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Wechseljahre der Frau, Osteoporose - das Aus für die Hormontherapie !
Nur noch wenige Gynäkologen/-Innen wollen den Frauen
trotz katastrophalen neueren Studienresultaten Hormone schon prophylaktisch vor
den Wechseljahren und dann bis ans Lebensende geben. Das weibliche Hormon Östrogen
gibt man v.a. als Vorbeugung der Osteoporose (d.h. des Knochenschwunds) und der daraus
resultierenden Knochenbrüche (v.a. Oberschenkelhalsbruch). Diese Frakturen treten aber
erst 20-30 Jahre nach den Wechseljahren auf, weshalb man die Hormone mindestens solange,
eigentlich aber bis zum Tode einnehmen müsste.
Es existieren nun endlich genug sehr kritische Stimmen und grosse Studien, welche den Nutzen
dieses jahrzehntelangen Hormonschluckens massiv in Frage stellen: z.B. sind diese
Knochenbrüche nicht nur die Folge der Osteoporose, sondern auch des altersbedingten
Muskelschwunds und der Gangunsicherheit. Ein Nutzen des Östrogens auf die Osteoporose und
diese Altersfrakturen ist nie schlüssig nachgewiesen worden. Experten der unbestechlichen
Evidenz (Wissenschafts-)-basierten Medizin (im Gegensatz zur
Experten-/Meinungsbildner-/Marketing-basierten Medizin) wie Johannes Steurer (www.evimed.ch) sprechen sogar von einer
"Osteoporose-Neurose": Die Zunahme der Knochendichte ist durch Hormone erwiesen
(sog. Surrogatparameter, der nichts nützt!), jedoch ist in keiner Studie die Abnahme von
Frakturen beobachtet worden!
Es ist erschütternd, dass die moderne Medizin Jahrzehnte benötigt hat, um
festzustellen, dass die von den "Menopause-Experten" fast universell
empfohlene Hormonsubstitution eine negative Nutzen-Schaden-Bilanz aufweisen
kann. Die Pharmaindustrie stützte sich dabei auf fast kriminelle Art und Weise
auf kleinere (und meist falsch) interpretierte Studien (siehe eine gute Sammlung
dazu: www.infomed.org/pharma-kritik/oestrogen.php).
Erst die grosse WHI-Studie (WHI-Studie: Writing Group for the Women's
Health Initiative Investigators. Risks and benefits of estrogen plus progestin
in healthy postmenopausal women. JAMA 2002 (17. Juli); 288: 321-33 [Medline])
überzeugt wohl nun den letzten Befürworter.
Östrogen war wie geschaffen zum Erwecken von alten Wunschträumen nach der verjüngenden
Pille. Dies wurde von den Pharmariesen schamlos ausgenützt. Dabei
existierte immer sehr wenig Forschung über die (erhofften) Resultate bei Arteriosklerose,
Herzinfarkt und Schlaganfälle oder die Wirkung auf Haut, Gelenken und Muskeln oder
auf das Hirn (Hormon-Ersatz verdoppelt die Altersdemenz!). Ein positiver Effekt auf
die psychische Befindlichkeit konnte ebenfalls bisher nie nachgewiesen werden. In
Medizinlatein heisst das: Randomisierte Vergleichsstudien mit klinischen
Endpunkten fehlten immer.
Es werden auch immer mehr (teils tödliche) Nebenwirkungen bekannt, welche das
klare Aus für diese
Hormontherapien bedeuten:
Eine kleine Palette gefällig: stark erhöhtes
Brustkrebsrisiko (JAMA 2002; 288, 321-33;366-68),
mehr Schlaganfälle (Bath PMW, Gray L. Association between
hormone replacement therapy and subsequent stroke: a metaanalysis. BMJ
2005;330:342-5), mehr Thrombosen, mehr Embolien, verdoppelte Demenzgefahr, erhöhtes Risiko
für Gallensteine und Cholezystitis (Simon JA et al., Effect of estrogen plus progestin on risk for biliary tract
surgery in postmenopausal women ... Ann Intern Med 2001 (2.Oktober); 135:493-501
+ WHI: Cirillo DJ et al.: Effect of estrogen therapy on gallblader diease. JAMA
2005;293(3):330-339);
erhöhtes Risiko für Mikroalbuminurie (Nierenschädigung)(Arch
Intern Med 2001 (10.September); 161: 2000-5); trockene Augen (JAMA
2001; 286: 2114-9); Frauen ohne Hitzewallungen, die Hormone
einnehmen waren nachher energieloser und ihre geistigen Fähigkeiten liessen
nach (Hlatky MA et al., JAMA 2002; 287: 591-7),
Zunahme der Urininkontinenz unter Hormonen (Hendrix SL, et al.
