|
|
"Schulmedizin"Die "Schulmedizin" plant Ihre therapeutischen Massnahmen im Sinne einer Stufenleiter. Bei umschriebenen Psoriasisformen mit relativ geringem Leidensdruck wird man vorwiegend eine Lokaltherapie ins Auge fassen. Eingesetzt werden keratolytische (Hornhaut auflösende) und antiinflammatorische (antientzündliche) Topika. Die klassische keratolytische Substanz ist Salizylsäure in Vaseline (2 - 5 %). Sie gilt als Basistherapeutikum der schuppenlösenden Behandlung. Als weiteres Keratolytikum steht Carbamid (Urea, Harnstoff) zur Verfügung. Calcipotriol (Daivonex®) und Tacalcitol (Curatoderm®) sind Vitamin-D3-Derivate, welche die überschiessende Schuppenbildung hemmen, indem sie die Proliferation der Keratinozyten hemmen und gleichzeitig die Differenzierung fördern. Lokale Steroide in Salben - oder Cremegrundlagen führen auch zu einer wirksamen Drosselung der übermässigen Schuppenbildung und wirken stark entzündungshemmend. Teerpräparate haben auch diese hemmende Wirkung, sind aber mit dem Nachteil der teilweise ausgeprägten Geruchsbelästigung und Wäscheverfärbung behaftet. Bei schweren Formen sind Systemtherapien manchmal unumgänglich. Dazu eignen sich medizinisch kontrollierte UV-Bestrahlungen (Selektive Ultraviolett-Phototherapie, SUP oder Psoralen und UVA-Bestrahlung (PUVA)), eine medikamentöse Therapie mit Retinoiden (Derivate der Vitamin-A-Säure, z.B. Acitretin (Neotigason®)) oder Immunosuppressiva (z.B. Methotrexat, Ciclosporin). Die Systemtherapie sollte in einem dermatologischen Zentrum durchgeführt werden. Soweit die "Schulmedizin", wobei auch hier Kortison innerlich wegen den viel
dramatischeren Nebenwirkungen nicht mehr angewendet werden (und auch kaum besser wirkt als
Kortison äusserlich mittels Salben!) und zudem beim Absetzen einen noch viel stärkeren
Schub provozieren kann (Rebound-Phänomen).
"sanfte" Therapien
Bier schadet der Psoriasis-Haut!Frauen, die gerne ein Bierchen trinken, schweben in erhöhter
Psoriasis-Gefahr. Wein und Hochprozentiges haben dagegen keinen Einfluss auf die
Hautkrankheit. 1991 bis 2005 nahmen mehr als 100'000 Amerikanerinnen zwischen 27
und 44 Jahren an einer prospektiven Studie teil. Im Vergleich zu
Abstinenzlerinnen betrug das multivariate relative Risiko (RR) für eine
Psoriasis 1,72, wenn die Frauen mindestens 2,3 Drinks pro Woche zu sich nahmen.
Dies betraf aber nur Biertrinkerinnen (ohne Light-Produkte). Mit einem RR von
2,29 besonders stark war die Assoziation bei Frauen mit gesicherter Psoriasis. (Abrar A. Qureshi et al., Arch Dermatol 2010)
gezielt nach Begleitkrankheiten fahndenDie Psoriasis ist eine systemische Krankheit. Es sollte gezielt nach Begleitkrankheiten gefahndet werden. An erster Stelle steht die Arthritis. Wenn sich Hautläsionen manifestieren, leiden 15% der Psoriasis-Patienten bereits an einer Psoriasis-Arthritis, und zu irgend einem Zeitpunkt entwickeln mindestens 40% Gelenkveränderungen. 9% der Crohn-Patienten leiden an Psoriasis, und in Psoriasis-Familien sind 10% an M.Crohn erkrankt, dagegen nur 3% in der Gesamtbevölkerung. Selten kann ein gemeinsames Auftreten von Psoriasis mit der Multiplen Sklerose auftreten. Es besteht eine deutliche erbliche Komponente, die offenbar vor allem Männer weiter vererben. Eine systemische Entzündung ist auch ein Risikofaktor für eine Herz-Kreislaufkrankheit, für Arteriosklerose der Koronararterien, der Hirnarterien und auch der peripheren Gefässe. Bereits mehrere Studien zeigten, dass die Psoriasis - die man heute für eine systemische Entzündung hält - das kardiovaskuläre Risiko deutlich steigert. Die Psoriasis verdoppelt fast das Risiko für eine Herzkrankheit. Begleitrisikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie, hohe Blutfette, Diabetes und Übergewicht spielen eine Rolle.
Linktipp: Vielseitige Psoriasis www.psoriasis-netz.de/
:
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
|
|