein trinkt, neigt auch zu einem gesünderen Lebensstil. Beim Vergleich der Lebensgewohnheiten zeigte sich (Naimi TS et al. Cardiovascular risk factors and confounders among nondrinking and moderate-drinking U.S. adults. Am J Prev Med 2005 (Mai); 28: 369-73), dass moderate Weintrinker - im Gegensatz zu Bier- oder Schnapstrinker, aber auch zu Abstinenzler - weniger rauchen, sich mehr bewegen und auch weniger fettreich essen (siehe auch unter mediterraner Ernährung!).

 

Weil viele Personen diese Limite aber nicht einhalten und die Gefahr einer Alkoholsucht hoch ist, wird verständlich, warum regelmässiger und massvoller Alkoholkonsum von Gesundheitsbehörden und Ärzten kaum empfohlen wird. Gewichts- und Blutdruckkontrolle, Raucherentwöhnung, pflanzliches anstelle von tierischem Fett und mehr Bewegung sind auf jeden Fall die besseren Mittel als Alkohol. Abstinente sollten deshalb aus gesundheitlichen Gründen nicht mit Alkoholtrinken beginnen! Andrerseits ist es auch wenig sinnvoll, Personen mittleren und höheren Alters von einem regelmässigen, jedoch massvollen Alkoholkonsum abzuhalten.

 

Alkohol und Krebs

Forscher der Uni Oxford zeigen in einer gross angelegten Studie (Allen NE et al., Moderate Alcohol Intake and Cancer Incidence in Women, J Natl Cancer Inst., 2009 Feb 24), dass schon ein Glas Alkohol (irgendwelcher Quelle) täglich bei Frauen das Risiko an Krebs zu erkranken um fast 13 Prozent erhöht. Dies traf für Krebs der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre, des Kehlkopfes, des Enddarmes, aber auch der Leber und vor allem der Brust zu. Schlussworte: "Es gibt keinen sicheren Bereich für Alkoholkonsum bei Frauen!".

 

 

Alkohol in der Jugend - Komatrinken

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Alkohol im Alter

Mehr als eine Stange ist für Senioren Gift

Alkohol wirkt bei älteren Menschen stärker. Ein Drink ist für Männer das Limit, für Frauen ein halber!
Schon drei Gläser Wein am Tag sind für einen Achtzigjährigen pures Gift. Denn Senioren vertragen weit weniger Alkohol als jüngere Menschen. Ältere Männer sollten sich nur einen Drink pro Tag genehmigen – ältere Frauen noch weniger. Alkohol wirkt auf einen Senioren etwa doppelt so stark wie auf einen jüngeren Erwachsenen. Leber, Herz, Nieren und Verdauungstrakt leiden stärker unter Alkoholeinfluss. Auch das Gehirn reagiert heftig auf Alkohol: Eine Stange Bier hat auf einen alten Menschen etwa dieselbe psychische Wirkung wie zwei Stangen für einen jüngeren. Diese Effekte treten etwa ab dem 65. Lebensjahr ein.
Der Grund sind folgende körperliche Veränderungen, die im Alter eintreten:

  • Senioren haben weniger Wasser im Körper. Dadurch wird der Alkohol im Körper weniger verdünnt.
  • Bereits im Magen wird ein Teil des Alkohols unschädlich gemacht – allerdings bei alten Menschen weniger als bei jüngeren. Deshalb gelangt bei ihnen mehr Alkohol ins Blut.
  • Die Leber arbeitet langsamer. Dadurch ist der Alkohol ist länger im Körper und schädigt ihn stärker.

Zudem nehmen viele Senioren Medikamente ein, die die Wirkung des Alkohols verstärken.
Für Frauen gilt: Sie sollten schon in jungen Jahren höchstens halb so viel Alkohol trinken wie Männer, da ihr Körper stärker darauf reagiert. Das gilt auch im Alter. Ältere Frauen sollten nicht mehr als einen halben Drink pro Tag trinken.

Das heisst nicht, dass Senioren ganz aufs Anstossen verzichten müssen. «Es dürfen auch einmal mehrere Drinks pro Tag sein – aber insgesamt nicht mehr als sieben Drinks pro Woche für Männer, höchstens vier Drinks für Frauen», sagt Thomas Münzer. Nach einer Ausnahme sollten also gerade ältere Menschen ihrem Körper eine Pause vom Alkohol geben. 

Darauf müssen Senioren achten:

  •  Alkohol ist im Alter besonders schädlich! Männer sollten nicht mehr als einen Drink pro Tag trinken. Ein Drink ist:
    - eine Stange Bier (3dl)
    - ein Glas Wein (1dl)
    - ein Glas Sherry (0,5dl)
    - ein Glas Whisky (0,3dl)
  • Frauen vertragen nur halb so viel Alkohol wie Männer. Das gilt auch im Alter: Ein halber Drink pro Tag ist das Limit.
  • Wenn Senioren mehrere Drinks an einem Tag getrunken haben, so sollten sie dem Körper eine Pause geben: mindestens so viele Tage, wie sie zu viele Drinks getrunken haben.
  •  Alkohol erhöht für Senioren die Gefahr zu stürzen.
  • Viele Senioren nehmen Medikamente. Sie sollten den Arzt fragen, ob Sie Alkohol trinken dürfen.

 

Kopfschmerz nach Alkohol

siehe auf dieser Seite: Histaminintoleranz

 

 

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Last updated 06.07.2009


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