Die Hautkrankheit Rosazea wird auch Kupferfinne genannt.

 

 

Symptome

Auf bläulich-rötlichem Grund mit sog. "geplatzten" Äderchen (= Teleangiektasien. Wird auch Couperose genannt. Therapie: Laser) stehen v.a. im Zentrum des Gesichts rote Knötchen und Eiterknötchen. Man findet aber - im Gegensatz zur Akne - keine Mitesser. Nicht selten entwickeln sich auch diffuse Bindegewebs- und Talgdrüsenwucherungen und gelegentlich daraus dann ein Rhinophym (Knollennase).

 

 

Frauen sind etwas häufiger befallen als Männer. Der Beginn ist meist zwischen 30 und 40 Jahren.

 

 

Ursache

Es gibt keine bestimmten auslösenden Faktoren für die Rosazea. Viele Ursachen wurden vermutet, so erbliche Disposition, Beziehungen zu inneren Erkrankungen, insbesondere Magen- und Darmstörungen, chronische Gallenblasenstörungen oder Bluthochdruck.
Eine Vermutung bleibt im Gespräch: Nicht jeder weiss vielleicht, dass sich auf seiner Haut mikroskopisch kleine Talgwürmer ein nettes Leben machen, und das mit Fug und Recht. Schliesslich gehören die Tierchen, korrekter als Demodex-Milben bezeichnet, zur normalen Hautflora Erwachsener. Diese Milben können nun ev. "wild" werden und die Symptome der Rosazea verursachen (Unser Immunsystem erkennt sie plötzlich als Feinde und macht Abwehrvorgänge.).

Eine erhöhte Reizbarkeit (Allergie?) gegen diese Hautmilben kann auch durch eine Zahnamalgam-Belastung mitverursacht sein. V.a. die sog. periorale Dermatitis, eigentlich eine Sonderform der Rosazea v.a. bei Frauen wird oft in Zusammenhang mit dem Amalgam gebracht.

 

 

Therapie

  • Bei der Vermutung einer Demodex-Milben-Infektion gibt man dann auch einen Milbenabtötenden Gel (Crotamiton-Gel). Metronidazol wirkt hier auch unspezifisch (siehe unten).
  • Nach Triggerfaktoren suchen! Häufig können Sonnelicht, emotionaler Stress, heisse Getränke, scharfe Speisen, minimale Mengen Alkohol oder Temperaturunterschiede zum Aufblühen der Haut führen. Deshalb kann z.B. bei Sonnenbeteiligung ein konsequenter Schutz mit Sonnencremes (Faktor über 15) überaus sinnvoll sein. Deshalb kann auch eine spezielle Diät kann die Symptome der Rosazea bessern: Alkohol, heisse Getränke und alle gefässaktiven Substanzen meiden (das, was ein rotes Gesicht macht). 
  • Das Amalgam in den Zahnfüllungen langsam (d.h. als Regel nur eine Füllung pro drei Monate) entfernen.
  • Keine fetthaltigen Kosmetika (deshalb auch nicht mehr die pflanzlichen Sälbelchen), nur mit warmem Wasser Gesicht waschen
  • Meiden von Stress...
  • Medikamente absetzen, die eine Rosazea provozieren können (Aminophyllin, Diazoxid, Dipyridamol, Hydralazin, Nitroglyzerin, Papaverin, Reserpin, Theophyllin und Steroide).
  • Die Wirkungsweise des Metronidazol (eigentlich innerlich als Antibiotika gegen Amöben und andere Einzeller eingesetzt) ist noch unklar. Ev. wirkt es auch gegen die oben beschriebenen Talgmilben. 
    Die Dosis kann sehr niedrig gewählt werden: 0.75-prozentig und nur einmal täglich. Zuerst in Gelform - und nur falls zu trocken: Cremes. Benötigt man vorerst langzeitig (d.h. meist Monate).
    Meist kann man diese Salben dann immer seltener auftragen werden und benötigt sie dann meist nur noch in immer seltener wiederkehrenden Schüben. Diese Lokalbehandlung ist sicher den innerlichen Gaben von anderen Antibiotika vorzuziehen, die aber leider bei gravierenden Fällen das einzig Wirksame sind (wie übrigens auch orales Isotretinoin, jeden zweiten Tag 10mg als Standard bei der glandulär-hyperplastischen Form der Rosazea (siehe Endform Rhinophym)).

 

 

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Last updated 30.03.2010


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