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alles ist schon da!
Wir sind doch eigentliche Laufwesen. Unser Körper ist in seinem Aufbau, in
seiner Statik, mit allen seinen Organen und Funktionskreisläufen im Grossen und
Ganzen immer noch der eines Läufers. Man schaue sich nur die mächtigen
Oberschenkel und die insgesamt langen Beine an. Sind die etwa nur zum Sitzen
oder Liegen gemacht? Auch die hochkomplizierte Mechanik des Fusses, welche die
Aufprallenergie speichern und zum Abstossen nutzen kann, brauchen wir nicht, um
in Autos ein- und aus ihnen auszusteigen. Unsere Atmungsorgane sind
wirkungsvolle Energiebeschaffer, deren wahre Kapazität brachliegt. Unser
Organismus funktioniert noch weitgehend so, wie er für das Leben eines Läufers
vorgesehen war, der lange Strecken unterwegs sein musste. Unter speziellen
Bedingungen ist der Mensch tatsächlich allen anderen Läufern überlegen, was
auf der Jagd ein enormer Überlebensvorteil war: über sehr grosse Distanzen und
bei grosser Hitze. Der Mensch ist auch Weltmeister im Schwitzen (Genaueres über
diesen anthropologischen Aspekt hier >>> ausauerraeuber.pdf).
Weil nun diese natürliche Verbindung zum Laufen verloren gegangen und die
Legende von unserer Laufuntauglichkeit entstanden ist, konnten "Power- und
Wellnessjoggen", "Walking" oder "Nordic Walking", "Softrunning" und
andere Bewegungsevents Fuss fassen. Laufen, genauer: das, was davon übrig
geblieben ist, ist zu einem käuflichen Modetrend gemacht worden, flankiert und
getragen von Büchern und schönen Bildern, Outfit und Drinks, Normen und
Messgeräte, Gurus und Ideologien. Es ist in illusionäre Versprechungen
gekleidet, ohne körperliches und geistiges Konzept vermittelt, das sich
organisch im Menschen wieder verwurzeln und alte Quellen sprudeln lassen
könnte.
Es ist an der Zeit, das Laufen zu vereinfachen, aus seiner medialen und
mystischen Vereinnahmung zu befreien und den Ballast aus Lifestyle und Leistung
abzuwerfen, der aufgepfropft wurde. Wir brauchen nichts und niemanden zum Laufen.
Nur gute Schuhe brauchen wir (obwohl Barfusslaufen das absolut Beste wäre!). Sonst ist alles schon da. Ein laufbereiter und
laufbegieriger Körper, Wege und Bahnen, frische Luft und natürlich die
Einsicht, es tun zu wollen, weil sonst etwas aus dem Ruder läuft.
übers Joggen kursieren viele Mythen
Sieben davon habe ich hier aufgeführt >>> laufen.htm
Langsamkeit
Langsamkeit ist der entscheidende Faktor, der uns von der Hektik der Welt
fern hält und uns hilft, das eigene Tempo zu finden. Wir entschleunigen,
anstatt wie üblich zu beschleunigen. Wir normieren uns nicht durch Tabellen und
Messgeräte. Nur unser Tempo kann das richtige Tempo sein. Für die meisten
bedeutet das, weniger zu tun, als sie glauben, tun zu müssen. Statt Sport
betreiben wir Bewegung. Statt objektiv etwas zu messen, spüren wir uns
subjektiv. Statt wegzurennen, laufen wir nach innen. Statt etwas zu trainieren,
lassen wir los und finden unseren persönlichen Rhythmus und unsere Einheit. Bei
zu hohem Tempo kommen wir ausser Atem, Hören und Sehen vergehen uns, und das
Laufen kann zu einem unangenehmen Erlebnis werden.
Dann kommt noch weiter dazu, dass man nie mit Stress Sport machen sollte! Stress
steigert die Cortisol-Ausschüttung, die wieder eher dick macht! Und zwar genau
das für Herz und Kreislauf gefährliche viszerale Bauchfett (Stammfettsucht
durch Cortison!). Gelassen und locker trainieren!
Vorschlag: Beginnen Sie jeden zweiten Tag mit etwa 15 Minuten im
Aeroben (v.a. gerade aus, ev. leicht ansteigend) und steigern Sie langsam bis jeden
zweiten Tag auf 60 oder täglich 30 Minuten aerob (Wobei ich selbst nie einen Pulsmeter
gebrauche, also nur auf meine Atmung achte.). Jeder soll aber auf seine Facon selig
werden!
Für die Gesundheit ist aber auf Länge die 3in3-Regel wichtig: im
Minimum 3 Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens 3 Mal! Vielleicht ist
mehr als 4 Mal pro Woche aber ungesund (mindestens fürs Herz: siehe
Vorhofflimmern)!
Achtsamkeit
Für wahrhafte und stabile Prozesse ist unsere Anwesenheit nötig. Wenn wir
essen, dann essen wir. Wenn wir laufen, dann laufen wir. Wir lenken uns beim
Laufen durch nichts ab. Wir setzen keine zusätzliche Reize. Wir nehmen nur das
Laufen wahr und erleben es. Wir rennen nicht mit einem Walkman im Ohr oder mit
Stöcken in den Händen. Statt erschöpft werden wir durch achtsames Laufen
erfrischt und erholen uns, paradoxerweise, weil wir Unangenehmes zulassen und
nicht wegrennen vor unseren Empfindungen.
Ihr Blick ist offen, aber nicht fixiert (auch nicht aufs Ziel oder eine
Zeit). Lassen Sie die ganze Umgebung "reinkommen". Auch das Innenohr
ist offen für alle Umgebungsgeräusche.
Auch das grosse Sinnesorgan "Fuss" öffnet sich gegen den Boden.
Öffnen Sie sich, ergreifen Sie nichts. Die Bewegung wird nur stabil und
ökonomisch, wenn Ihre Sinne auf diese Weise aktiv sind.
Sie werden erleben: Die unten angeführte Laufhaltung führt uns weg vom TUN,
hinein ins SEIN.
Haltung/Laufstil/Technik
kurz und bündig zusammengefasst: www.dr-walser.ch/laufhaltung.pdf
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Warum besitzen die Spitzenlangstreckenläufer von Kenia so vogelähnliche,
lange, dünne Beine?!
Jürg Wirz diskutiert darüber in seinem Buch "Run To Win"
auf mehreren Seiten und befindet sich in guter Gesellschaft ,
wenn er das Naheliegende übersieht (siehe dieselbe Diskussion über die Pferdebeine):
Sie liefen die ganze Jugend schon mehrheitlich barfuss und
schulen so ihr grosses "Sinnesorgan Füsse", ihre Propriozeption ideal. Sie erreichen dadurch den unten
beschriebenen Laufstil, der schlussendlich viel mehr Stabilität für Gelenke
und Bänder und weniger
oberflächliche Beinmuskelkraft benötigt!
mit und nicht gegen die Schwerkraft
Wir lassen einfach los und die Schwerkraft, unser Gewicht wirkt!
Wie erreiche ich dies? Das Gewicht des Oberkörpers ist der Motor. Man läuft
dazu mit wenig Vorlage im Brustbereich. Der Schwerpunkt liegt immer vor dem Lot.
Das Gewicht zieht uns also nach vorne! Man kann
sich ein Gummiband vorstellen, das uns am Brustbein nach vorne zieht. Das Ziel
zieht uns damit an - wir fixieren uns nicht auf das Ziel oder eine Leistung. Sie sollten das
Gefühl haben, der Rumpf werde vom Brustbein her, das fast senkrecht steht, nach
vorn und gleichzeitig in die Länge gezogen. Selbstverständlich drücken
Sie nicht die Brust raus. Das Becken scheint vergleichsweise weit hinten zu
"hängen". Dadurch
schwingen die Beine wie von selbst (aus den tiefen Schwingmuskeln,
dem Filet = Iliopsoasmuskeln) und
es entsteht kein muskelaktives Vorsetzen (durch
den "oberflächlichen" Quadriceps-Muskel). Das Knie des Schwungbeines
ist bei der "normalen Bewegung" leicht einwärtsgedreht und schwingt
innen durch nach vorn. Man setzt so auch automatisch auf der Aussenseite der
Ferse ab, die dafür viel besser geschaffen ist und nicht wie die Innenseite des
Fusses kollabieren kann . Die natürliche. spiralige, strukturelle Verschraubung
des menschlichen Gewebes kommt so voll zum Tragen und erhöht die Stabilität
des Beines. Sehr eindrücklich sieht man dies auf dem untenstehenden Foto
von Simone Niggli-Luder, der mehrfachen Schweizer OL-Weltmeisterin - hier im
Schlusshang des Jungfrau-Marathons (42 Kilometer und 2000 Höhenmeter!).
