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  • Nackenschmerzen

    Nackenschmerzen

    Der Nacken leistet im Alltag besonders viel. Er trägt unseren Kopf, also vier bis sechs Kilogramm. Er stabilisiert ihn und ermöglicht seine Bewegungen. Der Nacken hält uns im wörtlichen Sinn. Dabei gerät er schnell unter Druck.

    Viele Menschen in Europa haben Nackenprobleme. In einer grossen Bevölkerungsbefragung gaben rund 45 Prozent der Erwachsenen an, in den vergangenen zwölf Monaten Nackenschmerzen gehabt zu haben. Weltweit gehören sie zu den häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

    Nackenschmerzen lassen einen meist nicht laut aufschreien. Sie fühlen sich eher dumpf und lästig an, nach Verspannung und Druck. Zwischen Kopf und Schulterblättern zieht und zwickt es, manchmal knirscht es sogar. Die Beschwerden strahlen oft in Kopf und Schultern aus. Schnell entsteht dann das Gefühl: Hier ist etwas defekt. Irgendetwas ist eingeklemmt, verrutscht oder verschoben. Ein Gelenk blockiert, vielleicht sogar eine Bandscheibe beschädigt?

    Die gute Nachricht: Das ist nur selten der Fall. Bei den meisten Nackenschmerzen findet sich keine klar zuzuordnende strukturelle Ursache. Kein Bandscheibenvorfall, kein Bruch, keine offensichtlichen Nervenschäden. Nichts, was man reparieren müsste. Fachleute sprechen dann von unspezifischen Nackenschmerzen.

    Die Vorstellung, etwas sei verrutscht und müsse wieder eingerenkt werden, ist ein Irrtum. In der Regel verrutscht nichts. Und man kann auch nichts wieder an die richtige Stelle rücken.

    Wo tut’s weh?

    „Unspezifisch“ bedeutet nicht belanglos oder eingebildet. Der Schmerz ist echt. Doch was schmerzt, wenn nichts beschädigt ist?

    Eine einzelne Ursache gibt es selten. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen – körperliche und psychische, die sich gegenseitig verstärken. Der Nacken ist kein einzelner Muskel, kein einzelner Knochen, sondern ein komplexes System. Es umfasst die Halswirbelsäule und zahlreiche Muskeln, die Kopf, Schultern und Schulterblätter verbinden. Einige stabilisieren den Kopf, andere bewegen ihn, wieder andere halten die Schultern in Position.

    Dieses Zusammenspiel gerät oft ins Stocken, weil die Nackenmuskeln stundenlang nur halten müssen – etwa den Kopf vor dem Bildschirm. Sie bewegen sich kaum, bekommen weder Abwechslung noch Pausen. Normalerweise wechseln sich Muskelfasern bei der Arbeit ab. Wenn aber einige Bereiche mehr leisten und andere weniger, kostet das Kraft und führt zu Ermüdung. Irgendwann tut es weh.

    Psychischer Druck schlägt oft auf den Nacken. Gerät der Körper durch Stress in Alarmbereitschaft, spannen wir die Muskeln im Schulter-Nacken-Bereich stärker an. Häufig ziehen wir dabei die Schultern hoch. Warum Nackenschmerzen im modernen Alltag so verbreitet sind, liegt auf der Hand: viel Bildschirmarbeit, wenig Bewegung, viel innere Anspannung.

    Verspannung – was bedeutet das eigentlich?

    Kaum jemand klagt über Nackenschmerzen, ohne das Wort „Verspannung“ zu nennen. Es klingt nach einer klaren Diagnose: Ein Muskel ist zu hart und muss nur kräftig genug gelockert werden. Doch so eindeutig ist das oft nicht. Manchmal ist ein Muskel tatsächlich angespannt. Manchmal fühlt er sich steinhart an, obwohl Physiotherapeuten oder Ärzte diese Härte nicht bestätigen können.

    Studien zeigen: Schmerz, empfundene Spannung und tatsächliche Muskelaktivität hängen weniger eng zusammen, als man denkt. Ein Muskel kann sich hart anfühlen, ohne messbar stärker angespannt zu sein – oder umgekehrt. Häufig entsteht das Gefühl von Verspannung, weil der Muskel den Anforderungen nicht gewachsen ist.