Effect of estrogen with and without progestin on urinary incontinence. JAMA
2005;293:935-48 )...
Im Schweiz.Medizin-Forum sichtet Maria Beckermann aus Köln sehr
kritisch 260 relevante Studien über die Hormonbehandlung der weiblichen
Wechseljahrsymptome eine Pflichtlektüre jeder Frau, die darüber mündig werden
will und am anderen Ende des Stethoskops, jedem/jeder GynäkologIn oder
HausärztIn, die damit herumhantiert (menopause.pdf)!
Das Brecht-Zitat,
das Frau Beckermann benützt, will ich hier auch etwas wirken lassen: "Eine
Hauptursache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum. Es ist
nicht das Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu
setzen dem unendlichen Irrtum."
psychosoziale Krise
Wechseljährige Frauen zeigen eine ganze Palette von Symptomen, die längst nicht
alle mit dem Abfall der Hormonproduktion in Zusammenhang stehen. Die alternde Frau
geniesst in der Industriegesellschaft einen niedrigen Sozialstatus. Sie wird weder mehr
als egosteigernder Potenzbeweis noch als Mutter gebraucht. Das Diktat der Jugendlichkeit
tyrannisiert die Frauen im Westen. Der Mythos der asexuellen älteren Frau hatte
bis in die 80er-Jahre Bestand. Männer "reifen" und kommen in die "besten Jahre", die
Frau altert und kommt ins "Klimakterium". Die Menopause schockiert Frauen, die ihr Alter
verdrängt haben. Der Wechsel vom begehrten zum unsichtbaren Objekt wirkt um so
traumatischer, je mehr sich eine Frau auf ihre traditionelle weibliche Rolle verlassen
hat. Berufsfrauen leiden weniger darunter als Hausfrauen, gut ausgebildete weniger als
ungebildete. Viele Frauen gleiten in eine eigentliche "psychosoziale Krise".
Den Verlusten an Selbstwertgefühl, an Attraktivität und an Fruchtbarkeit kann man aber,
anstelle der illusorischen und gefährlichen Verlängerung der Jugend mit Hormonen,
Gewinne entgegensetzen: Lebenserfahrungen, Freiräume, freie Zeit (in der
Nach-Kinder-Phase), Potential für neue Beziehungen, kreative Lebensgestaltung, Wegfall
des Kompetitionsdruckes. Viele Frauen erleben nach der Menopause einen Energieschub. Mann
und Frau tragen Hormone des anderen Geschlechtes in sich. Wenn sich mit zunehmenden Alter
die eigengeschlechtlichen Hormone vermindern, fallen die gegengeschlechtlichen relativ
stärker ins Gewicht, und die Frauen haben die Möglichkeit, mehr "männliche"
Energien zu mobilisieren (und umgekehrt beim Mann). Nach C.G.Jung könnte man sagen: Eine
wesentliche Aufgabe der zweiten Lebenshälfte und eine unumgängliche Station auf dem Weg
zur Individuation ist die Integration der eigenen Gegengeschlechtlichkeit (Er nannte dies
Animus in der Frau und Anima im Mann). Östrogene verhindern diesen wichtigen
Lebensschritt der Frau.
Warum sind dann die Gynäkologen so daran interessiert, Östrogene abzugeben, obwohl
nun alle Gründe dagegen sprechen? Könnten es der
Quell
stetig fliessender Einnahmen sein, die aufwendigen Vorsorgeuntersuchungen der Brust, der
Genitalschleimhäute und der Blutfette, die teuren Knochendichtemessungen? Angeheizt wird
das Ganze auch durch mächtige Interessen der Pharmaindustrie.
was aber bei starken Wechseljahrbeschwerden?
Kurzfristig
symptomorientiert (starke Wallungen mit massiven Schlafstörungen) ist noch die
einzig vertretbare Form der Hormonanwendung (nach den neusten
Studien steigt aber bereits im ersten Anwendungsjahr das Brustkrebsrisiko! Mein
Vorschlag: Niedrig dosierte Östrogen/Gestagen-Therapie 6 bis höchstens 12
Monate. Es genügt dazu übrigens
eine viel niedrigere Dosis als die von den Pharmafirmen empfohlene für den gleichen
Therapieeffekt (0,3 mg konjugiertes Östrogen, 25 mikrogr. Estradiol
transdermal)! Tibolon (Livial) soll übrigens im ersten Jahr nach der Menopause
nicht gegeben werden.