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Es folgt automatisch (ohne
dass man was "tut") eine runde Abrollbewegung im Fuss von der Ferse (zuerst aufsetzen)
zum Vorfuss. Das "Abrollen" ist eigentlich unrichtig: Der Fuss ist
nicht gegen unten rund wie ein Pneu, er ist eher ein Saugnapf, der unter Druck
auseinander geht (nach vorne und nach hinten und selbst nichts macht. Praktisch immer ist ein Fuss am Boden und nie beide
gleichzeitig in der Luft . Wir wollen ja nicht in die Luft springen und so viel
Energie verlieren, sondern vorwärts kommen! Man drückt also den Vorfuss nicht
ab. Man lässt den Fuss solange am Boden bis er von selbst wieder abhebt und nach vorne
schwingt. Probieren Sie die Füsse gegen den Boden zu öffnen und so den Boden
durch die Laufschuhe zu spüren. Die Füsse setzen abwechselnd beinahe auf einer geraden Linie auf den
Boden auf und deshalb schaukelt auch der Rumpf nicht hin und her.
Der Kopf balanciert auf der Mittelachse des Halses (nicht nach vorne strecken).
Man kann sich den Kopf als eine Boje oder einen Luftballon vorstellen, der
locker auf allem sitzt. Er dreht sich vielleicht leicht in Richtung des
jeweiligen Schwungbeines. Auch ein leichtes Ja-Nicken ist möglich (lockerer
Schädel-Atlas-Übergang). Man sieht dies sehr deutlich und typisch bei Paula
Radcliffe, der britischen Top-Marathonläuferin.
Das Seil, das uns imaginär zieht ist nicht an der Stirn befestigt, sondern am
Brustbein. Das Brustbein schwebt wie vorne weg. Der Schultergürtel liegt leicht auf dem Körper (wie ein leichtes
Joch) und alles, auch die Arme hängen daran. Spüren Sie das Gewicht der Arme
in den Ellbogen, die waagrecht vor- und zurückpendeln, aber weder hinten noch
vorn hochkommen. Die Arme bewegen sich frei durch den Schultergürtel aus der
Gegend um das Schulterblatt und aus der Rumpfseite. Lassen sie den Rumpf und den
Schultergürtel recht ruhig nach vorne bewegen. Zur
Vermeidung einer länger dauernden isometrischen Kontraktion (mit negativer
Minderdurchblutung und folgenden Verspannungen, resp. Ansatzbeschwerden v.a. im
Ellbogen- und Schulterbereich) soll immer wieder mal die Faust (falls vorhanden) geöffnet werden oder
stets mit offenen oder halboffenen Händen gerannt werden. Lassen Sie auch immer wieder
mal die Arme frei hängen und mitbaumeln.
Daraus lässt sich auch ersehen, dass sog. "heavy hands" (Gewichte, die man in
den Händen hält) oder Stöcke in den Händen eine sehr negative Wirkung haben können,
da die Gefahr besteht, die Faust beim Vorschwingen der Arme nicht zu öffnen.
Das Becken hängt wie ein Topf (Die oberflächlichen Bauchmuskeln, Gesäss, Beckenboden
(vor allem hinten um den Anus) sind entspannt. Man soll den Mut haben, alles hinten raus zu lassen... zu
scheissen...).Lassen Sie das Becken nicht seitlich abkippen. Die Beine hängen
aus dem Becken raus (wie Pendel, die hinten bis zu den Rippen rauf reichen =
tiefe Schwingmuskeln). Das Becken "schwebt"
mit dem Oberkörper ruhig durch den Raum
und unten schwingen die Beine. Als Trainingseinheit empfiehlt es sich, mit einem
gefüllten Wasserglas in der Hand zu laufen. Wenn dies gelingt, ohne etwas zu
verschütten, ist der ideale Laufstil bald erreicht.
Gehen Sie im Geiste immer wieder Ihren Körper durch. Spüren Sie, wie die
Füsse frei an den Unterschenkeln und diese wiederum an den Oberschenkeln
hängen und wie die Drehachsen genau waagrecht liegen. Die Beine hangen wie
Pendel aus dem Bauchraum, wie von den Rippen und schwingen durch den
Beckengürtel. Sie haben das Gefühl,
als trügen die Beine den völlig entspannten Rumpf entlang einer geraden Linie
gleichmässig vor sich her.
Dies ergibt eine katzenartige, leichte, entspannte Schwungbewegung (man hängt quasi in
seinem Bindegewebe) und nicht ein muskelzentriertes, angestrengtes Kraftlaufen.
>>> Zur Haltung bei anderen Sportarten und -übungen lesen Sie hier
mehr: www.dr-walser.ch/haltung_im_sport.htm
!
Ganzfusstechnik
Gemeint ist also nicht die "Vorfusstechnik" (die leider auch für Laiensportler propagiert wurde), sondern sozusagen eine
"Ganzfusstechnik". Man setzt zuerst mit der Ferse auf. die aber
noch kaum Gewicht trägt. Erst beim Aufsetzen des Mittel- und Vorfusses kommt
der Hauptteil des Körpergewichts zum Tragen.
Die "Vorfusstechnik" (bei der man die Ferse nicht aufsetzt sondern
direkt den Vorfuss) erachte ich als medizinisch bedenklich und resultiert in vielen
Bindegewebsproblemen im Unter- und auch im Oberschenkel. Der Vorfussläufer fängt sein Körpergewicht
nach dem Vorfuss und der Plantarfaszie vor allem über die
Wadenmuskulatur und die Achillessehne ab. In diesen Strukturen finden sich dann
auch meist die Überlastungsreaktionen und Symptome. Dazu: www.gots.org:80/news/pres0049.htm
- Rist et al. finden aber nicht mehr Symptome der Achillessehne, aber vermehrt Plantarfascititis (hier).
Natürlich ist auch die "Rückfusstechnik" (Gewicht auf der Ferse) ein
Ausdruck von Ungleichgewicht und unökologischem Kraftaufwand (Schwerpunkt zu
weit hinten). Beim Rückfusslauf wird, um beim Bodenkontakt sein Körpergewicht
abzufangen als natürliches Dämpfsysteme die Pronationsbewegung im Rückfuss
eingesetzt, die zu einer entsprechend hohen Belastung der am Innenknöchel
liegenden Tibialis-posterior-Sehne führt. Überlastungsreaktionen beim Rückfussläufer
betreffen daher bevorzugt die Sehnenregion am Innenknöchel aber auch z.B. das mediale
Schienbeinkantensyndrom (mehr
hier).
von aussen nach innen
Durch diese Art Laufen wird ein
Extra-Stretching kaum mehr nötig (siehe unten unter "Stretching")! Man kann ein Gefühl entwickeln, wenn die
Grenze erreicht ist, wo ich von der oben beschriebenen Aktivität aus den
intrinsischen, inneren, achsennahen Muskeln mit begleitendem Bindegewebe (dem
sog. "Core" oder Kern: z.B. der dadurch aktivierte und
lang gebliebene Psoasmuskel = Schwingen der
Beine hinten weit in den Bauch hinein von den Rippen her - auch der beim Joggen
stets aktive tiefste Bauchmuskel Transversus abdominis, die kleinen direkt an
der Wirbelsäule gelegenen Multifidi-Muskeln) in die überwiegende Bewegung mit extrinsischen, äusseren Muskeln
wechsle. Diese äusseren Haltemuskeln (v.a. tonische Anteile) neigen viel stärker zu Verspannungen und Verkürzungen
und man staucht damit auch seinen Innenraum (benötigt dann eben Stretching,
etc... ). Lassen Sie dann überall dort los, wo Sie spüren, dass die gerade
Vorwärtsbewegung gehemmt wird. Im günstigsten Fall haben Sie das
Gefühl, Ihr Körper laufe von selbst. Versuchen Sie zum Beispiel, das Tempo nur
dadurch zu erhöhen, dass Sie Widerstände eliminieren und die Körpergeometrie
optimieren.
