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Prophylaxe
- Wenn immer möglich sollte keine Verpflegung bei Strassenhändlern gekauft
werden.
- Man sollte sich im Restaurant ausschliesslich an ortsübliche Speisen halten. Gerade
wenn aus Zurückhaltung vor dem Neuen auf Vertrautes aus dem eigenen Land zurückgegriffen
wird, können damit Risiken verbunden sein, da die technologischen oder klimatischen
Begebenheiten eine korrekte Herstellung nicht gewährleisten.
- Auf den Genuss roher Lebensmittel tierischer Herkunft (Milch, Rahm, Eier, Fleisch,
Meerestiere) muss verzichtet werden - eine Regel, die mit wenigen Ausnahmen übrigens auch
in Ländern mit hohem Hygienestandard gilt.
- Flüchtig erhitztes Fleisch und insbesondere Geflügelfleisch und -leber vermeiden.
- Gekochte und heiss servierte Speisen sind in hohem Masse sicher.
- Früchte, die sich schälen lassen und frischgepresste saure Fruchtsäfte können ohne
weiteres genossen werden.
- Auf leicht verderbliche Zubereitungen (Mayonnaise, kalte Saucen, Speiseeis,
Schlagrahm,
Cremen, Patisseriewaren mit cremehaltigen Füllungen) soll verzichtet werden.
- Auf Eis in Getränken ist konsequent zu verzichten. Bedenkenlos getrunken werden können
Markengetränke, Mineralwasser in Originalflaschen und alle heiss angerichteten Getränke
wie Tee und Kaffee. Leitungswasser oder Wasser aus Flüssen oder Seen (Reisen in
unerschlossenen Gebiete) ist abzukochen. Falls keine Kochgelegenheit besteht, ist eine
chemische Entkeimung vorzunehmen oder ein geprüftes Filtrationsgerät einzusetzen.
- Auf Frisch- und Weichkäse sowie kalte Fleischwaren verzichten.
- Falls eine Speise vom Geruch her oder geschmacklich einen zweifelhaften Eindruck macht, so
ist sie grundsätzlich nicht zu verzehren.
- Prophylaktisch kann auch ab 5 Tage vor Reisebeginn und während des gesamten
Aufenthalts Bierhefe (Saccharomyces boulardii), z.B. als Perenterol 250®, 1 Kapsel
morgens und eine abends, täglich eingenommen werden.
Therapie
Diät
12 Stunden Tee oder Colagetränk -nicht light!- halb mit Wasser
verdünnt und mit Salzstangen
oder Saft einer Orange in 1 Liter Wasser mit halbem Teelöffel Salz und 8-10 Teelöffel
Zucker (ev. + halber TL Backpulver)
oder 1 Beutel Elotrans® in 2 dl abgekochtes Wasser (Mineralwasser) und davon bis 4 Liter
pro Tag. Nach 12 Std. dazu noch Reisschleim und durch Mixer und Tuch passierte
Rüebli-Suppe. Salzen und Würzen nach Belieben. Wenn der Durchfall während 12 Std.
aufgehört hat, Reis durch Hafer ersetzen (Reis bremst, Hafer zieht).
Antibiotikum?!
Falls
- OHNE FIEBER
- OHNE BLUT
- OHNE BAUCHWEH
muss man in ERSTEN DREI TAGEN kein Antibiotikum nehmen.
Eventuell Loperamid (Imodium) nach jedem dünnen Stuhl, aber nie länger als
zwei Tage lang.
LÄNGERDAUERND ALS DREI TAGE + WÄSSRIG:
Antibiotikum ohne Stuhluntersuch!
In Asien: Azithromycin (da v.a. Campylobacter), also z.B. Zithromax -
3 Tage je 500mg.
Ausserhalb Asien: Ciprofloxacin - 5 Tage je 2 x 500mg
Dies auch, falls Fieber dazukommt und der Stuhl stark stinkt und ev.
auch noch blutig ist - und kein Arzt erreichbar ist: das jeweilige Antibiotikum.
Dies nicht bei Kindern, da hier Fieber und Durchfall auch eine Malaria
mit Durchfall sein kann!
7-10 TAGE LANG IMMER NOCH (3 - 5 x täglich) DURCHFALL:
Jetzt zum Arzt zur genauen Stuhl- und Blutuntersuchung!
Dies immer auch bei Durchfall und Fieber, blutige Durchfälle und Durchfall
mit Bauchweh!
nachher
Nach einer Darmentzündung mit Durchfall sollte auf jeden Fall mindestens eine Woche
lang auf lactosehaltige Nahrungsmittel (v.a. Milch) verzichtet werden. Die Schädigung der
Dünndarmzotten durch die Infektion verhindert die Aufnahme der Lactose, die dann in den
Dickdarm gelangen würde und dort wiederum zu weiterem Durchfall und Blähungen führt!

Copyright© by Dr. med. Thomas
Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 23.06.2011
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