Selbst darauf verzichten müssen auf jeden Fall Frauen mit: Brustkrebs (selbst oder familiär); venöse
Thrombo-Embolien;
magere, untergewichtige Frauen (Brustkrebsriskio mit
Kombinationspräparaten höher!); Juckreiz oder Gelbsucht in einer früheren
Schwangerschaft oder durch Antibabypille. (Quelle
für Letzteres: M.Siepmann et
al., Deutsche Med.Wochenschrift, 125. Jg., Nr. 18 (2000), S. 557 - 559)
Es gibt eine Alternative: Östrogene pflanzlichen Ursprungs aus
Traubensilberkerze (Cimicifuga). Wir müssen aber hier aufpassen, dass wir nicht
wieder dieselben Fehler machen wie bisher mit dem Östrogen (es fehlen
Langzeitstudien z.B. zur Brustkrebsgefahr)! Dann auch Phytoöstrogene aus Soja- oder
Jamswurzel-Steroiden (Conjugen, Östro-Feminal, Transamon). Hier fehlen aber grössere
Studien! Es schadet aber sicher nichts, wenn Sie viele Sojaprodukte essen (auch
krebsverhindernd!).
- Traubensilberkerze (Wurzelextrakt - Cimicifuga racemosa; z.B. Remifemin® 2-3 x 40
Tropfen oder 4 Tabl.) v.a. gegen vegetative Beschwerden (50% verschwinden völlig, 30-40%
besser) und psychische Störungen. Eignet sich aber nicht zur Osteoporose-Prophylaxe.
- zu Beginn der Wechseljahre, wenn Symptome ähnlich wie bei PMS:
Mönchspfeffer (siehe hier)
- Nachtkerzenöl-Kapseln
- Teemischung: 20 Teile Frauenmänteli, 15 Teile Johanniskraut, 10Teile Zitronenmelisse,
15 Teile Schafgarben, 15 Teile Rosmarin, 15 Teile Salbei
Wallungen
- Salbei alleine: bis dreimal täglich 40 Tropfen einer Salbeitinktur.
- Teemischung: je 1/4 Frauenmänteli, Salbei, Zinnkraut und Mistel: 1 Essl. auf 1/4 l
Wasser aufkochen, morgens nüchtern 1 Tasse trinken
- Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer (siehe gleich oben).
trockene Scheide
- viel eigenen Speichel benützen!
Osteoporose-Prophylaxe
Keine Hormone!
Wichtig ist die maximal im Leben (um 30jährig) erreichte Knochendichte.
Frauen, die
regelmässig Bewegung haben und keine Zigaretten rauchen, nicht untergewichtig sind und
viel Kalzium essen (v.a. als Mädchen und junge Frauen) und 2 bis 4 Gläser
Alkohol wöchentlich trinken (aber nicht mehr!) erreichen eine grössere
Knochendichte. Es existiert aber auch eine genetische Komponente, die vielleicht sogar am
wichtigsten ist. Zudem verstärken eine früh eintretende Menopause, übermässigen
Alkoholkonsum und eine frühere länger dauernde Kortisonbehandlung (mit Tabletten oder
Spritzen) die spätere Osteoporose.
1500 mg Kalzium täglich wird als ideal angesehen: Der Kalziumgehalt wichtiger
Nahrungsmittel in mg/100g: Milch 120, Joghurt 120, Quark 90, Emmentaler 1020, Gouda 820,
Parmesan 1290, Grünkohl 210, Broccoli 105, Fenchel 109, Haselnuss 225, Mandel 250,
Sojabohnen 257, weisse Bohnen 105, Linsen 75, Weizenvollkornbrot 65, Schweinekotelett 11,
Forelle 18, Kartoffeln 10.
Genau so wichtig ist reichlich Gemüse ("Nature", Bd.401, S.343: bestimmte
Gemüsesorten hemmen der Abbau der Knochensubstanz bei Ratten: Petersilie, Salat,
Rucola,
Tomaten, Gurken, Knoblauch, Dill und Zwiebeln.) und Früchte essen und sehr sparsam
tierische Fette.
Tabletten?
