Therapie (inkl.Muskelriss)

 

PECH-Regel begrenzt Akutschaden (engl."RICE": Rest-Ice-Compression-Elevation):

Keine weitere Bewegung mehr (Pause) - sofortiges Eisauflegen und anschliessend auf jeden Fall Kompression mit elastischem Druckverband (Compression, um Mehrdurchblutung nach Kälte zu verhindern) und Hochlagern des verletzten Gliedes!

Sehr gut (und günstig) ist das sog. "Hot ice":

Kurzzugbinde, die im Eiswasser bereitgestellt ist , mit starker Kompression und hochgelagertem Bein anlegen. 30 Minuten so belassen - währenddem immer wieder mal Kühlspray darüber. Dann abnehmen bis Haut wieder rot durchblutet, darauf jedesmal mit halber Zugstärke wieder anlegen: 4-6 mal 30 Min.

  • Massieren Sie sofort das gesunde Gelenk auf der anderen Seite stark.
  • Bei Bluterguss:
    - Wickel: mit 20%iger Arnicalösung oder Arnicasalbe (Achtung: Allergiker sollten Arnica meiden!).
    - Quarkwickel mit einigen Tr. Arnicatinktur oder Johannisöl; AION-A Wickel (mit Öl oder Wasser).
    - Arnica C 6, 2-5 Kügelchen, max. 5mal (oder Arnica C 30, max. 3mal) innerhalb von 24 Std. einnehmen.

 

Frühes Training verhindert Atrophie:

Nach drei bis fünf Tagen sollte es aber mit der Ruihgstellung vorbei sein, da andernfalls eine Atrophie der gesunden Muskelfasern und ein Überwiegen des Bindegewebsanteils im verletzten Muskel droht.

Es folgt also langsam ein Aufbautraining nach folgendem Schema:

  • 1. Isometrisches Training:
    Nach 3 bis 5 Tagen: Anspannung der Muskeln gegen ein unbewegliches Objekt, anfangs ohne Gewicht und Widerstand, dann mit zunehmender Belastung.
    Erst wenn dies schmerzfrei möglich ist:
  • 2. Isotones Training:
    Muskelanspannung in Verbindung mit Gelenkbewegungen, z.B. Gewichtheben mit zunehmender Belastung.
    Wenn auch dies schmerzfrei ist:
  • 3. Isokinetisches, dynamisches Training:
    Aufwendung von Kraft für die Vorwärtsbewegung und zusätzlicher Kraftaufwand, um das Gerät zurück in die Ausgangslage zu bringen.

Grundsätzlich sollte bei allen Übungen nie die Schmerzgrenze überschritten werden. Auch vorsichtige passive und aktive Dehnübungen für den verletzten Muskel, evtl. nach vorheriger Wärme- und/oder Kälteanwendung können empfohlen werden. Vor jedem Training sollte der Patient grundsätzlich leichte Aufwärmübungen machen.

Das sportspezifische Training darf bei komplikationslosem Verlauf wieder aufgenommen werden, wenn

- der verletzte Muskel sich in gleicher Weise dehnen lässt wie auf der unverletzten Seite,
- der Patient bei normalen Bewegungen keine Schmerzen mehr spürt.

 

 

5 Tage keine Besserung: Sono oder Kernspin

haben die Symptome sich nach drei bis fünf Tagen noch nicht gebessert, ist das Ausmass der Verletzung möglicherweise doch grösser, als anfangs angenommen. Hier sollte zur Abklärung einer möglichen chirurgischen Indikation ein Ultraschall oder MRT durchgeführt werden. Insgesamt sind operative Eingriffe bei Muskelverletzungen aber nur sehr selten notwendig.

 

 

Steroide vermeiden

In der Akutphase kann die kurzfristige Gabe von NSAR (Nicht-Steroidale Antirheumatika) die entzündliche Zellreaktion mindern und die Heilung fördern. Ein längerer Gebrauch wirkt sich aber eher hemmend auf die Regeneration des Muskels aus. Glukokortikoide (Steroide, Kortison) sollten bei Muskelverletzungen grundsätzlich vermieden werden.  Die Wirksamkeit von hochfrequenten Ultraschallwellen oder  von hyperbarem Sauerstoff wurde noch nie nachgewiesen. 
(Järvinen TAH et al., Am J Sports Med 2005; 33: 745-764).

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 27.03.2008


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