Lesen Sie zu dieser tiefen Stabilisierung der Bewegung das Tonic Function Model
von Hubert Godard: www.dr-walser.ch/hubertgodard.pdf
.
Zum idealen Gleichgewicht benötigen wir einen guten Fuss-Boden-Kontakt, ein
"peripheres" Raumempfinden über die Augen (Bilder locker reinlassen
und nicht fixiert anstarren) und ein waches Innenohr. Das Letztere können wir
aktivieren, indem wir auch mal kurze Zeit blind weiterrennen. Wir spüren dann
die Füsse und die Umgebungs-Töne viel deutlicher.
Nicht verkürzen
Unseren Innenraum versuchen wir während dem Joggen (und überhaupt in jeder
Bewegung und Haltung - siehe "Normal Function" im Rolfing)
im ganzen Körper möglichst zu erhalten - idealerweise sogar zu verlängern.
Weshalb?: Es ist gelenkschonend (diese verlieren nicht an Binnenraum - auch nicht in
den Zwischenwirbelgelenken!); gewebeschonend (für Muskeln, Sehnen, Bänder und deren
Knochenansätze); Die Eingeweide haben mehr Platz und damit ideale Lebensbedingungen
(auch die Atmung!); Das Blut zirkuliert freier; ... und auch die Seele fühlt sich
wohl...
Wie erreiche ich dies?: Siehe oben: möglichst wenig Muskeln benötigen (v.a.
nicht die oberflächlichen Bewegungsmuskeln, die bei Tätigkeit - ohne die
Stabilisierung der tieferen intrinsischen Muskeln - zur Verkürzung neigen)
-> Bewegung mit einer Entspannung und nicht mit einer Kontraktion beginnen
-> "Gratiskräfte" einsetzen (Schwerkraft/Gewicht, elastische
Spannkraft des Bindegewebes/Fasziennetzes -> geschmeidige Schwing- oder Katapultbewegungen);
achsennahe Myofaszien (Muskeln + Bindegewebe) erfüllen diese Aufgaben besser
als das Hüllgewebe (Schwingen der Beine aus dem Bauch - aus dem Ilio-Psoas-Muskel und nicht
mit oberflächlichen Beinmuskeln, der Arme aus dem Rücken - mit tiefen
Schulterblattmuskeln (z.B. M.serratus) und nicht aus Brust oder Schulter-Nacken (z.B.
M.pectoralis minor, M.teres, etc.); mehr oder weniger gebeugte
Gelenke (haben mehr Raum als durchgestreckte - Achtung bei Nordic Walking, v.a
beim forcierten!): Schultergürtel vorne und Po nach hinten (leichtes Falten
im Hüftgelenk - und auch in den Knien).
Der Schwerpunkt soll in der Bewegung möglichst ruhig auf einer Linie bleiben
und dabei möglichst tief liegen (ergibt wieder weniger Abnützung und
grösseres Gleichgewicht - vergleiche mit einem Rennwagen). Die Faltbewegung in der Zickzacklinie
(Folding
im Rolfing) erfüllt diese Bedingungen (inklusive
Innenraumerhaltung) auf ideale Weise! Stellen Sie sich Ihren Schwerpunkt vor und
vermindern Sie auf unebenem Gelände seine Ausschläge nach oben und unten. Sie
strecken sich etwas gegen den Boden, wenn Sie in ein Loch treten, und lassen
sich tiefer ins Falten sinken, wenn Sie auf eine Erhöhung treten. Sowohl
geradeaus, als auch bergaufwärts, aber auch bergabwärts versucht man diese
Vorlage im Oberkörper und das Becken hinter der Mittellinie beizubehalten.
Ein Gelenk hat bei Bewegung am meisten Platz, wenn sich mit der Tätigkeit
der Agonisten (z.B. Beugermuskeln) auch die Antagonisten (z.B. die Strecker)
entspannen. Beim Joggen soll also sowohl die Vorder- wie auch die Hinterseite des Körpers
entspannt und damit lang bleiben.
Bergläufe: Bergauf- und Bergab-Gehen oder -Laufen
Die Haltung beim Gehen, wie auch beim Laufen sind grundsätzlich die gleiche.
Beim Laufen wird die Vorlage des Oberkörpers nur noch etwas verstärkt.
Bergauf:
Man probiert möglichst mit dem Gewicht des Oberkörpers in Vorlage in den
Hang reinzuliegen. Man lässt sich bildlich wie eine Standseilbahn schräg nach
oben ziehen. Das Seil ist am Brustbein angehängt. Man ist aber nur im
Hüftgelenk gebogen, der Po bleibt hinten und das Brustbein und der Kopf drauf
bleiben senkrecht (konvexe Mittellinie des Oberkörpers).
Im Schwungbein beuge ich das Knie zuerst etwas mehr als geradeaus und
lasse dann das Bein (wie oben beschrieben) locker und entspannt aus der Hüfte
raus nach vorne schwingen. Der Fuss "schlägt" dann mit kleinen
Schritten wieder in den Hang - man "stolpert" den Berg rauf.
Die gefühlte Anstrengung sollte dabei beim Laufen kaum grösser sein als
wenn man Gehen würde. Man macht wirklich ganz kleine Schritte.
Bergab:
Auch hier mit fast noch grösserer Vorlage als beim Bergauf-Laufen (mit
konvexer Mittellinie des Oberkörpers mit senkrechtem Brustbein weit
vorne) und starker Beugung im
Hüftgelenk . So hat man den Schwerpunkt immer weit vorne
über den drei wichtigen Federn unseres Körpers: Fuss, Knie und Hüftgelenk.
Bei der häufig gesehenen Rücklage werden die Knie durch den schlechten Hebel
und durch den Ausfall der Federung im Hüftgelenk und auch im Fuss massiv
belastet. Zudem ist der Stand durch den Schwerpunkt, der hinter den Füssen
liegt, sehr schlecht und bei nassem, glitschigen Grund ist die Gefahr gross,
dass man nach hinten hinfällt. Die Bergsteiger kennen dies schon immer: Wie ein
Affe sollte man mit Falten im Hüftgelenk (Po hinten und Brustbein vorne, oben) eine
steile Geröllhalde oder nasse Wiese runtergehen.
Beim Bergablaufen hat man alle Vorteile des negativ dynamischen (exzentrischen)
Krafttrainings: Die Spannungsspitzen sind weit über dem positiv dynamischen
(konzentrischen - beim Bergauflaufen) mit Maximalkraftwerten (exzentrisches
Kraftmaximum 30-40% grösser als das isometrische, dieses 10-15% über
dynamisch-konzentrischem Kraftmaximum). Es kommt zu einer ausgeprägteren
Hypertrophie des Muskels (langer Reiz) und zu einem deutlichen Zuwachs auch bei
hohem Trainingsniveau.
Diese Laufhaltung kurz und bündig zusammengefasst hier: www.dr-walser.ch/laufhaltung.pdf
Diese Haltung und Bewegung können Sie im "Rolfing"
lernen! Mehr darüber hier: www.dr-walser.ch/rolfing.htm
Ich gebe auch stundenweise persönliches Training (zuerst eine Stunde
Theorie und persönliche Anwendung von Haltung und Bewegung + dann eine Stunde
gemeinsames Jogging):
Anmeldung Mo/Mi/Fr unter 044/ 241 75 55 oder per
Mail.
