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Osteoporose-Prophylaxe
Zuallererst: KEINE HORMONE! Wichtig ist die maximal im Leben (um 30jährig) erreichte Knochendichte.
Frauen, die
regelmässig Bewegung haben und keine Zigaretten rauchen, nicht untergewichtig sind und
viel Kalzium essen (v.a. als Mädchen und junge Frauen bis 25 Jahren) und 2 bis 4 Gläser
Alkohol wöchentlich trinken (aber nicht mehr!) erreichen eine grössere
Knochendichte. Es existiert aber auch eine genetische Komponente, die vielleicht sogar am
wichtigsten ist. Zudem verstärken eine früh eintretende Menopause, übermässigen
Alkoholkonsum und eine frühere länger dauernde Kortisonbehandlung (mit Tabletten oder
Spritzen) die spätere Osteoporose.
Aufnahme von 700 mg Kalzium täglich wird als ideal angesehen: Keine Kalziumtabletten
sondern nur aus natürlichen Quellen:
Der Kalziumgehalt wichtiger
Nahrungsmittel in mg/100g: Milch 120, Joghurt 120, Quark 90, Emmentaler 1020, Gouda 820,
Parmesan (Hartkäse!) 1300, Grünkohl 200, Broccoli 100, Fenchel 110, Haselnuss 225, Mandel 250,
Sojabohnen 260, weisse Bohnen 105, Linsen 75, Weizenvollkornbrot 65, Schweinekotelett
10,
Forelle 20, Kartoffeln 10.
Genau so wichtig ist reichlich Gemüse ("Nature", Bd.401, S.343: bestimmte
Gemüsesorten hemmen der Abbau der Knochensubstanz bei Ratten: Petersilie, Salat,
Rucola,
Tomaten, Gurken, Knoblauch, Dill und Zwiebeln.) und Früchte essen und sehr sparsam
tierische Fette.
Also könnte man auch raten:
- Ernähren Sie sich schon vor der Menopause (ab 40) kalzium- und vitaminreich, mit wenig
tierischen, dafür um so mehr pflanzlichen Eiweissen (Hülsenfrüchte, Tofu).
Kalzium
stärkt die Knochen. Gute Kalziumquellen sind vor allem Milchprodukte
(Hartkäse!), dann Haselnüsse, Gemüse (z.B. Kohlrabi), Früchte (z.B.
Mandarine), auch Trockenfrüchte, Sardinen, Eier und Mineralwasser:
Täglich können wir maximal 700 mg aufnehmen!
Davon sollte alles aus natürlichen Quellen stammen (keine Tabletten:
Erhöhen Arterienverkalkungs- und Herzinfarktsrisiko!).
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KALZIUMQUELLEN AUS DER NAHRUNG |
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Nahrungsmittel |
Menge/gängige Portion |
Kalziumgehalt |
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Milch |
1 Glas |
300 mg |
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Joghurt |
1 Becher (180g) |
200 mg |
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Hartkäse (z.B. Emmentaler, Parmesan) |
100 g |
1000 mg |
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Weichkäse (z.B. Camembert) |
100 g |
600 mg |
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Haselnüsse |
100 g |
225 mg |
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Gemüse (z.B. Kohlrabi) |
100 g |
70 mg |
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Früchte (z.B. Mandarine) |
100 g |
33 mg |
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Eier |
100 g |
55 mg |
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Sardinen |
100 g |
380 mg |
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Mineralwasser |
1 Glas |
unterschiedlich – bis zu 50 mg |
- Vitamin D:
Nach 60jährig sollte man etwa (neben der Sonnenbestrahlung, die uns ja das
Vitamin D schenkt) 800 IE pro Tag zu sich nehmen - oder
auch alle 4 Wochen etwa 25'000 IE - vor allem von November bis Mai (wenig
Wintersonne). Lassen Sie einmal vom Hausarzt Ihren Vitamin D-Spiegel
(25-Hydroxi-Vitamin-D3 wichtig) im Blut messen, da in der ganzen EU heute etwa
die Hälfte aller Menschen zuwenig Sonne auf der Haut hat, um genügend Vit.D zu
bilden. Inder Nahrung ist es eher schwierig genügend davon zu kriegen (man
müsste zweimal täglich fetten Fisch oder Austern essen - Mahlzeit!).
