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Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe)
- Massage (beidseitig): hinter und 4 Querfinger oberhalb Innenknöchel; kräftige Massage
des Kreuzbeins mit den Fingerknöcheln, bis sich eine deutliche Wärme entwickelt
- mehr körperliche Aktivität.
- weniger Fett, mehr Fisch essen.
- mehr Omega-3-Fettsäuren (Fischöl).
- Vitamin B6: 2 bis 4 Monatszyklen lang täglich 50 (-100)mg und zusätzlich
ein Esslöffel Distelöl, später reicht dann täglich etwas Distelöl z.B.
in Salatsauce.(The British Medical Journal 318, 1375-1381
(1999))
- Entspannungsbad mit Frauenmänteli, Schafgarbe, Gänsefingerkraut 3 Tage vor
Menstruationsbeginn jeweils abends 20 Min.
- Tee: Die obgenannten Kräuter können auch als Tee 5 Tage vor Menstruationsbeginn
getrunken werden
- Wickel: Kartoffel-, Weizenkörner- oder Heublurnenwickel auf Bauch und unteren Rücken
- Mönchspfeffer (gleich unten beim PMS).
- Dysmenorrhoe kann auch als begleitende Missempfindung von ausstrahlenden
Schmerzen aus sog. Triggerpunkten in umliegenden Muskeln entstehen. Dabei wäre
v.a. der M. Rectus abdominis abzuklären und zu therapieren (mittels
myofaszialer Triggerpunkttherapie).
PMS = Prämenstruelles Syndrom
Die erste wichtigste therapeutische Intervention ist die einfache
Aufklärung über das Zyklusgeschehen, denn damit lösen sich schon oft die
Probleme von selbst.
Die Symptome eines Prämenstruellen Syndroms sind Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressiver Verstimmung, Energiemangel,
Schlaf- und Appetitstörungen, Wasseransammlung im Gewebe, Spannungsgefühl der
Brüste, etc. vor oder zu Beginn der Monatsblutung. Im jugendlichen Alter sind
Stimmungsschwankungen, Stress und Nervosität am häufigsten. Speziell im
Alter zwischen 13 und 18 Jahren werden Heisshungerattacken,
Stimmungsschwankungen, abdominale Beschwerden sowie Unzufriedenheit mit dem
Aussehen genannt. Im Alter zwischen 16 und 18 Jahren ist die Intensität der
Symptome am stärksten.
Lebensstilveränderungen wie Stressmanagement,
Erlernen von Entspannungstechniken,
regelmässiger Schlafrhythmus sind sehr
wichtig. Auch eine Ernährungsumstellung (kohlehydratreiche Ernährung,
weniger Salz und raffinierter, weisser Zucker, kleinere häufigere
Mahlzeiten, Verzicht auf tierische Fette, Kaffee, Alkohol und Nikotin) kann
viel bewirken: Symptome wie Ödeme, Mastodynien (Brustspannen),
Aufgedunsensein, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit bessern sich
stark. Sehr effizient beim PMS ist auch die regelmässige Ausübung eines
Sports. Ausserdem sollte Zigarettenrauchen,
welches die Symptomatik des PMS verstärken kann, aufgegeben werden.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist - je nach
Symptomatik und konkomittierender psychischer Erkrankung - die kognitive
Verhaltenstherapie.
Agnus-castus-Früchte (Mönchspfeffer)
erweist sich auch in grossen Studien beim PMS als sehr wirksam und dabei gut verträglich
(www.bmj.com/cgi/content/full/322/7279/134):
- 40 mg Mönchspfeffer Trockenextrakt täglich (z.B. PreMens®, Agnolyt®,
Emoton®)) über 3 Monate, dann Behandlungspause. Bei erneuten oder wieder
zunehmenden Beschwerden erneuter Therapiezyklus mit Medikation nur in der 2.
Zyklushälfte oder eine Woche prämenstruell in angepasster Dosierung (bis 2
x 40mg). Bei einigen Frauen reicht auch die Einnahme an den Tagen mit
Beschwerden.
- 1200 mg Kalziumkarbonat pro Tag (oder erhöhte
Milcheinnahme) bewirkt weniger Aufgedunsensein des Bauches, weniger Krämpfe
und Essattacken, sowie weniger Appetitanstieg.