Laufschuhe - auf dem Weg zum Natural Running
Der Fuss ist ein eigentliches Sinnesorgan (mit mehr als 30'000
Nervenendigungen), der möglichst viele Reize erhalten will. Wann immer möglich sollten Sie
deshalb auch mal barfuss laufen. Wer barfuss läuft,
läuft instinktiv richtig. Der Fuss öffnet sich gegen den Boden und die
wichtigen Muskeln der Beine und des "Core" werden dabei
angesprochen und so wieder in ihren Normalzustand gebracht. Beim Barfussgehen
ist die maximale Pronation kleiner als mit Schuhen. Schuhe (und vor allem eine
Dämpfung im Fersenbereich) provozieren immer
eine Pronation (Biomechanische Forschungen an der ETH Zürich durch A.Stacoff)! Ein Laufschuh (und
übrigens auch ein Alltagsschuh) soll also möglichst nah beim Barfusslaufen
sein: eher dünne, flexible, flache Sohle (keine mit dieser enormen Dämpfung - hier wird
ein Grossteil der aufgewandten Läuferenergie schlicht und einfach vernichtet
und steht für die Fortbewegung nicht mehr zur Verfügung. Auch resultieren
daraus durch zusätzliche Seitwärtskippbewegungen und Instabilität des
Rückfusses u.a. Achillessehnenprobleme.). Dass moderne
Laufschuhe für die Gelenke des Beines schädlicher sein können als barfuss zu
Joggen zeigt auch eine Studie von Forschern der University of Virgina, die im
Fachmagazin «The Journal of Injury, Function and Rehabilitation» veröffentlicht
wurde. Die Wissenschaftler liessen 68 gesunde Sportler auf einem Laufband
trainieren - mit Schuhen und barfuss. An Hüfte, Knie und Fussgelenk stellten
die Experten höhere Belastungen fest, wenn die Jogger Schuhe trugen. Die
Belastung für die Gelenke war laut den Angaben sogar höher als das Gehen auf
hochhackigen Schuhen. Die Hüfte wurde in der Studie mit Laufschuhen
durchschnittlich um 54 Prozent stärker belastet als barfuss, im Knie lagen die
Werte zwischen 36 und 38 Prozent. Dem Fuss gaben die Trainingsschuhe dagegen
einen guten Halt. Die negativen Effekte auf die Gelenke würden wahrscheinlich
zu grossen Teilen von dem erhöhten Absatz und Stützmaterial unter dem Fussgewölbe
verursacht. Beides sei charakteristisch für heutige Laufschuhe (diese
Studie finden Sie hier >>>).
Seit 2005 hat die Schuhindustrie endlich diese Gedanken aufgenommen und
entwickelte nun auch Laufschuhe danach (z.B. Nike Free oder Biom von Ecco und On
von On - auch Scott oder Newton haben nun Schuhe, die in diese Richtung gehen). Die neue
Devise ist: keine Dämpfung, keine Stützung, keine Führung!
Laufschuhe sollten auch nicht durch Unterstützung dem Laufstil angepasst
werden. Man sollte keine Korrektur von Pronieren (Abrollen über Innenrand des
Fusses) oder Supinieren (Aussenrand) mit Sohlenverstärkungen mehr machen. Man hat gemerkt, dass
die Schulung der Propriozeption viel wichtiger ist, sprich: mehr Reize für den
Fuss: Barfusslaufen, barfuss joggen, ev. neuromuskuläre Einlagen (man könnte
aber auch etwas feinen Kies in den Schuh schütten...). Mit Barfusslaufen hat man
keinen Spannungsverlust der Pronationsunterstützung durch die eigene
Muskelschlinge (m.tibialis posterior und lange Zehenflexoren). Dazu darf eine
Sohle nicht zu steif sein. Der Schuh darf in allen Ebenen nicht als Hebel
wirken. Kurz: er soll möglichst nah bei Barfusslaufen sein!
Zudem ist die wichtigste Laufphase für die Biomechanik die Abstossphase des
Fusses und eben gerade dann nützen Einlagen und Unterstützungen meist nichts!
Dann hat man auch gefunden, dass der mechanische Reiz des Stosses vom Boden
her gut ist für einen starken Knochenwachstum, also stark gegen die Osteoporose
wirkt. Eine Dämpfung im Laufschuh zernichtet diesen gesundheitlichen Profit.
Durch diesen Stoss werden auch die tiefen Stabilisatoren der Rumpfmuskeln zur
Arbeit angeregt, was der erste und wichtigste Schritt zum Gleichgewicht in der
Bewegung ist.
Mir schwebte immer ein Schuh vor, der wie Gummimilch um den Fuss und alles
Zehen einzeln eine leichte schützende Schicht bildet. 2008 habe ich ein Modell
gesehen, das dem recht nahe kommt: die Vibram FiveFingers.
Unter diesem Aspekt ist sogar das Alter der Laufschuhe nicht mehr so wichtig. Am besten hat man
dennoch mehrere
Laufschuhe, die man im Wechsel benutzt. So lässt sich der negative Einfluss
eines Paares auf ein Minimum reduzieren.
Noch ein Tipp: Stellen Sie den Laufschuh leer auf den Tisch: Die Ferse sollte
eindeutig horizontal sein. Aber auch sollten Vor- und Rückfuss keinen
Höhenunterschied aufweisen und gegeneinander gut beweglich sein und der Schuh
vor allem im vorderen Bereich felxibel.
(Siehe dazu: Entwicklung der Laufschuhe;
Fit for Life Sonderheft Laufsport; Interview Dr. B. Segesser, 3971 KB)
Stretching
ist wie oben erwähnt nicht unbedingt notwendig (Diese These wurde neulich wieder in einer
australischen Studie an Armeeangehörigen bestätigt (BMJ
2002;325:468 R.Herbert, M.Gabriel).), es kann sogar bei Freizeitjoggern
die Verletzungsgefahr leicht erhöhen. Falls man Freude daran hat: am besten
ca. 10 Minuten laufen, dann anhalten und die Übungen durchführen, allerdings
höchstens 10 Minuten und nicht zu intensiv. Ich selbst ziehe den "Adlerflug"
vor. Er soll aber möglichst gut erlernt
sein und aus dem "Core" raus geschehen.
Am besten ist es auch, einfach langsam loszulaufen. Dieses Warming-Up
bereitet nicht nur die Muskeln vor, auch alle Organe, mein ganzer Körper wird
aufgewärmt. Dann
kommt man vom Gehen zum Joggen, indem man sich durch das imaginäre Gummiband am
Brustbein nach vorne ziehen lässt (nicht mit den Beinen Tempo machen). Fühlen
Sie das Gewicht des Oberkörpers, das Sie leicht nach vorne zieht.
Nach intensivem Joggen sollte keinesfalls statisch gedehnt werden. Denn das
drosselt die Durchblutung und verzögert die Regeneration. Zudem können dadurch
kleine Muskelfaserverletzungen (von denen es nach 60 Minuten Laufen immer einige hat)
noch vergrössert werden. Auch hier lautet die
Devise: langsam auslaufen! Cool-Down!
Anders nach Krafttraining: Dehnen Sie dort kurz den ganzen Körper. Vor allem
wenn Sie Ihre Bauchmuskeln trainieren, sollten Sie diese abschliessend dehnen,
damit sie geschmeidig bleiben. "Zähe" und angespannte Bauchmuskeln
stören nämlich die normale Bewegung am häufigsten und nachhaltigsten.
Hier ein paar Worte zum Krafttraining:
Krafttraining
Bei den meisten Sportarten - auch beim Laufen - stehen zwei Aspekte im
Vordergrund: Kraft und Technik. Offensichtlich optimiert die oben beschriebene
"normale" Bewegung Ihre Technik. Meistens will man jedoch mit dem
Naheliegenden, nämlich mehr Kraft, die Leistung steigern. Der Einfluss der
Technik ist dagegen schwerer fassbar. Eine bessere Technik erhöht Ihre Leistung
jedoch ebenfalls, weil Sie damit den Wirkungsgrad des Krafteinsatzes verbessern.
Von der Kraftkomponente drohen sogar einige Nachteile. Dickere und
kräftigere Muskeln tendieren nämlich dazu, mehr aktive Spannung auszuüben.
dadurch wird Ihr Körper unnötig verkürzt und gestaucht. Das wiederum
bedeutet, dass Bewegung gegen einen höheren Widerstand durchgesetzt werden
muss, die Muskeln also quasi gegen sich selbst arbeiten müssen. Man gerät
dabei leicht in einen Teufelskreislauf, an dessen Ende man sich vor lauter Kraft
und Anstrengung kaum mehr rühren kann!
Beachten Sie auch einen weitere Auswirkung übermässigen Krafttrainings: Die
Faszien hochtrainierter Muskeln verdicken und verhärten sich. Die
Geschmeidigkeit der Muskeln geht verloren und der Körper kann sich in der
Bewegung kaum mehr verlängern.
Es besteht also ein gewisser Gegensatz zwischen Kraft und Technik. Für den
Organismus, seine Gesundheit und Flexibilität ist es vorrangig, dass der
Körper beweglich und geschmeidig ist. Denken Sie wieder an eine Katze, deren
Muskeln extrem weich und "dünn" sind. Sie trainiert nie ihre Kraft,
doch sie dehnt sich immer wieder, um ihren Körper und sein Gewebe geschmeidig
zu halten.
