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Prophylaxe
- Bewegung! Als einfache Regel gilt auch hier 3in3:
im Minimum 3 Stunden Sport wöchentlich, verteilt auf mindestens 3mal! Nach
grossen Studien vermindert dieses bewegte Leben das Auftreten der
Prostatavergrösserung (auch der bösartigen, des Prostatakrebses!) drastisch. Dies scheint übrigens bei diversen Dingen
die beste Prophylaxe oder Therapie zu sein (so auch zur Therapie des M.Crohn
z.B.).
- Tägliches trinken von eineinhalb bis zwei Liter
Flüssigkeit (aber wenig Kaffee und Alkohol) hilft auch nachweislich zu
einer gesunden Prostata.
- Die neueste "Geheimwaffe" gegen die Prostatavergrösserung sind Tomaten, reif
und rot - Wie eine sechsjährige Harvard-Studie mit fast 50000 Männern zeigte, halbiert
sich das Prostatahypertrophierisiko, wenn sie wöchentlich etwa zehn Portionen Tomaten
konsumieren.
Die Wissenschaftler erklären den Befund damit, dass Tomaten besonders viel Lykopen
enthalten, ein Pflanzenhormon mit stark antioxydativer und zellschützender Wirkung - eine
Substanz, der die Forscher besonders bei Prostata eine heilende Wirkung unterstellen. Wie
die Studie zeigt, spielt es offenbar keine Rolle, wie die Tomaten verzehrt werden: als
Saft, Salat oder Suppe, roh oder gekocht.
- Das beste Mittel, um dem Männerleiden der Prostatavergrösserung vorzubeugen, ist aber
ein erfülltes und reiches Sexualleben, was u.a. einen entspannten Beckenboden zur Folge
hat. Der Beckenboden ist eine ca. handtellergrosse, horizontal gelegene Muskelplatte unter
unseren Beckenorganen und enthält schlingenförmig die Ringmuskeln des Afters und des
Blasenausgangs. Spannung und Entspannung, Zurückhalten und Loslassen ist demnach für
diesen Muskel immens wichtig; Verspannungen also ebenfalls ziemlich häufig. Besonders
Männern ist dieser Teil unseres Körpers ziemlich fremd - Frauen hingegen haben
spätestens in einer Schwangerschaft viel Kontakt damit. Und bei Männern liegt nun auch
die Prostata direkt auf dem Beckenboden und wird durch Spannungen desselben arg gebeutelt.
Man sollte sich mal auf seinen Beckenboden besinnen und vorerst vielleicht in sich
fühlen, ob man gerade eben -dieses hier lesend- den After-Schliessmuskel anspannt. Wenn
ja, dann sitzen Sie so, dass der Beckenboden passiv zwischen den beiden
Schambeinästen wie ein Trommelfell gespannt wird: Setzen Sie die Füsse
etwas auseinander auf den Boden, parallel zueinander (d.h. Fussspitzen
leicht gegen innen). So fallen die Knie nach innen - und so gehen die
Sitzbeine und die Schambeinäste auseinander - das Becken bekommt unten und
hinten mehr Platz, der Beckenboden wird passiv gespannt - das Becken ist
eine entspannte Schüssel mit flachem Boden. Nehmen Sie das Gesäss nach
hinten, so dass Sie vor Ihre Sitzbeinhöcker zum sitzen kommen. Man hat ein
leichtes und lockeres Hohlkreuz (ev. kleines Kissen dort hinein), das
Gewicht des ganzen Oberkörpers kann in das Becken abgegeben werden. Das
Brustbein schwebt hoch und vorne (nicht hochziehen) und die Schultern hängen
frei (und sind nicht nach hinten gezogen). Der Kopf sitzt locker und frei
oben drauf. Diese Sitzhaltung können Sie so oft einnehmen, wie es
geht.
