Ursache

Der "Tennisarm" oder genauer "Tennisellbogen"  (gescheit: Epicondylitis humeri radialis oder laterale) wird verursacht durch eine Überlastung und daraus folgenden schmerzhaften Entzündung des Sehnen-Knochenhaut-Ansatzes der Hand- und Fingerstreckmuskeln am Ellbogen. Heute verursachen in etwa der Hälfte der Fälle sportliche Aktivitäten und eine falsche Spieltechnik beim Tennisspielen diese Krankheit. Jedoch kann es auch von monotonen Bewegungen bei der Computerarbeit oder sonstigen Hand-Tätigkeiten herkommen. 
Andere Schmerzzustände müssen vorerst genau ausgeschlossen werden: 
- Der Tennisellbogen kann auch durch ausstrahlende Schmerzen aus sog. Triggerpunkten in umliegenden Muskeln entstehen. Dabei wäre v.a. der M. Supinator, der m. brachioradialis, der triceps und der serratus post. sup. abzuklären und zu therapieren (mittels manueller Triggerpunkttherapie).
- andere Ansatzbeschwerden (Werfer- oder Golfer-Ellbogen)
- muskuläre Verspannungen in der Schulter oder im Nacken, die bis zum Ellbogen ausstrahlen
- Nervendruckbeschwerden des Armes (Supinator-Tunnel-Syndrom)
- Schmerzen aus dem Gelenk.

 

 

Therapie

Therapeutisch steht im Vordergrund, die monotone Armbewegung zu verändern (beim Tennisspielen: Vergrösserung des Schlägelgriffs, Reduktion der Bespannungshärte, weichere Bälle, Korrektur der Schlagtechnik (Stellung seitlich zum Ball); bei der Computerhaltung sollte die Stellung der Hand über dem Keyboard verändert werden (Auflage fürs Handgelenk, Tischhöhe, gewinkelte Keyboards,...)). Die manuelle Triggerpunkttherapie steht an erster Stelle (alle Kettenausstrahlungen / Satelliten-Triggerpunkte beachten und behandeln!) >>> siehe hier! 
Die äusseren Unterarmstreckmuskeln, die durch den Schmerz meist in einer Dauerverkürzung sind, können mit Stretchingübungen sehr einfühlsam wieder gelängt werden. Dies sollte auch später als Prophylaxe gegen einen weiteren Schub weitergeführt werden. Eine Tennisellbogenbandage unter dem Ellbogen getragen, kann ebenfalls zu einer Schmerzreduktion führen.
In einer 2. Therapiestufe kann auch Training der Oberarm- und Schultermuskulatur, die dann die Unterarmmuskeln entlasten und eine Sportpause helfen. Kortison-Injektionen sind nicht ganz ungefährlich. Man riskiert Gewebseinschmelzungen bis Sehnenrisse und bei guten Studien zeigt sich, dass Kortikosteroid-Injektionen zwar kurzfristig sehr wirksam sind, aber später deutlich weniger bringen als eine abwartende Haltung oder Physiotherapie. Insbesondere die hohe Anzahl Rezidive weist auf ein wesentliches Problem der Kortikosteroid-Injektionen hin: Möglicherweise treten derart viele Rezidive nach Kortikosteroid-Injektionen auf, weil Patienten viel früher wieder zu ihrer normalen Aktivität zurückkehren. Ein wichtiges Resultat dieser Studie ( Bisset L. et al: Mobilisation with movement and exercise, corticosteroid injection, or wait and see for tennis elbow: randomised trial. BMJ 2006, published online Sep 29) ist auch, dass auch bei abwartender Haltung die Beschwerden des Tennisellbogens mit der Zeit verschwinden oder sogar eher heilen als mit Kortikosteroid-Injektionen.


Erst nachdem abwartende Haltung oder Physiotherapie nach zwölf  Monaten noch keinen Erfolg gebracht haben, ist an eine Operation zu denken. Dies ist in weniger als fünf Prozent überhaupt notwendig.

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 08.11.2006


Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).