Damit will ich nicht sagen, dass Sie nicht auf Kraft trainieren sollten -
wenn Sie das möchten. Beachten Sie dabei aber unbedingt zwei wichtige Dinge.
Erstens sollten Sie alle Übungen "natürlich und ökonomisch" ausführen, vor allem wenn
Sie an Kraftmaschinen arbeiten, will heissen: Lassen Sie sich Ihren Körper auf
keinen Fall stauchen! Spüren Sie immer bevor Sie mit der eigentlichen Übung
beginnen, wo Ihr Körper gegen den Boden, eine Sitzbank o.ä. gestützt ist.
Fühlen Sie zu diesem Zweck Ihr ganzes Gewicht. Dann drücken Sie gegen den
Boden, so dass als Folge davon erst der Körper sich streckt, dann das Gewicht
am anderen Ende Ihres Körpers bewegt wird. Zum zweiten sollten Sie am Schluss
des Trainings wie oben unter "Stretching" beschrieben den ganzen
Körper, insbesondere die Bauchmuskeln immer kurz dehnen.
Als Trick für guten Muskelaufbau kann man bis maximal 60 Minuten nach dem Krafttraining
10 Gramm hochwertiges Protein zu sich nehmen (dazu soll man nicht die teuren Proteinbüchsen
kaufen, sondern viel besser einfach ein Glas Milch (3 DL) trinken. Die
wichtigste Aminosäure für den Muskelaufbau ist Leucin und die hat's genügend
und optimal in der Milch!).
Man muss übrigens dazu nicht in teure Fitnessstudios: Tägliches Hanteltraining
(Kurz- oder Langhanteln, aber auch das Theraband) reichen. Und es braucht dabei
keine grossen Gewichte, ein leichter Widerstand reicht aus - allerdings ist Regelmässigkeit
unumgänglich). Der Zeitpunkt spielt eine grosse Rolle: vor dem Zu-Bett-Gehen
ist am idealsten (da nachts günstiges Hormonprofil zum Muskelaufbau aufgrund
der zirkadianen Schwankungen besteht).
Flüssigkeitsersatz
Alltäglich: Als Basis immer viel trinken, d.h. 2 bis 2,5 Liter Wasser
täglich (so kann man die anfallende Harnsäurekristalle loswerden und diese
werden nicht nach und nach u.a. ins Gleitgewebe der Sehnen abgelagert. Daraus
würde eine langsame Abnahme der Elastizität des Bindegewebes, eine zunehmende
Steifigkeit und erhöhte Verletzungsneigung resultieren!).
Jemand, der in einer Stunde 12 km läuft,
verliert etwa 1,2 Liter Schweiss. Ein Leistungssportler, der in der gleichen Zeit 18 km
zurücklegt, schwitzt 1,8 Liter. Nimmt das Gesamtkörperwasser
um 2% (nur 0,6 bis 0,8 Liter!) ab, drohen Muskelkrämpfe, und ab 4% reduziert sich auch die
sportliche Leistung messbar.
Als Regel kann gelten, dass wer weniger als eine Stunde trainiert, keine
Leistungseinbussen erwarten muss, und es reicht dann, wenn man nach dem Sport ausreichend
trinkt. Bei Longjogs sollte man während der ersten zwei Stunden hypotone Getränke zu sich nehmen, die angebotenen isotonen
also mit Wasser verdünnen. Falls man länger als zwei Stunden rennt, muss man
unbedingt nach dieser 2.Stunde auf hypertone Getränke umsteigen und am besten
auch vor dem Lauf hyperton trinken. Ist man länger als 60 Minuten aktiv, sollte
sowieso schon vor und während des
Rennens Flüssigkeit zu sich genommen werden, d.h. schon eine halbe Stunde vor dem Start
400 bis 600 ml und dann alle 10 bis 20 Minuten 100 bis 250 ml "nachfüllen"
(Achtung: die Magenentleerungsrate beträgt nur 0,8 Liter pro Stunde - mehr zu trinken,
wäre also blanker Unsinn. Zudem sind Mengen über 0.8 Liter pro Stunde auch
gefährlich, da es zu einem Absinken des Natriums im Blut kommen kann und damit
zum lebensgefährlichen Hirnödem!). Hier sind kohlehydratreiche Getränke besser geeignet (wenn
keine feste Nahrung aufgenommen wird).
Hypotone Getränke: Mineralwasser, Tee, Bouillon, Tomatensaft.
Isotone: Optimal ist ein Gemisch von 2 bis 3 Teilen (natriumreichem) Mineralwasser mit einem
Teil (kaliumreichem) Fruchtsaft (Orangensaft, Johannisbeernektar, Apfelsaft oder
Traubensaft).
Teure, konfektionierte isotone Getränke kann man sich damit ersparen! (Quelle:
u.a. A.Schek, Giessen; Ernährungs-Umschau, 47.Jg., Heft 6 (2000), Seite 228-234))
Für Marathonleistungen habe ich dazu eine eigene Seite geschrieben>>> www.dr-walser.ch/hyponatriaemie.htm
!
Ernährung
Während Training: www.dr-walser.ch/ernaehrung.htm als
Grundlage und für Leistungssportler >>>
hier Genaueres.
Zum häufigsten Mangel an Magnesium und Eisen
>>> siehe unten.
Vor Wettkampf ("natürliches Doping"):
Dies soll unbedingt mindestens einmal vorgängig bei einem weniger wichtigen
Wettkampf oder vor einem intensiven Training ausprobiert werden.
5 Tage vor dem Wettkampf kohlehydratarm essen. 2 Tage vor dem Wettkampf soll man
dies abbrechen und sehr viele Kohlehydrate: Brot, Teigwaren, Reis, Kuchen,
Kekse... Am
Vortag sehr viel trinken. Am
Vorabend keinen Alkohol und am Wettkampfmorgen Honigbrötchen und
Konfitüretoast - ein Glas Wasser direkt vor Start.
Während des Rennens: Sportriegel enthalten meist viel zuviel Fett - was
wirklich hilft sind Gemische von schnell aufschliessbaren Kohlenhydraten mit
solchen die bis zu einer Stunde wirken, am besten in flüssiger Form, da so
magenverträglich (z.B. Powergel) - von diesen jede Stunde eine Portion. Schon
nach wenigen Kilometern wenig trinken und dies dann alle 5 Kilometer/ 30
Minuten. Zu Beginn (eines Marathons z.B.) eher hypoton, d.h. immer isotonisches
Getränk PLUS Wasser und erst gegen Schluss iso- oder hyperton.
Ein sehr gutes Abstrakt über "die optimierte Ernährung" des
Sportlers von Dr. med. Reinhard Wittke, Bayreuth findet man hier
!
Wann
Selbst ausprobieren!
Mein Tipp: Sie sollten nicht die Primetime Ihres geistigen Höhenflugs (meist
vormittags) verschenken und die dem Körper widmen. Joggen Sie in ihren "Down-Phasen"
nach energetischen Hochs (also meist abends oder im "Mittagstief").
Es wird dann auch wunderbar entspannend wirken - und der Geist kann ruhen.
Aber... morgens sind dann auch während des Laufens die Gedanken klarer... es
gibt Raum für Neues... die Luft ist reiner...
Sport VOR dem Essen führt zu besserer Fettverteilung: Das Nahrungsfett
geht dann direkt in die Muskeln (deren Fettdepot im Sport geleert wurden) und
nicht in den Bauch! Dies entspricht dem altbewährten Muster: Jagen und dann
Essen! >>Weiterführendes zum Abnehmen
siehe hier auf meiner Seite!
Studien zeigen auch, dass Sportler, die strikte Trainingspläne einhalten, sich
vermehrt verletzen! Laufen Sie also, wie sie Lust haben! Dann hört man einfach
mehr auf die Signale des Körpers...
Gesund ist wohl auch, nur jeden zweiten Tag zu joggen: siehe
hier!
Bewege ich mich genügend?!
>>> einfacher Test hier: www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm#bewegung
aerob oder anaerob?
Ich selbst trainiere ohne Pulskontrolle und vertraue ganz auf mein subjektives
Anstrengungsgefühl. Die eigene Einschätzung der Strenge der Belastung ist
sehr zuverlässig - sie berücksichtigt alle individuellen Spezialitäten, auch
das Fest vom Vorabend z.B.. Aufmerksamkeit und feine Wahrnehmung sind gefragt.