Nach einer neueren Studien ist der Effekt einer regelmässigen Einnahme von Vitamin
D und Kalzium bei gesunden Frauen nach den Wechseljahren für die
Osteoporoseprophylaxe zwischen minimal und Null! (Jackson
RD.et al. Calcium plus Vitamin D Supplementation and teh Risk of Fractures. NEJM
2006; 354: 669-83) Der sorgfältige Leser reibt sich jedoch sogleich
die Augen und realisiert, dass die Studienlage und gewisse Studienschwächen ein
negatives Resultat schon fast erwarten liessen (>>> lesen Sie dazu die
gute Kritik dieser Studie!). Gegen die Verwendung von Kalzium (1000 mg/d)
und Vitamin D (400 U/d) spricht also nichts Relevantes!
Also könnte man auch raten:
- Ernähren Sie sich schon vor der Menopause (ab 40) kalzium- und vitaminreich, mit wenig
tierischen, dafür um so mehr pflanzlichen Eiweissen (Hülsenfrüchte, Tofu). Kalzium
stärkt die Knochen. Gute Kalziumquellen sind Hülsenfrüchte, grünes Gemüse,
Vollkornprodukte Trockenfrüchte, Sesam und Mineralwasser.
- Achten Sie auf den Säurehaushalt. Die Ernährung soll zu rund vier Fünftel aus
basebildenden und nur zu einem Fünftel aus säurebildenden Nahrungsmitteln bestehen.
Milchprodukte sind zwar reich an Kalzium, sind aber säurebildend. Man sollte sie deshalb
nicht im Übermass konsumieren. Listen mit säurebildenden Nahrungsmitteln erhalten Sie in
guten Buchhandlungen. -
- Ergänzen Sie Ihren Menüplan mit Soja-Produkten. Soja und
andere Bohnenarten besitzen Inhaltsstoffe, die eine östrogenähnliche Wirkung haben.
- Vermeiden Sie Koffein und Alkohol im Übermass (2 bis 4 Gläser Alkohol
wöchentlich verbessert die Knochendichte - aber nicht mehr!).
- Bewegen Sie sich häufig: Kräftige Muskeln entlasten das Skelett. Trainierte Menschen
stürzen weniger und haben daher seltener Knochenbrüche.
- Yoga, autogenes Training und Tai Chi helfen, psychische Schwankungen auszugleichen und
geben ein gutes Körpergefühl.
- Bauen Sie Stress ab. Nehmen Sie den Alltag im dritten Lebensabschnitt etwas gelassener.
- Ein einfacher klinischer Test, um das Osteoporose-Risiko bei der Frau nach den
Wechseljahren zu beurteilen, wurde bei der Durchsicht von 191 Studien
gefunden (siehe infomed-screen. April 2005 - Jahrgang 9/
Nr.4).
Die sog. Vortestwahrscheinlichkeit wird aus
- dem Gewicht (unter 51 kg),
- der sog. Flèche (Abstand Hinterkopf zur Wand über 0 - beim
Aufrechtstehen mit dem Rücken an der Wand) und für
- den Rippenbogen-Beckenschaufel-Abstand (2 Querfinger oder weniger)
berechnet. Falls diese Faktoren eintreffen, sollte eine Knochenmineraldichte-Messung
(DEXA) gemacht werden.
DEXA-Messung auch bei jedem Knochenbruch, der durch eine relativ kleine
Gewalteinwirkung entstand (z.B. aus Stand umgefallen und das Bein gebrochen:
sog. Niedrigtrauma-Fraktur - erst ab 40 Jahre). Rauchen (bei über
60jährigen) und eine mehrmonatige Kortison-Therapie mit Tabletten (über
5mg Prednison täglich) sind ebenfalls Gründe zur Knochendichtemessung.
Man muss aber auch auf die unklare Datenlage zum DEXA-Screening hinweisen:
siehe dazu die Kommentare der Evidenzbasierten Medizin >>>hier!
- Ein genauerer Risikokalkulator kann mit 11 Faktoren erstellt werden und
wurde anhand der Women's Health Initiative WHI im JAMA (2007;298:2389-2398)
vorgestellt: siehe http://hipcalculator.fhcrc.org/
.
Noch praktischer und in der Hausarztpraxis besser abschneidend ist Qfracture.