- Vitamin B6: 2 bis 4 Monatszyklen lang täglich 50 (-100)mg und zusätzlich
ein Esslöffel Distelöl, später reicht dann täglich etwas Distelöl z.B.
in Salatsauce.(The British Medical Journal 318, 1375-1381
(1999))
- Distelöl enthält wenig von der essent.Fettsäure Linolsäure (viel in
Borretschöl (z.B. Glandol® 3 bis 4 Kapseln für 6 Wochen, danach 3 bis 6
Monate 1 Kaps.tgl), Nachtkerzenöl, Kerne der schwarzen Johannisbeere)
Schmerzhafte Brustschwellung vor der Menstruation
- zuerst die obigen Lebensstilveränderungen!
- Wickel mit Heilerde oder Ringelblumentinktur 1:3 oder stärker verdünnt, maximal 30
Min. aufgelegt lassen. Sie können diesen Wickel vor der Menstruation täglich anwenden.
- Mit Geraniumöl die Brüste sanft massieren und gegen die Achselhöhle ausstreichen.
Wasseransammlungen vor der Menstruation
- zuerst die obigen Lebensstilveränderungen!
- Goldruten-, Ackerschachtelhalm-, Birkenblättertee: während einer Woche
- Kürbissamen ungesalzen essen
- Löwenzahn als Salat
Scheidenentzündungen
(siehe auch Weissfluss)
Allgemeines: Verwenden Sie Naturbinden, z.B. Flawa, Margherita; Unterwäsche aus
Naturfasern
Therapiekonzept AAA (nach Regina Widmer):
- Antiseptika (mit ätherischen Ölen und Gerbstoffe)
- Ansäuern (mit Essig, Milchsäure, Jogurt)
- Anogenitale Grundpflege (d.h. vor allem die betroffenen Stellen fetten
(Salben siehe gleich unten). Der After ist noch vernachlässigter als
die Vulva - kein Waschlappen, keine Seife!)
Ansäuern
Die Ansäuerung ist nach den Wechseljahren und vor der Pubertät sinnlos,
da dann das natürliche Scheidenmilieu anders und nicht sauer ist.
- Essigspülung: 2 Essl. Obstessig auf 1/2 l Wasser; 2mal täglich spülen, dabei Becken
flach lagern, sodass das Wasser bis zum Gebärmutterhals kommt; während 3 - 6 Tagen.
(Zuerst ausprobieren, ob es hilft, denn bestimmte Infektionserreger fühlen sich bei Essig
wohl!)
Eine Hilfe für Spülungen ist die 60-ml-Spritze und dem weichen Aufsatz
eines Einmalkatheters oder mit einer Rektalsonde beziehungsweise mit einem
Darmrohr für Fr. 1.-. Luxus ist eine «Sanor irrigateur plastique mit Deckel» (Lamprecht);
auch in Reiseform erhältlich - ich verschreibe auch häufig die
Spülflasche von Betadine (ohne die Spüllösung).
Wenns schnell gehen muss, kann man auch ein Essigwassersitzbad machen. Viele
Frauen setzen sich auch nur drüber und waschen sich ein bisschen ab. Bei
milden Beschwerden genügt dies.
- Ansäuerung geht auch mit einem Jogurttampon: Einen Minitampon in normales
Naturejogurt tauchen und vollsaugen lassen. In die Scheide einführen und
über Nacht belassen. Etwa drei Nächte.
- Milchsäure-Ovula:
Rp. Milchsäure 5%
Witepsol ad 3,0 g
10 Ovula
- Bei rezidivierenden Schedienentzündungen lohnt sich auch ein Versuch mit
lokal angewendetem Vitamin C (= eine Säure, Ascorbinsäure!):
Redoxon®-Lutschtabletten (aber nicht lutschen, sondern vor dem
Schlafengehen eine tief in die Scheide einführen), langzeitig
Salben und ätherische Öle/Gerbstoffe
- Salben: Aloe vera-Gel oder Calendulacreme, Eichenrindenlotion (20%). Geben Sie 1 Tr.
Teebaumtinktur (Achtung: zuviel davon brennt) in obige Salben.
- bei Juckreiz und empfindlicher Haut:
vaginale Kräutercreme (Rezept nach Rina Nissim):
Ricini oleum 2,5 g
Niaouli aeth. 0,25 g
Cypressi aeth. 0,5 g
Salviae aeth. 0,5 g
Matricariae ol. coct. 1,25 g
Ung. Hydrophili. PM III ad 50,0 g
- Eichenrinden-Ovula (Gerbstoffe) nützen bei Zervizitis, blutender Ektopie,
Kontaktblutungen, grosser Ektopie mit viel Schleim und bei HPV der Portio.