Wir haben eine zuverlässige "innere Pulsuhr". Als grobe Orientierung
mag die Atmung dienen: Man sollte noch während dem Joggen reden und durch die Nase atmen können (z.B.
auch von eins bis zehn zählen - und dies ruhig in einer einzigen Ausatmung).
Auch eine Strophe in normaler Lautstärke singen, ist ein wertvoller Test.
Falls man es doch mit Pulsmessung kontrollieren will - und dies vor allem als
Unterstützung beim Erforschen der obigen inneren Pulsuhr dient:
Es gibt zwei Möglichkeiten, wirksam zu trainieren: mit konstantem Trainingspuls
oder im optimalen Trainingsbereich.
Konstanter Trainingspuls: Für über 40jährige gelten 170 Schläge minus das
halbe Alter als vernünftig. Ein 46jähriger sollte also mit einem Puls von 147
Schlägen trainieren. Die Formel für unter 40jährige lautet: 180 Schläge
minus Alter. Die individuelle Variation ist aber enorm.
Optimaler Trainingsbereich: Der Maximalpuls sollte nie höher sein als 220
Schläge minus Alter. Der Trainingsbereich liegt dann:
- für die Grundlagenausdauer (Hauptteil des Trainings) zwischen 60 und 75 Prozent
des Maximalpulses.
- für die ideale Fettverbrennung aber bei moderat Trainierten bei 75% +/-10%
und bei Untrainierten bis Guttrainierten (ganzes Spektrum) sogar zwischen
40 bis 90%!
- für Regeneration nur bis 60%
- für Kraftausdauer zwischen 75 und 85%
- für Vorbereitung auf Wettkampfbelastung zwischen 85 und 95%
- im Wettkampf zwischen 95 und 100%
Schnelles Ausrechnen der persönlichen Trainingsintensität finden Sie hier: www.conconi.ch/maxhf.html
Ein guter Mix ist auch 65% Ausdauertraining (aerob), 25% Tempo- und
Geschwindigkeitsentwicklung (anaerob - soll die Fähigkeit des Körpers
vergrössern, sich den Sauerstoff zunutze zu machen - etwa mit
Intervall-Training in Form des fartlek oder "Fahrtspiels") und 10%
Widerstandstraining zum Aufbau der Körperkraft unter hoher Belastung (etwa
durch Hügel oder Sanddünen jagen, ev. auch Workouts mit leichten Gewichten,
Langhanteln).
Ein guter Mix beinhaltet immer wieder Reize, d.h. Abwechslung für den Körper.
Immerdauernd lange, wenig belastende Läufe sind barer Unsinn. Eingestreute
Speed-Sandwiches von 15 bis 20 Sekunden lockern auch das extensive
Grundlagentraining immer wieder auf. In dieser Phase einer ev. Laufvorbereitung
sollte nie über 1 Std. 40 Min. lang en bloc gelaufen werden. Siehe auch unten
beim Marathonkapitel.
Nasenatmung
Den Reflex der Mundatmung mit bewusstem Atemtraining auf
reine Nasenatmung umprogrammieren kann sehr förderlich sein. Nasenatmung ist "Bauchatmung", resp.
Zwerchfellatmung. Das aktiviert den Parasympathikus-Teil des vegetativen Nervensystems und
reduziert dadurch die Ausschüttung von Stresshormonen. Sie werden ruhiger und
bleiben
besser im Aeroben. Man fühlt sich wesentlich ausgeglichener und deutlich weniger
stressempfindlich. Das können wir rasch anhand der Herzfrequenz bestätigen, die abnimmt.
Gemäss persönlichen Mitteilungen von Athleten war bei gleicher Leistung die Ansammlung der Milchsäure
(Lactat) im Blut,
ein Abfallprodukt der Muskelarbeit, unter der Nasenatmung im Vergleich zur Mundatmung
deutlich geringer. Zu Beginn kann mit Nasenatmung wegen der geringeren Sauerstoffaufnahme
pro Zeit nicht die gleiche Leistung erzielt werden. Längerfristig jedoch mobilisiert man
im Ausdauerbereich Reserven für eine markant bessere Leistungsentfaltung (Reduktion der
Ermüdbarkeit durch Stresshormone und Leistungssteigerung der Atemmuskulatur).
Zudem dient die Nasenatmung auch der Infektprophylaxe, denn die Einatmungsluft wird besser
gereinigt, angefeuchtet und erwärmt. Dies hilft beispielsweise auch allen Asthmatikern.
Voraussetzung für eine leichtgängige Nasenatmung ist eine tägliche Nasenhygiene: So wie
man Zähne putzt, sollte man auch die Atemwege pflegen (tagtägliche Nasendusche,
es genügt physiologische Kochsalzlösung (eine
Prise Salz in ein Glas Wasser) - aus der Hohlhand reinziehen und wieder
rausschnauben).
Einen Marathon rennen...
...ist leichter als Sie zu denken wagen!
-
Eine kompakte Anleitung habe ich hier bereitgestellt: www.dr-walser.ch/marathon.pdf.
-
Die ökonomische Laufhaltung finden Sie als Zusammenfassung
hier: www.dr-walser.ch/laufhaltung.pdf
-
Voraussetzung ist eine gute Gesundheit
(Bei gesunden Personen unter 35 Jahren geht es um den Ausschluss von
Herzmissbildungen bei über 35jährigen um die Schätzung des Risikos einer Herzkranzgefässerkrankung:
Beides kann auch der Hausarzt gut abklären!), ideale Ernährung (siehe>>>),
Kenntnisse der wichtigsten Laufregeln (siehe>>>).
-
Verinnerlichen soll man sich die
Mentalität eines Langstreckenläufers: In kleinen Schritten weit kommen!
Weniger ist mehr! Langsam beginnen, langsam steigern, langsam bleiben mit
vielen Ruhephasen (v.a. vor und nach Wettkämpfen oder Longjogs oder nach
Speedläufen in der Mittelphase der Vorbereitung). Damit ist aber nicht LSD = Long Slow
Distance gemeint. Immerwährend lange, wenig belastende Läufe sind
Unsinn und machen eher lsd = langweilig oder lahm, schlapp und doof o.Ä.!
Ein guter Mix beinhaltet immer wieder Reize, d.h. Abwechslung für
den Körper.
-
6 Monate vor dem Marathon mit Regelmässigkeit
des Grundlagentrainings beginnen. Am besten zu zweit (als Paar-Erlebnis und -Ziel)
oder unter Teilnahme eines der diversen Lauftreffs in der Nähe (zu finden
u.a. bei www.in-team.ch/ oder um und in
Zürich: www.cityrunning.ch.). Nur jeden zweiten Tag joggen und nur 4-6
Stunden pro Woche insgesamt (zuviel ist hier krass ungesund!). Eingestreute
Speed-Sandwiches von 15 bis 20 Sekunden lockern auch das extensive
Grundlagentraining immer wieder auf. Viele Reize und Abwechslungen setzen!
In dieser Phase der Laufvorbereitung sollte kaum über zwei Stunden lang
en bloc gelaufen werden.
-
Steigerung der Distanz v.a. in der
Periode 8 bis 4 Wochen vor dem Marathon. In dieser Zeit kann man einmal wöchentlich
auf 2 bis 3 Stunden und einmal monatlich auf 3:30 steigern (Gesamtkilometer
pro Woche bis 80 Kilometer). Nach diesen Longjogs, in denen man auch mal
sauer werden darf, unbedingt 72 Stunden Erholung! In den 4 Wochen vor dem Marathon wieder höchstens
60 Kilometer in der Woche (Tempo pflegen - am besten meist nur 30 Minuten
lang, aber teils auch Speed) und in der Woche direkt vor dem Wettkampf nur noch
3mal 30 Minuten leichten Dauerlauf. Die Regenerationsphase nach dem Marathon
dauert 3 bis 4 Wochen: nur 2mal wöchentlich ca. 8 Kilometer sehr leichten
Dauerlauf und viele Ausgleichssportarten.
-
Ich trainiere fast ausschliesslich in
hügeligem Natur-Gelände und habe dadurch viele Kraftanteile und ein natürliches
Fahrtspiel, etc. gleich stets inbegriffen.
