Schwere Vergiftungen durch Pflanzen sind bei kleinen Kindern heute sehr selten. Meist stecken sie einige Samen oder Beeren in den Mund, häufig spucken sie diese wieder aus, selten essen die Kinder wirklich grössere Mengen giftiger Pflanzen.

 

Aufpassen sollte man vor allem bei Vergiftungen von blauem Eisenhut (alle Pflanzenteile) und Tollkirschen (schwarze Beeren). Hier sind schwere Vergiftungsfälle dokumentiert. Auch alle Pflanzenteile des Goldregens können eine erhebliche Gefährdung bedeuten. Rohe Bohnen erzeugen je nach Menge krampfartige Bauchschmerzen und Erbrechen. Eine geringe Gefährdung zeigt der Fingerhut (da Kinder meist nur geringe Mengen einnehmen), die roten Früchte der Eberesche (Vogelbeerbaum), Kartoffeln (Beeren, Keime und grüne Kartoffeln), Eibe (schwarzer Samen im roten Samenmantel), Samen des Holunder mit roten Beeren und rohe Beeren des schwarzen Holunders, rot-orange Beeren des Feuerdorns, schwarze Beeren des Liguster, Beeren des Schneeballs oder der Stechpalme, Kirschlorbeer, Maiglöckchen, Schneebeere, Oleander, Spargel, wilder Wein oder der Zwergmispel (Cotoneaster).

 

Haben Kinder giftige Pflanzenteile eingenommen, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Tox-Zentrum Zürich 145 oder (aus dem Ausland) +41 044 251 51 51 - www.toxi.ch 

 

Als Notfalltherapie der Wahl gilt heute Kohle (in der Apotheke als Aktivkohle erhältlich). Sie bindet fast alle Gifte im Magen und Darm (ausser Eisen und andere Metallionen, Glykole, Alkohol, aliphatische Kohlenwasserstoffe und ätzende Stoffe). Wichtig ist eine ausreichende Dosis: Kinder 1-2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Erwachsene 50-100g (mit 3 Teilen lauwarmem Wasser verdünnt).

Magenspülungen oder Erbrechen auslösen sind nur in ersten 5-10 Minuten erfolgreich und sind heute auch wegen div. Komplikationen eher verpönt.

Viel trinken ist immer gut (jedoch keine Milch und keine kohlesäurenhaltigen Getränke).

 

 

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Last updated 23.03.2010


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