    Was viele als Verspannung bezeichnen, ist oft das Ergebnis von Überlastung und mangelnder Belastbarkeit. Ein Muskel arbeitet zu viel oder dauerhaft, ohne ausreichend Erholung. Selbst am Schreibtisch leistet der Nacken Haltearbeit. Wer acht Stunden vor dem Computer sitzt und sich kaum bewegt, braucht eine belastbare Haltemuskulatur. Fehlt Bewegung, muss man die Belastung anpassen. Das sind die beiden Stellschrauben, an denen man drehen kann.

    Irrtum 1: Den Nacken schonen

    Wenn der Nacken schmerzt, will man sich oft weniger bewegen. Viele schonen ihn, meiden Belastung und hoffen, dass die Beschwerden von selbst verschwinden. Doch das Gegenteil hilft: Bleiben Sie in Bewegung.

    Man darf und soll sich auch mit Schmerzen bewegen – solange es bei dem typischen dumpf-drückenden, eher muskulären Schmerz bleibt und keine neurologischen Symptome auftreten. Treten Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust im Arm oder im oberen Rücken auf, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

    Die Logik dahinter ist einfach: Wer sich schont, fordert die Muskulatur kaum. Unbenutzte Muskeln verlieren Kraft und Ausdauer. Bewegungen strengen dann schneller an. Auch die Bewegungssteuerung wird unsicherer, das Nervensystem reagiert empfindlicher auf Belastung. Schmerz entsteht leichter.

    Wer bestimmte Bewegungen meidet, wird oft vorsichtiger und achtet stärker auf den Schmerz. So entsteht ein Teufelskreis: Weniger Bewegung steigert die Empfindlichkeit und das Schmerzempfinden – und führt zu noch weniger Bewegung. So bleiben Beschwerden eher bestehen und können chronisch werden.

    Irrtum 2: Massagen reichen

    Ein weiterer Irrtum: Jemand anders könne das Problem lösen – der Physiotherapeut, die Orthopädin, der Masseur. Doch niemand kann Nackenschmerzen dauerhaft wegzaubern. Massagen allein helfen nicht.

    Natürlich können Massage oder Wärme entlasten und guttun. Sie lockern die Muskulatur und fördern die Durchblutung. Das fühlt sich kurzfristig angenehm an – aber eben nur kurzfristig.

    Eine Massage dauert vielleicht dreissig Minuten. Geht der Alltag danach unverändert weiter, kehrt die Spannung meist zurück.

    Bei akuten Beschwerden sollte man auf passive Massnahmen wie Massagen verzichten. Bei chronischen Schmerzen können sie ergänzen, aber nicht die Hauptstrategie sein.

    Die eigentliche Arbeit muss jeder selbst leisten. Entspannung entsteht meist, wenn man den Nacken sinnvoll benutzt. Statt die Muskeln von aussen zu kneten, sollte man sie gezielt trainieren.

    Welches Training hilft?

    Krafttraining ist besonders wirksam – vor allem, wenn Schultern und Schulterblätter im Alltag nach vorn sacken. Dann lohnt es sich, gezielt die Muskeln zu stärken, die diese Haltung korrigieren: Schulterblattmuskeln, Rückenstrecker und den Oberkörper insgesamt. Konkret bedeutet das: Übungen am Latzug, Rudergerät und Rückenstrecker. Auch die Aussenrotation der Schultern spielt eine wichtige Rolle, etwa mit einem Theraband oder am Kabelzug im Fitnessstudio. Studien belegen, dass gezielte Kräftigungsübungen chronische Nackenschmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern können.

    Entscheidend ist jedoch weniger die perfekte Trainingsform als Bewegung an sich. Ob Krafttraining, Joggen, Yoga oder Pilates: Am besten wirkt die Aktivität, die man regelmässig und mit Freude ausübt. Oft geht es weniger darum, das ideale Programm zu finden, als überhaupt in Bewegung zu kommen.

    Bewegung wirkt auf mehreren Ebenen. Schon während der Belastung steigt die Durchblutung der beanspruchten Muskeln deutlich. Sie erhalten mehr Sauerstoff und Nährstoffe. Langfristig passt sich das Gefässsystem an: Die Muskulatur wird besser durchblutet und reagiert weniger empfindlich auf Belastung.

