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Hier beschreibe ich kurz einige Normalvarianten unseres Körpers, die häufig für Aufregung sorgen und als etwas Krankhaftes angesehen werden.
Dazu ein sinnvoller Satz von Gerhard Kocher ("Vorsicht Medizin!"): Es gibt vier Kategorien von Menschen: gesunde Gesunde, kranke Gesunde, gesunde Kranke und kranke Kranke!
Corona glandisder »Eichelkranz«; der wulstartige Rand der Peniseichel (Glans =
vordere eichelförmige Verdickung des Penis) gegen den Penisschaft hin. Es sind meist auch kleine sog. ektopische Talgdrüsen, wie unten beim Fordyce-Zustand beschrieben (siehe Photos):
Papillome am ScheidenausgangDas Pendant bei der Frau sind die absolut harmlosen Papillome, kleine fleischfarbene, weiche, perlenförmige Papeln an der Vulva, teils einzeln, teils gruppiert stehend. Diese Normvariante der vestibulären Schleimhaut - die vestibuläre Papillomatose - wird häufig als Genitalwarzen fehlgedeutet. Die Genitalwarzen sind aber im Unterschied zu Paillomen nicht auf das Vestibulum (Eingang) beschränkt. Die filiformen (fadenförmigen) oder blumenkohlartigen Kondylomwucherungen (Condylomata accuminata = spitze Genitalwärzchen) tendieren zudem dazu, an der Basis zusammenzuwachsen, und färben sich nach Applikation von 5%iger Essigsäure weiss. Papillome (die sich durch Essigsäure nicht verfärben) stellen eine normale anatomische Variante dar, analog den perlenförmigen Penispapeln beim Mann (siehe oben). Die korrekte Diagnose vermeidet unnötige weitere Diagnostik sowie Fehlbehandlungen.
"Fordyce Zustand" der Mundschleimhaut oder am Penis50% aller Mundschleimhautveränderungen, die mir als Hausarzt von den Patienten gezeigt werden - in der Ansicht, es handle sich um etwas Krankhaftes! Dies ist ein komplett normales Talgdrüsenauftreten an untypischen Orten in der Mundschleimhaut (sog. heterotope oder ektopische Talgdrüsen). Es handelt sich um eine anatomische Variante . Auf der Schleimhaut finden sich sattgelbe, durch die Schleimhaut hindurchschimmernde Knötchen. Beim embryonalen Verschluss der Gesichtsspalte wurden diese Talgdrüsen von der äusseren Haut nach innen verlagert. Bei 25% der Frauen und 30% der Männer anzutreffen. Kinder sind frei davon.
hier in typischer Lokalisation an der Oberlippe
hier unten auch am Penisschaft (sehr häufig):
Zellulitesiehe meine Extraseite über diese Erniedrigung der Frauen >>>
Erythrosis interfollicularis colliErythrosis oder Rubeosis (=Rötung) mit punktförmiger (weisslicher)
Aussparungen der Follikel, v.a. seitlich am Hals, als Folge dauernder
Sonneneinwirkung bei Land- u. Bauarbeitern, Seeleuten, aber auch bei vielen
sonstigen Menschen.
Landkartenzunge (Lingua geographica)
Laptop Computer induced Erythema ab IgneWas heisst: Durch Laptop (auf den Oberschenklen) ausgelöstes
"Rötung durch Feuer (Batteriewärme!)":
Das Erythema ab igne (thermale Keratose) tritt normalerweise auf, wenn man
sich längere Zeit zu nahe an einer Feuerstelle befindet, nach Verwendung
von Wärmekissen etc. Die Hitze kann Epithelveränderungen auslösen, ähnlich
wie UV-Licht, in seltenen Fällen (nach Jahren) Plattenepithelkarzinome.
Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)Reibeisenhaut, medizinisch auch Keratosis pilaris oder Keratosis follicularis, ist eine anlagebedingte Verhornungsstörung der Haarfollikel. Sie zeigt sich meist schon in der Kindheit durch follikulär, das heisst an den Haarfollikel gebundene, spitzkegelige hautfarbene ggf. auch entzündlich gerötete Hornkegel. Diese treten meist an den Oberarm-Streckseiten, den seitlichen Wangen und den Aussenseiten der Oberschenkel auf. Wenn die Papeln auch am Penis vorhanden sind, kann auch Lichen nitidus vorliegen. Reibeisenhaut muss nicht behandelt werden, da es eine Normalvariante der menschlichen Haut ist. Bisher ist auch noch keine angemessene und zufriedenstellende Behandlung gefunden worden. Ein Vergleich einer Behandlung dieses Leidens ist wie wenn man einen schwarzhäutigen Afrikaner weisshäutig machen will...
asymptomatische BakteriurieBei alten Menschen (über 70) sind Bakterien im Urin ohne Symptome keine Krankheit! Grosse Studien zeigen, dass dies normal ist und nicht behandelt werden muss.
Die meisten Bilder auf dieser Seite sind aus dem exzellenten Dermatlas der John Hopkins University: http://dermatlas.med.jhmi.edu/derm/ !
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 30.09.2011
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