PAP-Test

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist eine vermeidbare Krankheit – vorausgesetzt, die frühzeitige Erkennung und die frühzeitige Behandlung sind gesichert. Nach dem Brustkrebs ist das Zervixkarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau. Mit Einführung der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen, des sogenannten "PAP-Tests", vor 40 Jahren konnte die Sterbeziffer um ca. 50 bis 70 Prozent gesenkt werden. Beim PAP-Test (nach Papanicolaou) wird ein Abstrich per Wattestab oder kleinem Bürstchen aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen und im Labor angefärbt und unter dem Mikroskop die Zellen nach Form, Grösse und Struktur untersucht. Es existieren neuerdings Abstriche (sog. Dünnschichtmethode), die aber, entgegen der Reklame der Labors, die sie auswerten, keine genaueren Resultate als die alten PAP-Abstriche zeigen.

 

Dieses Plattenepithelkarzinom des Muttermundes, resp. der Zervix ist eine Krankheit der sexuell aktiven Frau und wird durch HPV-Viren induziert. In einer 15-jährigen Latenzphase entwickelt sich über Vorstufen das Karzinom, mit einem Peak um das 45. Lebensjahr. Mit dem Screening (PAP-Abstrich) sollte 3 Jahre nach erstem Sex, vielleicht also mit dem 21. Lebensjahr begonnen werden. Der Vorteil des Screenings nimmt im höheren Alter ab: die HPV-Exposition sinkt, andere Todesursachen nehmen zu und die Lebenserwartung wird kürzer als die Zeit, die nötig ist, um einen Krebs zu entwickeln. Den PAP-Test kann man bei vorgängig negativ getesteten Frauen im 65. bis 70. Lebensjahr beenden.

 

Auch die HPV-Typisierung (Bestimmung des Papilomavirus-Typus, da gewisse krebserzeugend sind.) hat keine klinische Bedeutung und kostet nur viel (American Journal of Obstretics and Gynecology, Vol.180, nr.5,May 1999, 1049-1053)!. Zur sanften Behandlung einer HPV-Infektion lesen Sie in meiner Homepage hier Genaueres.

 

Die Bewertung erfolgt beim PAP-Abstrich in 5 Gruppen: PAP 1 bis PAP 5. PAP 1 und 2 sind normal (PAP 1 bis zum ersten Sex-Kontakt und nachher PAP 2). Ein PAP 3 bedeutet, dass es auf der Gebärmutterhalsoberfläche einen Bereich mit Zellen gibt, die durch irgendeine Störung gereizt und leicht verändert sind. Oft, aber nicht immer, handelt es sich beim Störfaktor um eine Infektion mit Papillomaviren, welche ihn ähnlicher Form auch Warzen hervorrufen können. Diese Infektion ist wenig bis gar nicht ansteckend und braucht nicht behandelt zu werden. Ein Pap 3 bedeutet zunächst nichts weiter, als dass der Krebsvorsorgeabstrich in drei bis sechs Monaten anstatt erst in l2 Monaten nachkontrolliert werden muss. Unweigerlich wird frau sich fragen : Ist das eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs ? Die Antwort ist : Nein. Aber man weiss, dass etwa 5% der so klassierten Pap- Abstriche im Laufe von Jahren ( z.B. 3 bis 9 Jahre) immer stärkere Veränderungen aufweisen, bis schliesslich ein auf die Oberfläche begrenzter und mit einem Kleinst-Eingriff (Kegelschnitt oder Konisation) in 100% heilbarer Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Dieses Mikrokarzinom weist man mittels einer Knipsbiopsie nach (ein kleines Schleimhautstück kann zur genaueren Untersuchung ohne Betäubung rausgezwackt werden). Es braucht also für diese Entwicklung viele Jahre und sie tritt nur etwa in 5% der Fälle auf . Die anderen bleiben "Pap 3" , und knapp die Hälfte bildet sich ohne weitere Behandlung im Lauf der Jahre zum normalen "Pap 2" zurück.

 

Was kann ich nun selbst tun, damit ich schneller vom PAP 3 zum normalen PAP 2 zurückkomme:

  •  Lassen Sie den nächsten Test zum Zeitpunkt des Eisprungs durchführen, da er zu dieser Zeit am aussagekräftigsten ist.
  • Lassen Sie den Abstrich von 2 Labors begutachten. Die Beurteilung fällt oft sehr unterschiedlich aus. Ca. 20-30% sind Fehldiagnosen (bei der neueren Dünnschichtmethode scheint dies viel besser).
  • Sie brauchen den Test frühestens nach 3 Monaten zu wiederholen, da die Zellen so lange zu ihrer Erneuerung brauchen.
  • Beim Liebemachen ist es ratsam, Kondome zu benutzen (keine zusätzliche Reizung durch Smegmastoffe des Mannes). Die Antibabypille sollte nicht mehr eingenommen werden (siehe alarmierende Studie unten!).
  • Sehr wichtig ist es, das Rauchen aufzuhören, so schwer es auch fallen mag, weil die Zellen der Gebärmutter das Nikotin speichern und dies offensichtlich an der Zellreizung mitbeteiligt ist. Nur schon durch Zigarettenstop gehen 50 bis 75% der PAP 3 in PAP 2 zurück!
  • Weizenkeimölgetränkte Minitampons über die Nacht am Muttermund getragen, kann die Reizung ebenfalls etwas mildern.
  • Versuchen Sie, Ihre persönlichen und beruflichen Belastungen zu vermindern.

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 21.09.2009

 

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.

 

Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).