-
Regelmässig Ausgleichssportarten
geniessen (Radfahren, Schwimmen, Skating, Volleyball, Wandern...).
-
Unbedingt ein Zwischenziel als
wettkampfmässigen Halbmarathon ca. 2 bis 3 Monate vor Marathon planen.
Zwischenziele sind für die Psyche wichtig - Geschmack eines Massenrennens,
Wettkampfatmosphäre, Material unter Belastung (v.a. auf Asphalt)...).
-
Gegen Schluss den
Anteil Asphaltunterlage nicht steigern, da hier eine Anpassung so oder so
kaum möglich ist - und zudem ungesund!
-
Man muss sich im Klaren sein, dass der
Marathon selber wohl ungesund ist, die Vorbereitung hingegen gesundheitlich
unbezahlbar wertvoll. In der Vorbereitungszeit also nie wettkampfmässig
einen vollen Marathon laufen!
-
Im eigentlichen Wettkampf schmälert
ein zu starkes Fixiertsein auf Leistung und Zeitvorgaben das
einzigartige, fast mystische Erlebnis eines Marathons schwer! Eine
verbesserte Bestzeit kann eine weitere Freude bedeuten, aber soll nie das
Ziel sein! (siehe gleich unten bei der Midlife Crisis).
-
Zur Flüssigkeitsaufnahme während
eines Marathons habe ich eine eigene Seite geschrieben: www.dr-walser.ch/hyponatriaemie.htm
-
zum Magnesium- und Eisenmangel siehe unten>>>
-
Doping aus der Natur:
Täglich ein halber Liter Randensaft steigert mindestens beim Sport die körperliche
Ausdauer. Beginnen Sie mindestens eine Woche vor dem Lauf.
Die Wirkung beruht sehr wahrscheinlich in einem verringerten
Sauerstoffbedarf, was Studien auf die hohe Nitratkonzentration des
Rote-Bete-Getränks zurückführen. Nitrate werden im Körper zu Stickoxid
umgewandelt und beeinflussen die Sauerstoffverwertung in den Mitochondrien (Bailey
SJ et al., J Appl Physiol 2009).
-
Über die Ernährung kurz vor und
während des Wettkampfes habe ich bereits oben geschrieben: hier
>>>
Bewegung als Selbsttherapie
Wer joggt, hat eine Leistung persönlich und allein erbracht!
Dann mal unbedingt einen Gedanken
verschwenden an die inneren Triebfedern und Stimmungen, als all dieses
Laufen begonnen hat!?
Der typische Marathonläufer ist heute zwischen 40 und 50 Jahre alt... und
steckt in einer Midlife Crisis!
Er rannte typischerweise bis 30, 35ig irgendeinem Ball hinterher, merkte
dann aber, dass die Jungen im Fussball spritziger sind und im Volleyball
höher sprangen. Er hörte damit auf und der Bauch begann zu wachsen. Zudem
will er seine brüchigeren Knochen und Sehnen nicht mehr länger riskieren.
Der Hausarzt findet bald einen hohen Blutdruck und rät zu mehr Bewegung.
Laufen ist dann für viele naheliegend und die zweite Sportkarriere.
Gesundheitliche Gründe und Lebensstil sind dabei fast immer mit
Leistungsmotiven kombiniert. Viele Marathonläufer kommen aus
leistungsorientierten Berufen. Die meisten sind Büromenschen. Soweit recht
und gut! Fanatisches Ausdauertraining und extreme Wettkämpfe sind aber
häufig Ausdruck einer Midlife Crisis: Die Kinder flügge, im Job endlich
Prokurist, ein schönes Haus - und noch immer die gleiche Frau... Die einen
gehen fremd, die anderen kaufen eine Harley und die Dritten trainieren wie
wild. Die Ehefrauen der Ultra-Sportler haben am Abend einen müden Mann zu
Hause, stinkende Sportlerwäsche und im Küchenschrank nur Energieriegel.
Zudem haben Ausdauersportler häufig einen sehr einseitigen und asketischen
Freundeskreis - was zusätzlich belasten kann.
Also mal innehalten und in sich reinhorchen - dann seine Liebste fragen, ob
ihr was aufgefallen ist...
Viele Läufer begannen in einer
Lebenskrise mit dem Laufen. Für sie ist und bleibt Bewegung eine
Selbsttherapie. Mit der Entscheidung zu joggen ist der erste Schritt bereits
getan - denn wer sich entschliesst, übernimmt Verantwortung für sich
selbst, wird zum Steuermann seines eigenen Schicksals und damit zu einer
selbstbestimmten und aktiv handelnden Person. Wenn
die Messlatte für die Laufleistung richtig, also relativ niedrig, angesetzt
wird, sind Erfolgserlebnisse programmiert, die dann unser Selbstwertgefühl
stärken. Laufanfänger fürchten oft. die Strecke nicht zu schaffen. Durch ein
allmähliches Verlängern der Laufzeiten hangeln sich Laufneulinge von Termin zu
Termin und kommen langsam zu immer längeren Bewegungseinheiten. Dieses
Heranführen an angstbesetzte Handlungen und die allmähliche Überwindung der
Angst nennt man in der Verhaltenstherapie Desensibilisierung. Wenn sie im Sport
glückt überträgt sich dieser Angstabbau auch auf andere Lebensbereiche.
Jogging
als Meditation
Man erlebt beim Laufen auch häufig den "grübelfreien Zustand" (ohne
ärgerliche Gedanken und Ängste) oder "meditatives Laufen", der ein
eigentlicher Gedankenstopp bewirkt, um unerwünschte Gedankenketten zu
unterbrechen.
Wer will, kann diese "Bewegte Meditation" noch verstärken, indem
man nach dem Joggen 10 bis 15 Minuten (oder länger) innehält und sich ruhig
hinsetzt. Liegen führt weniger zu der achtsamen Stille, in die man sich führen
will. Yogasitz, wer sich gewöhnt ist - oder kniend mit einem hohen Kissen
zwischen den Beinen - oder auch auf einem normalen Stuhl (Sitzhaltung siehe hier
>>>). Lassen Sie dabei vollkommene Stille zu. Die Gedanken werden
dabei weiterhin kommen und gehen. Doch wir lassen sie wie Vögel oder Wolken
durchziehen und haften nicht an ihnen. Wir nehmen sie einfach wohlwollend wahr
und bewerten sie nicht. Wir spüren das Pochen des Herzens, hören wie der Atem
ein- und ausströmt. Dabei begegnen wir uns selbst, unserer eigenen Kraft.
"In der eigenen Kraft sein" wird erlebbar.
Dies probieren wir mit in den Alltag zu nehmen!
Nutzen
Gesundheitlicher Nutzen regelmässiger (als Regel kann 3in3
gelten: mindestens 3 Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens 3mal) nachhaltiger körperlicher
Bewegung:
Bewegung verbrennt das
"schlechte" Fett: Regelmässige sportliche Ausdauerbetätigung
reduziert das Gewicht zwar nur minimal (siehe Tabelle
auf meiner Abnehm-Seite!), dafür kann sie das schlechte, da
stoffwechselaktive Bauchfett, das innere Organe umgibt, verbrennen. Zu viel
Bauchfett erhöht das Risiko für Diabetes, Herzkreislaufkrankheiten und
Krebs (siehe unten). Zur Kontrolle eines gesundheitlichen Trainingseffekts
ist also nicht das Gewicht massgebend, sondern der Bauchumfang (siehe
hier!):
-
Psychischer Nutzen hier
>>>
Gegen Angst und Depression hilft regelmässige Bewegung wie starke
antidepressive Medikamente.
Wer läuft, nimmt seinen Körper besser wahr, empfindet Stolz auf die eigene
Leistung und verliert mit zunehmenden Laufpensum die Angst zu versagen. Joggen
macht kontaktfreudiger und psychisch stabiler. (Literatur dazu: Ulrich Bartmann,
"laufen und Joggen für die Psyche", DGVT). 44% aller leichten
Depressionen haben sogar Bewegungsmangel als Ursache!
Für hirnphysiologisch Interessierte: Bewegung fördert die Bildung neuer
Nervenzellen, v.a. im Hippocampus (der bei chronischem Stress und schweren
Depressionen schrumpft) und dort insbesondere im Gyrus dendatus. Dadurch
wird auch das Gedächtnis und andere kognitive Leistungen stark verbessert.