    Auch das Nervensystem profitiert. Bewegung aktiviert die körpereigene Schmerzhemmung. Dabei schüttet der Körper Endorphine aus, und das Gehirn dämpft Schmerzsignale stärker. Die Folge: Die Schmerzschwelle steigt, und Reize werden weniger intensiv als Schmerz wahrgenommen.

    Die kleinen Dinge im Alltag

    Ein Trost für alle, die keine Zeit fürs Fitnessstudio finden: Schon kleine Bewegungen im Alltag helfen. Denn Sport allein kann stundenlanges Sitzen nicht wettmachen. Oft genügen winzige, unscheinbare Aktionen, um dem Nacken Gutes zu tun. Sie erinnern den Körper daran, dass er für Bewegung geschaffen ist.

    Das beginnt direkt nach dem Aufwachen. Meist spürt man den Drang, sich zu strecken und in Schwung zu kommen – und genau das sollte man tun. Schultern kreisen, sich recken, den Nacken sanft mobilisieren. Wer mit dumpfen, ziehenden Nackenschmerzen aufwacht, vielleicht durch ungünstige Schlafpositionen, tastet sich am besten mit vorsichtigen Bewegungen heran. In schweren Fällen können Schmerzmittel kurzfristig helfen, um wieder in Bewegung zu kommen und Schonhaltungen zu vermeiden.

    Für viele führt der Weg danach an den Schreibtisch – und dort beginnen die eigentlichen Probleme. Der Nacken trägt hier eine enorme Last. Neigen wir den Kopf um 45 Grad nach vorn, müssen die Muskeln der Halswirbelsäule durch die Hebelwirkung etwa 20 Kilogramm ausgleichen.

    (Foto: SZ-Grafik: Michael Mainka: Quelle: Dr. Ken Hansrai)

    Wer den ganzen Tag am Laptop sitzt und zusätzlich viel aufs Smartphone schaut, braucht deshalb vor allem eines: Unterbrechungen. Nicht die perfekte Haltung. Nicht den einen Stuhl, der alles richtet. Sondern Wechsel.

    Jede Stunde mindestens 5 Minuten Rumgehen, Stehen (und: auch nicht immer stehen!), Bewegung, Übung im Stehen (hier!)…

    Die beste Position ist die nächste. Man darf also auch mal lümmeln, dann wieder aufrechter sitzen, ein wenig nach rechts, ein wenig nach links, vielleicht zwischendurch im Stehen arbeiten. Der Körper ist grundsätzlich für jede Haltung gemacht, die er aktiv einnehmen kann. Problematisch wird es, wenn man neun Stunden in derselben Position verharrt.

    Ich empfehle Gegenbewegungen

    Wer am Rechner das Kinn vorschiebt, sollte es zwischendurch bewusst zurückziehen – also gezielt ein Doppelkinn machen.

    Dazu helfen einfache Übungen: die Schultern kreisen, nach vorn und nach hinten. Die Schultern bewusst hochziehen und dann fallen lassen, um wieder zu spüren, wie entspannte Schultern sich anfühlen. Oder mit den Händen den Nacken greifen und ihn sanft in die Länge ziehen, damit sich die kurze Nackenmuskulatur unter dem Kopf entspannt. Simpel, aber erstaunlich wirksam.

    Wer Armlehnen am Schreibtischstuhl hat, kann sich darauf abstützen und den Körper leicht nach oben drücken, sodass die Schulterspitzen Richtung seitliche Hosentaschen wandern. Man kann auch kreativ werden, den Stuhl umdrehen und sich vorne gegen die Lehne lehnen.

    Wer eine Klimmzugstange besitzt oder sich irgendwo kurz aushängen kann, lässt die Arme lang, hängt und stellt sich vor, die Schulterblätter wollten in die Hosentaschen gleiten.

    Und ansonsten hilft auch immer mal wieder: sich einfach richtig ausschütteln.

    Es empfiehlt sich, solche Übungen an etwas zu koppeln, das ohnehin ständig passiert: Das Telefon klingelt, der Hund bellt, eine Nachricht ploppt auf. Und jedes Mal zieht man einmal das Kinn ein, kreist dreimal die Schultern und macht dann weiter. Das klingt banal, kann aber gerade deshalb funktionieren. Denn man muss nicht erst eine Matte ausrollen oder eine App starten, sondern baut Bewegung dort ein, wo der Alltag stattfindet.

    Meist hilft also nicht der eine grosse Handgriff, sondern eine Reihe kleiner Dinge. Der Nacken trägt viel, solange man ihn nicht in immer die gleiche Starre zwingt.

