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Warme oder kalte Wickel? Wickel mit flüssigen Wirksubstanzen (z.B. Tees, Essig, Tinkturen) Sie brauchen drei Tücher: ein äusseres Wolltuch, ein mittleres Leinen- oder Frottiertuch und ein inneres Baumwolltuch. Vorgehen: Das Leinentuch ausgebreitet auf das Wolltuch legen. Das Innentuch mit der Wirksubstanz tränken, auswringen, auf die anderen beiden Tücher legen. Nun den Wickel satt anliegend an der gewünschten Körperstelle anbringen. Bei heisser Wirksubstanz: Legen Sie ein Frottiertuch so über eine Schüssel, dass es an zwei Seiten über die Schüssel hängt. Legen Sie das zusammengefaltete Innentuch in die Mitte des Frottiertuches, giessen Sie die Wirksubstanz über das Tuch in die Schüssel. Fassen Sie die beiden trockenen Enden des Frottiertuches und wringen alle Tücher zusammen so stark wie möglich aus.
Schwarztee-Umschlag (lindert entzündliche Hautveränderungen) Einen Beutel Schwarztee mit 125 ml heissem, nicht mehr kochendem Wasser (80 Grad C) übergiessen und länger als 2 min (bis zu 30 min) ziehen lassen. Tee absieben bzw. Beutel entfernen und abkühlen lassen, anschliessend in den Kühlschrank stellen. Zwei- bis dreimal täglich kalte, feuchte Teebeutel bzw. ein in Tee getränktes Baumwolltuch auf die Läsion auflegen bzw. diese umwickeln (nicht tropfnass). Fünf bis fünfzehn Minuten einwirken lassen.
Wickel mit breiigen Wirkstoffen (z.B. Lehm, Quark) Tragen Sie die Masse auf Baumwollstoff oder Leinen ungefähr fingerdick auf und bedecken Sie das Ganze mit dünner Gaze. Legen Sie den so vorbereiteten Stoff mit der Gazeseite auf die zu behandelnde Stelle auf. Befestigen Sie den Wickel anschliessend satt anliegend mit elastischem Netzverband oder Binde.
Geschwellte Kartoffeln Sie dienen als feuchte Wärmespeicher. Legen Sie die geschwellten Kartoffeln zwischen Küchenpapier und schlagen Sie diese in ein Tuch ein, drücken Sie das Ganze etwas flach und legen Sie den Wickel auf die schmerzhafte Stelle auf. Vorsicht: Dieser Wickel kann sehr heiss sein - Achtung vor Verbrennungen!
Weizenpackung je nach Ausmass der Schmerzstellen 1/2-1 kg Weizenkörner in 2-3 l Wasser ca. 20 Min. kochen. Die Körner heiss in ein Frottiertuch einschlagen. Legen Sie sich mit der schmerzhaften Stelle darauf. So können Sie 2-3 Stunden liegen bleiben. Dieselben Körner können mehrmals verwendet werden!
Zwiebelwickel Rohe Zwiebeln in Ringe oder klein schneiden und in Gaze einschlagen. Für warme Wickel wird das Päckchen zwischen zwei Pfannendeckel gelegt, die auf einer Pfanne mit kochendem Wasser liegen.
Heublumenwickel Erhitzen Sie einen Heublumensack im Dampf (z.B. auf Spaghettisieb), legen Sie ihn auf und befestigen Sie den Wickel mit einem warmen Tuch. Der Heublumensack kann etwa 3 - 4mal verwendet werden. Bei einem Wickel mit Heublumenextrakt oder -absud gehen Sie wie in «Wickel mit flüssigen Wirksubstanzen» beschrieben vor.
Quarkwickel Verwenden Sie Quark möglichst ohne Bindemittel. Legen Sie den Wickel wie in «Wickel mit breiigen Wirkstoffen» beschrieben an.
Leinsamenwickel Kochen Sie die Leinsamen in Wasser (1 kleine Tasse auf 1 l Wasser, ca. 20 Min.) bis sich deutlich Schleim bildet. Geben Sie 1 Essl. davon auf Gaze, Taschentuch oder dünnen Stoff und machen Sie damit kleine Päckchen. Legen Sie eines nach dem andern auf die zu behandelnde Stelle auf. Halten Sie die restlichen Päckchen auf einem Pfannendeckel warm. welcher verkehrt auf einer Pfanne mit heissem Wasser liegt.
Kohlwickel Am besten eignet sich der Wirz (gekrauste Blätter). Nehmen Sie ein kräftiges, grünes, gewaschenes Blatt, schneiden Sie Mittelrippe und ev. weiter vorstehende Blattrippen weg. Quetschen Sie das Blatt durch Darüberrollen mit einer Flasche, damit die Blattrippen aufbrechen und der Saft austreten kann. Nun legen Sie das Blatt direkt auf die Haut (bei grossen Stellen mehrere Blätter dachziegelartig übereinanderlegen). Legen Sie ein Tuch darum (kein Plastik!) und befestigen Sie das Ganze mit elastischem Netzverband oder Binde. Der Wickel kann 1-12 Std. belassen werden, also auch über Nacht. Bei Gelenkschmerzen kann die Wirkung verbessert werden, wenn Sie die Stelle nach Abnehmen des Wickels mit Olivenöl einreiben.
Priessnitzwickel (Kaltwasserwickel) Das Innentuch wird mit hahnenkaltem Wasser getränkt und ausgewunden. Legen Sie das
Tuch so um den Bauch, dass seine Enden vorne genügend überlappen. Darüber kommt ein
Wolltuch, welches das Innentuch ganz überdecken soll. An das feuchte Tuch soll keine
direkte Luft kommen! Beide Tücher müssen satt aufliegen. Dieser Wickel soll nur auf
warme Körperstellen gebracht werden. Wenn sich nicht prompt eine aktive Erwärmung
einstellt, legen Sie eine warme Bettflasche auf den Wickel.
Lehm oder Heilerde für äusserliche Anwendung Diese gibt es als Pulver zum Selbstanrühren oder gebrauchsfertig aus der Tube. Legen Sie den Wickel wie in «Wickel mit breiigen Wirkstoffen» beschrieben an.
Physiologiscbe Kochsalzlösung 9 g Kochsalz in 1 l Wasser oder 1 gestrichenen Teelöffel in 1/2 l Wasser aufkochen.
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
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