Mit dieser Sitzhaltung können Sie nun den Beckenboden auch aktiv
"trainieren": Spannen Sie ihn noch ein wenig mehr an (ohne gleichzeitig die Bauchmuskeln zu
spannen) und lassen ihn dann nach einer Sekunde wieder völlig los. Dies können Sie
gleich als Entspannungsübung fünfmal wiederholen: Kurz zusammenziehen und gleich wieder
entspannt loslassen. Dann gleich anschliessend zusammenziehen und 5 Sekunden angespannt
lassen und erst dann wieder loslassen. Und auch dies 5 mal wiederholen. Dies wiederholen
Sie mehrmals am Tag, wann Sie gerade daran denken. Beim Wasserlösen unterbrechen Sie
ebenfalls mehrmals den Strahl und ziehen die Peniswurzel etwas hinein (wieder ohne die
Bauchmuskeln gleichzeitig zu spannen). Einen Schritt weiter können Sie gehen, indem Sie
den Beckenboden im Bereich der Prostatagegend selbst massieren: Streichen Sie etwas
Vaseline an ihren Zeigefinger und führen Sie diesen ca. 3- 5 cm in den After ein. Dann
massieren Sie kräftig in Richtung des Bauches. Natürlich sollte dies keinen Schmerzen
verursachen, sondern im Gegenteil angenehm sein.
Sollten Sie unter allgemeinen Verspannungssymptomen leiden (Schmerzen des
Bewegungsapparates, Spannungskopfschmerzen, nervöser Magen und/oder Darm, etc...), würde
natürlich Abbau von Stress und Lösen von Problemen, auch Entspannungsmethoden wie
autogenes Training oder Meditationen sehr gut tun.
Typisch ist auch, dass dann die Beschwerden nach Sexualkontakt stärker werden: Ein
verspannter Beckenboden, der sich beim Lieben nicht lösen kann, tut weh.
Was man auch abklären muss, falls man zusätzliche Rückenschmerzen ums Kreuzbein hat, ob
nicht noch ursächlich eine sog. Ilio-Sacral-Gelenk-Block vorliegt, eine Blockade des
Kreuzbein-Beckenschaufel-Gelenks rechts oder links, welche ebenfalls zu einer Verspannung
des Beckenbodens führen kann. Dies diagnostizieren und gleichzeitig mit Manipulationen
therapieren, könnte ein Chiropraktiker oder Arzt mit manueller Ausbildung.
- Das Ziel des obigen Beckenboden-Blasentrainings wäre eine Harnentleerung
von mindestens 200 bis 400 ml pro Mal und mindestens 3 Stunden dazwischen -
tagsüber! Der Harndrang sollte zuerst mindestens 1 Minuten, später 5 und
dann 10 Minuten ausgehalten werden, bevor man Harn lässt. Am besten führt
man zu Beginn auch ein Tagebuch über Frequenz und Menge.
- Eine Verstopfung sollte behoben werden.
Therapie
Als Indikationen für eine Operation gelten:
- Untenstehende Symptome trotz intensivem und längerem
Beckenboden-Blasentraining (siehe oben).
- akute Harnverhaltung, bei wiederholtem Auftreten
- Erweiterung des oberen Harntraktes (Harnleiter, Nierenbecken) bei Überlaufblase
(Inkontinenz)
- wiederkehrende Harnwegsinfekte bei Restharn (Resturin, der nach dem Wasserlösen noch in
der Blase bleibt)
- schwere sichtbare Blutung im Urin bei vergrösserter Prostata
- schwere Urinierbeschwerden (subjektiv)
Indikationen für medikamentöse Therapien sind:
- erstmaliges Harnverhalten
- grössere Restharnmenge (über 100 ml)
- mässige bis mittelgradige Urinierbeschwerden
Neuere Medikamente wirken hemmend auf die Geschlechtshormone (verkleinern so die
Prostata) oder wirken auf das vegetative Nervensystem (Alpha-Rezeptorenblocker), d.h.
setzen die Spannkraft der Harnröhre im Bereich der Prostata herab.
Nebenwirkungen von Finasterid siehe hier>>>
Bei mässigen Beschwerden (Stadium I) oder überhaupt immer zu Beginn kann man aber auch einen
-meist erfolgreichen- Versuch mit pflanzlichen Mitteln starten:
Die Sägepalme (Sabalfrucht) wirkt dabei ausgezeichnet (Prosta-Urgenin®,
Permixon®).
Auch Kürbissamen (z.B. Prosta-Caps®), Brennesselwurzeln (z.B. Simic®) oder Roggenpollen
(z.B. Prostaflor®) wirken gut.
Sie können auch eine Wertung Ihrer Beschwerden mit dem IPSS-Test machen: ipss.pdf
Zum Prosatakrebs (und PSA) siehe hier auf meiner Website>>>
Copyright© by Dr. med. Thomas
Walser, CH-8004 Zürich
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein
"Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im
bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in
der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.
Last updated 13.11.2011
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Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen
unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete
Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).
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