- Majorana/Melissa Globuli vaginales (Weleda) wirken durchwärmend und belebend.
Dieses Therapiekonzept kommt zum Beispiel zur Anwendung falls immer
wieder Scheideninfektionen auftreten nachdem frau im Hallenbad
geschwommen ist. Das Chlor im Wasser verändert dabei den Säuregehalt der
Scheide und macht die normalen Abwehrbakterien in der Scheide kaputt. Zur
Vorbeugung fügt frau vor dem Baden einen Essigwassertampons in die Scheide
und fettet zudem ihre Vulva (äusseres Genitale) um das Aufweichen der Haut
zu verhindern und damit das Ein/Durchlassen von Keimen.
Ursache bekannt (Hefepilz, bakterille Bakteriose, HPV-Infektion)
Der Partner muss bei Soor und bakterieller Vaginose nicht mitbehandelt zu
werden. Es führt zu keiner Verminderung der Rezidivrate! Es reicht, wenn er
sich wäscht!
Bei trockener Scheide und bröckligem, weissem Ausfluss, der neutral
riecht - es juckt (meist Pilz) - oder
bei nachgewiesenem Hefepilz:
- Teebaumessenz-Spülungen 5 Tr. (Tropfen in 1 Kaffeerähmchen rühren =
Emulgator!) auf 1/2 l Wasser (Achtung: häufige Allergien auf Teebaumöl -
dann Lavendelöl!)
oder Teebaum-Ovula (Rp Melaleuca alternifolia aeth. 3 gtts + Witepsol ad 3,0
g - 10 Ovula).
- äusserlich: Aloe-vera-Gel oder Calendulacreme.
Da der Pilz meist auch im Darm vermehrt ist (er ist dort ein "normaler" Bewohner), empfehle
ich bei wiederholtem Auftreten eines Scheiden-Candidapilzes eine Diät zum Aufbau der, die Pilze
verdrängenden "guten" Darmbewohner: Zucker und Weissmehl
reduzieren (besonders wichtig, da Hefen "süsse Mädchen" lieben, d.h.
auch süsses Milieu in der Scheide!) ; Milchprodukte weglassen, wenn der leiseste Verdacht auf eine
Milchunverträglichkeit besteht; Ab 16:00 Uhr keine Rohkost und Früchte mehr, sondern
gekochtes Gemüse.
Sofortiger Wechsel eines nassen Badeanzugs soll die Übertragung vom Anus zur
Scheide verhindern, die sonst so schnell erfolgt.
Auch ein eventuell vorliegender Eisenmangel und auch ein Zinkmangel
begünstigen zudem eine Scheiden-Hefepilz-Entzündung.
Prädisponierend wirken weiterhin die Antibabypille!
Bei cremigem Ausfluss, der nach Fisch riecht (bakterielle Vaginose,
ein Ökostörung mit dem Leitkeim Gardnerella vaginalis):
saure Anwendungen:
- Essigspülung: (Anwendung siehe oben!)
- Jogurt: zum Einführen Finger, Tampon (wie oben), Spritze verwenden
- Milchsäure-Ovula (siehe oben)
HPV-Infektionen
Mit antiviral wirksamem Melaleuca alternifolia (Teebaum) und Melaleuca
quinquinerva (Niaouli) können Ovula oder Tampons hergestellt werden (Rp
Melaleuca alternifolia aeth. (oder Melaleuca quinquinerva aeth.) 3 gtts +
Witepsol ad 3,0 g - 30 Ovula)
Man muss länger behandeln, z.B. drei Zyklen während je zehn Tagen
beziehungsweise Nächten ein Ovulum einführen (ohne Allergie).
Regelmässige zytologische, kolposkopische und histologische Kontrollen sind
unerlässlich. Bei höhergradigen Dysplasien ab CIN II muss unbedingt mit
einer Frauenärztin zusammmengearbeitet werden!
Falls obige Anwendungen keine Besserung bringen, wenden Sie sich an
Ihre medizinische Vertrauensperson!
Schwangerschaft, Geburt und Stillen
Achtung: Lesen Sie auch dies:
- Kräuter in der Schwangerschaft
Schwangerschaftserbrechen
Allgemeines
- Häufig, aber wenig aufs Mal essen; Rhythmus einhalten.