- Achten Sie auf den Säurehaushalt. Die Ernährung soll zu rund vier Fünftel aus
basebildenden und nur zu einem Fünftel aus säurebildenden Nahrungsmitteln bestehen.
Milchprodukte sind zwar reich an Kalzium, sind aber säurebildend. Man sollte sie deshalb
nicht im Übermass konsumieren. Listen mit säurebildenden Nahrungsmitteln erhalten Sie in
guten Buchhandlungen. -
- Ergänzen Sie Ihren Menüplan mit Soja-Produkten. Soja und
andere Bohnenarten besitzen Inhaltsstoffe, die eine östrogenähnliche Wirkung haben.
- Vermeiden Sie Koffein und Alkohol im Übermass (2 bis 4 Gläser Alkohol
wöchentlich verbessert die Knochendichte - aber nicht mehr!).
- Bewegen Sie sich häufig. Sportarten, die mehr Gewicht auf den Knochen
bringen sind vor allem gut wirksam (Jogging, Springseilen,...).
Kräftige Muskeln entlasten zudem das Skelett. Trainierte Menschen
stürzen weniger und haben daher seltener Knochenbrüche.
- Yoga, autogenes Training und Tai Chi helfen, psychische Schwankungen auszugleichen und
geben ein gutes Körpergefühl.
- Bauen Sie Stress ab. Nehmen Sie den Alltag im dritten Lebensabschnitt etwas gelassener.
Risikomessung (u.a. auch DEXA-Messung)
- Ein einfacher klinischer Test, um das Osteoporose-Risiko bei der Frau nach den
Wechseljahren zu beurteilen, wurde bei der Durchsicht von 191 Studien
gefunden (siehe infomed-screen. April 2005 - Jahrgang 9/
Nr.4).
Die sog. Vortestwahrscheinlichkeit wird aus
- dem Gewicht (unter 51 kg),
- der sog. Flèche (Abstand Hinterkopf zur Wand über 0 - beim
Aufrechtstehen mit dem Rücken an der Wand) und für
- den Rippenbogen-Beckenschaufel-Abstand (2 Querfinger oder weniger)
berechnet.
Falls diese Faktoren eintreffen, sollte eine Knochenmineraldichte-Messung
(DEXA) gemacht werden.
DEXA-Messung auch bei jedem Knochenbruch, der durch eine relativ kleine
Gewalteinwirkung entstand (z.B. aus Stand umgefallen und das Bein gebrochen:
sog. Niedrigtrauma-Fraktur - erst ab 40 Jahre). Rauchen (bei über
60jährigen) und eine mehrmonatige Kortison-Therapie mit Tabletten (über
5mg Prednison täglich) sind ebenfalls Gründe zur Knochendichtemessung.
Man muss aber auch auf die unklare Datenlage zum DEXA-Screening hinweisen:
siehe dazu die Kommentare der Evidenzbasierten Medizin: osteoporose_state_of_the_art.pdf
- Hat man bereits eine DXA-Messung gemacht, zeigt dieser
Test hier >>> mit allen Zusatzfaktoren, ob wirklich eine
Therapie nötig ist!
- Ein genauer Risikokalkulator kann auch mit 11 Faktoren erstellt werden und
wurde anhand der Women's Health Initiative WHI im JAMA (2007;298:2389-2398)
vorgestellt: siehe http://hipcalculator.fhcrc.org/
.
Noch praktischer und in der Hausarztpraxis besser abschneidend ist Qfracture.
Die Variablen, die hier für die Berechnung des Risikos
gebraucht werden sind alle aus der Anamnese ohne weitere Untersuchungen
(Labor, Knochendichte) erhebbar: www.qfracture.org
- Als weiterer Risikofaktor, in diesem Kalkulator nicht berücksichtigt,
könnte sich möglicherweise die Major Depression
entpuppen. Das zumindest legen Ergebnisse einer Studie des US-National
Institute of Mental Health NIMH in Bethesda/Maryland nahe. Dabei hatten
depressive Frauen in 17% im Oberschenkelhals eine verminderte Knochendichte
gegenüber nur 2% in der Kontrollgruppe.
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist"
für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen
meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen
Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.
Last updated 16.04.2012
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