    Und was noch?

    Hat man einen Rundrücken mit Nackenschmerzen (auch hier ist der Kopf meist nach vorne geneigt) benötigt es auch noch eine Haltungsveränderung >>> dazu weiterlesen >>>

    Optimale Haltung an einem Stehpult >>>

    Quellen:
    „Alles auf meinen Nacken“ von  Nora Burgard-Arp, Die Zeit, 30. April 2026

    Foto von GMB Fitness auf Unsplash

    Letzte Aktualisierung von Dr. med. Thomas Walser:
    13. Juni 2026

  • Kann man optimal sitzen?

    Kann man optimal sitzen?

    Stühle waren bis vor hundert Jahren kein Möbel für jedermann. In der Bibel, bei Homer oder Shakespeare tauchen sie kaum auf, bei Dickens hingegen schon. Mit der Industrialisierung sass schliesslich auch das einfache Volk, nicht mehr nur die Elite. Die Arbeit verlagerte sich zunehmend vom Stehen ins Sitzen – und machte Stühle unverzichtbar.

    Und heute? Wir sitzen fast ständig. Selbst beim Lesen, Fernsehen oder Gaming.

    Laut der British Heart Foundation verbringen wir etwa 9,5 Stunden täglich im Sitzen. Das heisst, moderne Menschen sind rund 75 Prozent ihrer Zeit inaktiv. Diese Untätigkeit bringt Probleme mit sich, die bis zu tödlichen Krankheiten führen können. Herz-Kreislauf-Leiden und sogar Krebs hängen mit zu langem Sitzen zusammen. Je länger jemand ohne Unterbrechung sitzt, desto schlechter reagiert der Körper auf Insulin. Nach einer Glukoseaufnahme steigt der Blutzucker stärker an. Auch die gesamte Sitzdauer eines Tages beeinflusst den Zuckerstoffwechsel: Je mehr Stunden, desto höher das Risiko für Diabetes.

    Zwar schnitten körperlich aktive Versuchspersonen besser ab als Bewegungsmuffel, doch weder Sport noch ein gesundes Körpergewicht konnten die schädlichen Folgen des Dauersitzens vollständig ausgleichen.

    Eine Studie von 2012, die die Folgen von Inaktivität untersuchte, zeigte: Wer täglich zehn Stunden sass, hatte kürzere Telomere – ein Zeichen für beschleunigtes Altern. Diese Sitzgewohnheiten ließen die Betroffenen biologisch um etwa acht Jahre altern.

    Soviel mal zu „optimalem Sitzen“…

    Was ist eine ökonomische Sitzhaltung?

    Und wenn wir nun gegen alle guten Menschenverstand gezwungen sind, trotzdem länger zu sitzen, tut man dies am besten in einer „ökonomischen“ Haltung. Dies will ich hier darlegen:

    Die Füsse sollen flach am Boden aufliegen (eher etwas auseinander und parallel >>> Knie fallen dadurch etwas nach innen >>> Sitzbeine gehen auseinander >>> Beckenboden wird dabei passiv gespannt). Man gibt  das Gewicht der Beine ganz dem Boden ab. Dies wird etwas besser erreicht, falls die Füsse ein wenig vor den Knien auf dem Boden aufliegen. Dadurch wird das Becken für die folgende Bewegung freier.

    Man versucht nun das Becken nach vorne zu kippen und kommt dabei VOR die Sitzbeinhöcker zu sitzen. Das Becken kann man sich als Schüssel mit flachem Boden vorstellen, die nun das ganze Oberkörpergewicht aufnehmen kann.
    Ich setze meinen Oberkörper so auf den Stuhl als würde ich eine Einkaufstüte hinstellen und der ganze heterogene Inhalt mit seinem Gewicht stabilisiert sich nun, so dass ich mein oberflächliches Gewebe entspannen kann: Die Bauchwand ist locker, das Gesäss entspannt. Der Schultergürtel liegt wie ein leichtes Joch oben auf. Meine Arme hängen locker am Schultergürtel und mein Kopf balanciert wie eine Boje auf der Mittelachse durch die Ohren. Ich versuche dabei mein Kinn wie eine Schublade etwas nach hinten zu schieben (und nicht den Kopf in den Nacken zu kippen). Ich lasse nun das Gewicht meines Oberkörpers noch etwas mehr in meine Beckenschale fallen.