- Kauen Sie immer wieder Mandeln, Sonnenblumenkerne und Nüsse, bis ein geschmackloser
Brei im Munde entsteht; dies bindet die Säure im Magen. Das Kauen von rohen Haferflocken
hat einen ähnlichen Effekt.
- Lavendelwickel auf den Magen (12 Tr. Lavendelöl auf 1 l Wasser)
- Tee aus geriebener Ingwerwurzel trinken
Schwangerschaftsstreifen
- Wirksam ist nur die Prophylaxe: Massieren Sie die Haut, besonders der Bauchdecke
während der gesamten Schwangerschaft mit Öl. Wünschen Sie
einen Zusatz, dann geben Sie 20 Tr. Lavendelöl und 4-5 Tr. Neroliöl in 50 ml
Pflanzenöl, oder 10 Tr. Rosenholzessenz auf 50 ml Haselnussöl.
Geburtsvorbereitung
- Heisse Packungen mit Calendula: Calendula-Aufguss auf einen feuchtwarmen Waschlappen
geben, auf den Damm legen (oder noch besser im Schneidersitz darauf sitzen) und mit einer
Bettflasche oder armem Kartoffelpack warm halten. in den letzten 5 Wochen vor der Geburt
täglich 20 Min. anwenden.
- Massieren Sie täglich den Damm mit Weizenkeimöl.
- Himbeerblättertee: 1 Tasse täglich im 8.Monat, 2 Tassen im 9. Monat zur Lockerung des
Gebärmutterhalses
- Brustwarzen vorbereiten: abwechselnd kalt und warm abwa schen oder mit trockenem Tuch
reiben; Partner soll an den Brustwarzen saugen.
- Während der Geburt können Packungen mit heissen Tüchern über Damm und Scheide
Erleichterung bringen.
Milchbildung
- Milchbildungstee: 20 Teile Kümmel, 20 Teile Fenchel, 20 Teile Anis, 10 Teile
Brennessel, 20 Teile Geisskraut, 10 Teile Basilikum; Kräuter quetschen, 1
Teel. pro Tasse
mit kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt 5 Min. ziehen lassen. jedesmal frisch
zubereiten und nicht mehr als 1/2 l pro Tag trinken, sonst wird die Milch
übelriechend.
- Punkt in der Mitte des Schulterblattes beidseits kräftig massieren.
Brustentzündung
- Kind häufig anlegen; Kind in «Football-Position» (Kindsbeine gegen die Achsel der
Mutter) anlegen.
- Brustwarzen mit kaltem Wasser reinigen, nach dem Stillen mit einigen Tropfen
Zitronenwasser abtupfen
- Genügend trinken - Brusttee, Ringelblumentee
- Wickel: mit Quark, Lehm, Essigwasser. Warme Kompressen mit Malventee oder
Ringelblumentinktur (1 Teel. pro Tasse).
- vor dem Stillen etwas Warmes, nach dem Stillen etwas Kaltes auflegen.
Brustwarzenentzündung
- Legen Sie feuchte Schwarzteebeutel auf die Brustwarzen auf.
Wechseljahre
(Lesen Sie auch dies!)
- Traubensilberkerze (Wurzelextrakt - Cimicifuga racemosa; z.B. Remifemin® 2-3 x 40
Tropfen oder 4 Tabl.) v.a. gegen vegetative Beschwerden (50% verschwinden völlig, 30-40%
besser) und psychische Störungen. Eignet sich aber nicht zur Osteoporose-Prophylaxe.
- zu Beginn der Wechseljahre, wenn Symptome ähnlich wie bei PMS:
Mönchspfeffer (siehe hier)
- Nachtkerzenöl-Kapseln
- Teemischung: 20 Teile Frauenmänteli, 15 Teile Johanniskraut, 10Teile Zitronenmelisse,
15 Teile Schafgarben, 15 Teile Rosmarin, 15 Teile Salbei
Wallungen
- Salbei alleine: bis dreimal täglich 40 Tropfen einer Salbeitinktur.
- Teemischung: je 1/4 Frauenmänteli, Salbei, Zinnkraut und Mistel: 1 Essl. auf 1/4 l
Wasser aufkochen, morgens nüchtern 1 Tasse trinken
- Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer (siehe gleich oben).
trockene Scheide
- viel eigenen Speichel benützen!
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 04.04.2010
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