Die Variablen, die hier für die Berechnung des Risikos
gebraucht werden sind alle aus der Anamnese ohne weitere Untersuchungen
(Labor, Knochendichte) erhebbar: www.qfracture.org
- Als weiterer Risikofaktor, in diesem Kalkulator nicht berücksichtigt,
könnte sich möglicherweise die Major Depression
entpuppen. Das zumindest legen Ergebnisse einer Studie des US-National
Institute of Mental Health NIMH in Bethesda/Maryland nahe. Dabei hatten
depressive Frauen in 17% im Oberschenkelhals eine verminderte Knochendichte
gegenüber nur 2% in der Kontrollgruppe.
Gibt es ein Androgenmangel-Syndrom bei der Frau?
Just zu einem Zeitpunkt, wo der Nutzen und die Sicherheit einer
langfristigen Östrogengabe nach der Menopause zunehmend hinterfragt werden, ist
immer öfter die Rede von einem Androgenmangel-Syndrom der Frau. Nicht nur der
alternde Mann, so plädieren die Verfechter des neuen Syndroms, sondern auch Frauen nach der Menopause
fühlten sich in gewissen Fällen dank der Gabe männlicher
Geschlechtshormone vitaler und hätten eine grössere sexuelle Spannkraft. Die
Existenz eines solchen Syndroms - zumindest bei gesunden, älteren Frauen - ist
in Fachkreisen allerdings äusserst umstritten, denn die Rolle der Androgene im
weiblichen Organismus ist wenig untersucht, allfällige Mangelsymptome äussern
sich unspezifisch und mit breiten individuellen Schwankungen. Vor allem die
Abgrenzung der Symptome gegenüber dem Ausdruck einer unbefriedigenden
partnerschaftlichen Situation, einer Depression oder weiterer Krankheiten ist äusserst
schwierig. Es fehlen auch grosse Studien, weshalb hier gar nicht weiter darauf
eingegangen wird.
Nachtrag:
Hormonsubstitution erhöht Demenzrisiko!
blitz-a-t 27. Mai 2003
Über 65-jährige Frauen, die langfristig ein Östrogen-Gestagen-Präparat
einnehmen, haben ein signifikant höheres Risiko als Nichtanwenderinnen, eine
Demenz zu erleiden. Zu diesem unerwarteten Ergebnis kommt die jetzt publizierte
Women's Health Initiative Memory-Studie (WHIMS), eine Teilstudie der im
vergangenen Jahr wegen negativer Nutzen/Schaden-Bilanz vorzeitig gestoppten
WHI-Studie (a-t 2002; 33: 81-3). Am Östrogen/Gestagen-Arm der WHIMS nehmen
4.532 Frauen teil, die zu Beginn mindestens 65 Jahre alt sind. Nach
durchschnittlich vierjähriger Studiendauer haben 61 Frauen eine Demenz
entwickelt: 40 (1,8%) von 2.229 Frauen in der Hormongruppe mit täglich 0,625 mg
konjugierten Östrogenen plus 2,5 mg Medroxyprogesteronazetat (CLIMOPAX) im
Vergleich zu 21 (0,9%) von 2.303 Frauen unter Plazebo. Die Hormoneinnahme erhöht
somit das relative Risiko (RR) einer Demenz auf das Zweifache (95% Vertrauensintervall
1,21 bis 3,48; Number needed to harm (NNH) = 111). Bei gut der Hälfte der
Betroffenen wird eine ALZHEIMER-Demenz diagnostiziert. Der Unterschied zwischen
Verum- und Plazebogruppe zeigt sich ein Jahr nach Studienbeginn und nimmt im
weiteren Verlauf zu. Als ein möglicher Pathomechanismus wird die Zunahme vaskulär
bedingter Demenzen auf dem Boden von Mikroinfarkten diskutiert (1).
Erneut widerspricht hiermit das Ergebnis einer grossen randomisierten
Langzeitstudie zur Hormonsubstitution vorangehenden epidemiologischen
Untersuchungen. Diese sprachen eher dafür, dass Östrogene vor Demenz schützen.
Das erhöhte Risiko, an Demenz zu erkranken, addiert sich zu der erhöhten
Herzinfarkt-, Schlaganfall-, Thrombose- und Brustkrebsrate unter
Langzeiteinnahme von Hormonen nach Wechseljahren und unterstreicht die negative
Nutzen/Schaden-Bilanz dieser Therapie.
(1 SHUMAKER, S.A. et al.: JAMA 2003; 289: 2651-62)
A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH, http://www.arznei-telegramm.de
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und über die Wechseljahre beim Mann!
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Last updated 29.12.2009
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