Leberfleck?

Man sollte einen Weg finden, mit seinen "Leberflecken" zu leben, sie vielleicht sogar als typische Eigenheit seiner selbst gerne zu bekommen, da man diese "Flecken" nur operativ losbekommt. Die Anlage oder das Programm dazu hat man bereits von Geburt an in sich, wie seine Haarfarbe oder seine Nasenform und ohne krankhaften Einfluss (deshalb ist der Name "Leberfleck" irreführend, denn mit irgendwas in der Leber haben diese Erscheinungen nun gar nichts zu tun!) entstehen sie da und dort, viel oder wenig.

Mythos Sonnenlicht!

Melanom durch Sonnenlicht - alles klar? Sonnenexposition erzeugt Melanome! Ganz so klar scheint das aber nicht zu sein. UV-Strahlen erzeugen auf blasser exponierter Haut, je nach geographischer Breite und Dauer der Exposition, seltener unter Schutz, Hautkrebs. Experimentell ist das leicht nachzuweisen. Nichts dergleichen trifft für Melanome zu, die in 75% an relativ unexponierten Stellen auftreten. Der Bezug zur geographischen Breite ist mager, in Europa wie in den USA. Sonnenbrand und Melanome treten an ganz verschiedenen Stellen auf. Eine Assoziation besteht zwischen Melanomen und der Zahl der Naevi - was nicht den Einfluss der Sonnenexposition, wohl aber die Beziehung zu den Naevi beweist. Ist alles klar, wie das in unseren Vorlesungen (und weiterhin) dargestellt wird? (BMJ. 2008;337:a763-4)

 

In der Schweiz erkranken jedes Jahr 1000 Menschen am bösartigen Melanom, doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Die Schweiz und Norwegen haben die meisten Hautkrebsfälle in Europa. Männer haben das Melanom häufig am Rücken, Frauen vor allem an den Beinen. Melanome wachsen in 75% nicht dort, wo man sich häufig bräunt, sondern auch an geschützten Körperteilen.

 

trotzdem Sonnenschutz!

Sonnencreme schützt also nicht vor Leberflecken und auch nicht vor dem Melanom. Aber sie hilft, den Sonnenbrand zu verhindern, der noch immer wichtigster Auslöser von den anderen Hautkrebs ist. Deshalb: Auf jeden Fall Creme einstreichen, wenn man sich der Sonne aussetzt.
Wer sich wirksam vor Hautkrebs schützen will, sollte folgende Punkte beachten:

  • Meiden Sie in der Mittagszeit (11 bis 15 Uhr) die Sonne. Halten Sie - wie die Südländer - eine Siesta am Schatten. Kleinkinder bis zu einem Jahr gehören immer in den Schatten.
  • Eine einfache Faustregel besagt für die übrige Tageszeit:
    Ist der Schatten, den der eigene Körper wirft, exakt so lang wie der Körper selbst (beträgt also der Sonnenwinkel 45 Grad), so muss man selbst mit einem hellen Hauttyp erst nach rund einer Stunde einen Sonnenbrand befürchten. Überragt der Schatten den Körper um mehr als ein Drittel, ist die Strahlung unbedenklich.
  • Schützen Sie sich mit Kleidern, Hut und Brille. Ein weisses T-Shirt genügt nicht: Es hat höchstens den Schutzfaktor 10 und lässt die gefährlichen UVA- und B-Strahlen durch. Ist es nass, sinkt der Schutzfaktor fast auf null. Tragen Sie dicht gewobene, dunkle Stoffe. Gewisse Kleiderläden  verkaufen spezielle Kleider und Badeanzüge mit integriertem Schutzfilter. Sie sind mit einem chemischen Stoff imprägniert, der die Strahlen zurückhält.
  • Streichen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ein. Tragen Sie sie nochmals auf, wenn Sie sich länger im Wasser aufgehalten haben.
  • Die Schweizerische Krebsliga misst, wie viele schädliche UV-Strahlen durch Ihre Kleider oder Sonnenbrille gelangen. Informationen dazu erhalten Sie über Internet: http://www.swisscancer.ch.
  • Fragen beantwortet auch das Krebstelefon: 0800 55 88 38 (gratis).