    Diese Haltung vor den Sitzbeinhöcker schafft einen flachen Beckenboden, bei dem man sogar seitlich auf den beiden Schambeinästen (wie auf Schlittenkufen) und vorne auf die Schambeinfuge (Symphyse) zu sitzen kommt. Das Hohlkreuz ist beim Sitzen also nur nützlich.
    Diese Vorkippung des Beckens wird natürlich durch eine Lordosenunterstützung der Stuhllehne unterstützt. Dazu muss man natürlich auf dem Stuhl ganz nach hinten gegen die Lehne rutschen. In vielen Autositzen ist diese Ausbuchtung auf Höhe unserer Lendenwirbelsäule schon eingebaut. Falls nicht, kann man sich ein kleines Kissen ins Kreuz schieben. Zudem gut beim Autositz ist eine möglichst senkrechtes Einstellen der Rückenlehne.

    In dieser Sitzhaltung erreichen Sie eine nach vorn konvexe Mittellinie. In dieser Stellung wird der Rumpf durch sein Gewicht und die Faszienspannung stabilisiert und benötigt keinerlei Muskelkraft, was eine schöne und entspannte Aufrichtung des Oberkörpers ergibt.
    Die nach hinten konvexe Mittellinie des Rumpfes (beim Sitzen hinter den Sitzbeinhöckern) erfordert dagegen dauernde aktive und energieaufwendige Spannung der gesamten Rückenmuskulatur, sonst würde der Oberkörper sofort kollabieren, da die weiche konkave Vorderseite des Rumpfes der Druckspannung nichts entgegenzusetzen hat.
    Lesen Sie hier mehr zu dieser „Tiefenaktivierung„. Man kann sich den  Oberkörper auch als „wassergefüllten Ballon“ vorstellen, der so hingestellt sehr stabil „von alleine“ dasteht.

    Nie in monotoner Stellung lange sitzen

    Beim Sitzen ist es optimal, falls man häufig die Haltung wechselt und etwas Dynamisches daraus macht. Man kann sich als Beispiel auch mal verkehrt herum auf einen Stuhl setzen und sich dabei mit seinem Brustbein gegen die Lehne stützen. Dazu ist es sinnvoll, falls die Lehne es unten zulässt, dass man die Beine neben einem schmalen Lehnenstiel parallel nach vorne streckt.

    Jede Stunde mindestens 5 Minuten Rumgehen, Stehen (und: auch nicht immer stehen!), Sich Ausschütteln, Bewegung, Übung im Stehen:

    Auch ein Stehpult kann bereits Wunder wirken (über das ökonomische Stehen am Stehpult habe ich hier etwas geschrieben).

    sitzenCopyright© Bild: Dr.med.Hans Flury, Die neue Leichtigkeit des Körpers, dtv ratgeber

    Das linke Bild zeigt die beschriebene ökonomische Sitzhaltung. Sie können diese Haltung betonen und spürbarer machen, indem Sie, wie rechts gezeigt, das Becken durch Entspannen der Bauchmuskeln nach vorn kippen. Lassen Sie Ihr Gewicht den Beckenboden zwischen Sitzbeinen und Stuhlfläche „schmelzen“. Er wird weich und entspannt. Das Gewicht des Rumpfes schiebt das Becken leicht zurück. Verstärken Sie diese Rückwärtsbewegung, indem Sie mit dem vorderen Fuss gegen den Boden drücken. Brustbein und Kopf bleiben stets senkrecht. Die Bauchwand und das Gesäss sind völlig entspannt.

    Diese Technik kann auch den Übergang zu einem ökonomischen Aufstehen erleichtern. Ihr Oberkörpergewicht treibt Sie an. Platzieren Sie die Füsse möglichst weit unter sich. Beugen Sie sich im Hüftgelenk vor, bis Sie Ihr Gewicht vollständig über den Füssen spüren. Das Brustbein bleibt senkrecht, der Kopf sitzt locker und kippt nicht nach vorn. Stossen Sie sich schliesslich sanft vom Boden ab, wie ein Sprinter aus den Startblöcken. Es soll sich geschmeidig und katzenartig anfühlen.

    Weiterlesen über Nackenschmerzen >>>

    Letzte Aktualisierung von Dr. med. Thomas Walser:
    31. Mai 2026