 

Kontrolle der Muttermale

Sicher haben Sie auch schon davon gehört, dass man seine braunen Muttermale ab und zu kontrollieren sollte (einmal jährlich mittels eines Spiegels oder durch Partner). Falls Sie nun neben Ihren Schönheitsflecken noch helle Haare, Augen und Haut mit Sommersprossen besitzen und zu Sonnenbrand neigen, wäre es doppelt wichtig dies sorgfältig zu tun. Falls Sie viele Muttermale mit einem Durchmesser über 5 mm oder atypische (siehe unten) über 3mm finden, müssen Sie Ihren Hausarzt oder Dermatologen aufsuchen.

gefährdet sind (MM-RISK):

M Muttermale: atypische oder dysplastische
M Muttermale: viele, d.h. über 200
R Rote Haare oder Sommersprossen
I Inability to tan - kaum Bräunung (Phototyp I und II)
S Sonnenbrand: schwere in Jugend
K Genetik (kindred):familiäre Geschichte von Melanomen

 

Wichtig ist die Beachtung der sog. ABCD-Regel:

A: Assymetrie des Flecks
B: Begrenzung (scharf oder bogig)
C: Color  (Farbe: homogen oder inhomogen)
D: Dynamik (sich verändernd!)

Also: Die Färbung der Pigmentmale. Sind alle gleichermassen braun, so besteht kein Verdacht. Ein besonders dunkler Fleck sollte jedoch genauer unter die Lupe genommen werden. Dann wird die Gleichmässigkeit der Pigmentierung überprüft. Auch gutartige Flecken können im Zentrum dunkler sein, die Übergänge zwischen den verschiedenen Brauntönen sind aber weich. Bösartige Male sind dagegen ganz unregelmässig gescheckt und zeigen scharfe Grenzen zwischen schwarz, braun, rot oder gar weiss. Als drittes schaut man auf den Rand eines Flecks: Ist der Rand gleichmässig und etwas unscharf, spricht das für Gutartigkeit. Bösartige Veränderungen haben eher scharfe Begrenzungen und eine bogenförmige unregelmässige Randpartie. Das bisherige vierte Kriterium, die Grösse des Males (Man meinte bisher, dass in der Regel Pigmentflecken, die sich vom stumpfen Ende eines Bleistifts (5 mm Durchmesser) bedecken lassen, gutartig sind.) sollte man nach neueren Erkenntnissen nicht mehr verwenden. Auch Grössen unter 5 mm können bereits ein invasives Wachstum aufweisen (A.Arnold, Zeitschrift für Hautkrankheiten, 75.Jg, Heft 6 (2000), S.338-344). Deshalb nimmt man heute D für Dynamik - sich dynamisch verändernd.

Eine sich verändernde Läsion, auch wenn sie klein ist, sollte höchstens während vier Wochen aufmerksam beobachtet werden. bei 5% der Tumore handelt es sich um kleine, amelanotische (heisst. wenig Pigment!) Melanome!
Ganz wichtig ist auch die Wachstumsart: Ein bösartiges Melanom wächst typischerweise stetig und kontinuierlich, während ein gutartiges Muttermal plötzlich entsteht und dann so bleibt.
Dann spricht für Bösartigkeit kleinere Erhabenheiten innerhalb des Flecks (nicht der ganze Fleck ist erhaben, dies ist eher gutartig) - früher als E erwähnt - heute weggelassen, da häufig nicht vorhanden!

 

der Arzt schaut darauf mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop):

A. Asymmetrie (0-2 Punkte x 1.3)
B. Begrenzung (0-8 Punkte x 0.1)
C. Color (1-6 x 0.5)
D.  Diff.Struktur (Netzwerk, Schollen,etc.: 1-5 x 0.5)
Dies ergibt einen Gesamtwert - und über 5.45 ist es verdächtig auf ein Malignes Melanom und wird entfernt!

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 24.05.2009


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