Viele Patienten mit chronischen Erkrankungen leiden unter Ängsten, die oft
unbemerkt und damit auch unbehandelt bleiben. 40 Studien wurden darüber
ausgewertet und gefunden, dass regelmässige Sportübungen von 10 bis 30
Minuten und länger diese Ängste vertreiben (je intensiver und ausdauernder
desto mehr). Die positive Wirkung zeigte sich unabhängig vom Alter und vom
Geschlecht. Und es spielte keine Rolle, wie schweisstreibend der Sport war,
ob nur moderat oder energisch trainiert wurde. (Matthew
P.Herring u.a.: The effect of exercise training on anxiety symptoms among
patients. Archives of Internal Medicine, 170/4, 2010, 321-331)
-
Das tumorassoziierte Fatigue-Syndrom tritt unter einer
Krebsbehandlung bei bis zu 70% der Patienten auf. Operation, Chemotherapie
und Bestrahlungen schädigen den Organismus zunehmend und führen einerseits
zu körperlichen Symptomen, andererseits fördern sie aber auch psychische
Erkrankungen. Die Menschen sind ständig schlapp und müde, klagen über
Herzrasen und Kurzatmigkeit und weisen Symptome auf, die bis hin zur
manifesten Depressionen reichen.
Dagegen gibt es ein einfaches gegenmittel: Sport! Untersuchungen zufolge
können Betroffene durch ein tägliches Ausdauertraining von nur 30 Minuten
ihre körperliche Leistungsfähigkeit immens steigern. Sowohl die
psychischen als auch die physischen Fatigue-Symptome werden parallel dazu
gemindert. In Einzelfällen verschwinden sie sogar ganz. (M.Houf,
Sportmedizin Update 2010)
-
50
%-ige Reduktion des Risikos von Fettstoffwechselstörungen, respektive der
Adipositas:
Alleine über Sport und Bewegung abzunehmen ist schwierig: Um
überhaupt messbar an Gewicht abzunehmen, sind täglich mindestens 20 Minuten Bewegung
ohne Unterbrechung von mittlerer Intensität erforderlich. Allerdings erleichtert Bewegung
das Abnehmen erheblich und wirkt auch einem Teil der Risikofaktoren der Fettsucht
entgegen (über eine Reduktion des Bauchfettes: siehe oben). (Dunn AL, Marcus BH, Kampert
JB, et al.Comparison of lifestyle and
structured interventions to increase physical activity and cardiorespiratory
fitness: a
randomized trial.JAMA.1999;281:327-334)
Dazu muss gesagt werden, dass intensives Joggen häufig bei Menschen mit Essstörungen
angetroffen wird (nach neueren Studien bis 18%!). Lesen Sie dazu meine
Seite über diese seelischen Störungen.
-
Wenn
man sich regelmässig bewegt, profitieren auch die Augen davon: Der
Augendruck bleibt tiefer und das Risiko für altersbedingte Schäden
an der Netzhaut sinkt. Das sagen Forscher aus Neuseeland. Sie haben
verschiedene Studien zu diesem Thema analysiert.
(Survey of Ophthalmology · Volume 46, Issue 1,
July-August 2001, Pages 43-55)
Die
Evidenz des Benefits durch Bewegung lesen Sie in folgendem Artikel ausführlich >>>
hier!
Lebensverlängerung (Anti-Aging)
In einer grossen mehr als 20jährigen Beobachtungsstudie (Arch
Intern Med; 168(15):1638-1646, 11/15 August 2008; Reduced Disability and
Mortality Among Aging Runners. Eliza F. Chakravarty et al.) zeigte
sich ein eindrucksvoller Zusammenhang von regelmässigem Rennen bei über
50jährigen mit kleinerer Mortalität (längerem Leben) und besserer Gesundheit.
Am Schluss blieb ein im Schnitt fast 40 Prozent niedrigeres Sterberisiko für
die Läufer!
Genaueres
darüber hier>>
Abnehmen (Fettverbrennung)
Bei starkem Übergewicht muss zuerst mit Essensreduktion an Gewicht verloren
werden, ansonsten zu starkes Laufen Schäden am Bewegungsapparat hervorrufen
kann. Was oben über die Langsamkeit gesagt wurde, gilt hier noch viel extremer.
Genaueres darüber hier>>>
medizinische Probleme beim Joggen
Seitenstechen: "Seitenstechen" ist eine
Verspannung oder bereits Krampf des Zwerchfells (des grossen, glockenförmigen
Muskels zwischen Lungen und Bauchraum). Man löst ihn am besten - auch während
des Rennens (Wettkampfs) - durch tiefes Atmen in den Bauch. Dazu hält man die
Hand vor oder etwas unter den Schmerzort und atmet so tief ein, dass sich die
Bauchwand unter dieser Hand vorwölbt. Beim Ausatmen senkt sich dann die Hand
wieder. Schön regelmässig tief Ein- und Ausatmen.
Laufverletzungen: Läufer, die sich immer wieder verletzen, sollen
v.a. die wöchentliche Laufleistung auf weniger als 30 km reduzieren! Dann müssen alle
Verletzungen gut ausgeheilt werden, bevor Training und Wettkampf wieder aufgenommen
werden. Das Training soll abwechslungsreich sein und begleitende Massnahmen wie
Krafttraining und Stretching sowie ausreichende Pausen beinhalten. Neue Schuhe haben ev.
gar keinen wesentlichen Effekt auf die Prävention von Verletzungen wie immer wieder
behauptet wird.
Muskelriss, Zerrung,... >>> mehr hier!
Speziell noch zum medialen Schienbeinkantensyndrom (sog. Shin Splint): Überbeanspruchung von
Fussmuskeln, die an der Innenseite der Schienbeinkante ansetzen. Dort setzten nach oder während des Lauftrainings Schmerzen ein und dort findet man auch eine
Druckschmerzhaftigkeit >>>mehr
hier
Dasselbe gibt es auch am Oberschenkel: Das mediale Stresssyndrom des Femur
(sog. Thigh Splints): Überbeanspruchung der Adduktoren-Muskeln, die an der
Innenkante des Femurs ansetzen und dort schmerzen. Abzugrenzen davon ist die
Ermüdungsfraktur des Femurschafts.
Ermüdungsbruch oder Stressfraktur: Belastungsabhängige Schmerzen mit
oft tastbaren Schwellungen können ein Hinweis auf eine sog. Stressfraktur sein.
Betroffen sind ausschliesslich die Knochen des Fussskeletts sowie des Ober- und
Unterschenkelknochens sowie sehr selten das Becken. Die Diagnose ist in der
Regel durch eine ärztliche Untersuchung sowie eine Röntgenaufnahme der
schmerzhaften Region zu stellen. Im Zweifelsfall kann in der Frühphase eine
Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Szintigrafie (=eine nuklearmedizinische
Untersuchung des Skeletts) die Diagnose sichern. Die Therapie erfolgt in aller
Regel durch Entlastung der betroffenen Extremität sowie einer Physiotherapie
unter entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Ferner sind Risikofaktoren
aufzudecken. Bei jungen weiblichen Patienten müssen eventuell vorhandene
Menstruationsstörungen sowie Essstörungen therapiert werden. Die meisten
Stressfrakturen heilen innerhalb von drei bis zwölf Wochen aus (selten: bei
Grad 4 nach Fredericson auch mehr als 16 Wochen). Frakturen in
speziellen Bereichen, wie an der Schienbeinkante oder im Mittelfuss können
problematisch sein und erfordern mitunter eine operative Therapie. Nach der
Abheilung ist auf ein entsprechendes Aufbautraining viel Wert zu legen.
Zu Sehnenverletzungen (insbesondere die Achillodynie) auch hier>>>!
Zu Knieschmerzen hier>>>
insbesondere: das Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom
(Iliotibial Band Syndrome)
funktionelle Verbandstechnik per Taping: www.tapeverband.com
Allzu viel ist ungesund! oder Weniger ist mehr!:
- Übertrainingssyndrom (ÜTS):
Zu kurze Regenerationsphasen nach extremen Trainingseinheiten oder in kurzer
Zeit stark hochgepowerte Trainingsumfänge überfordern den Organismus.
Typische Stressfaktoren wie Prüfungen, Beziehungsprobleme und knappes
Zeitmanagement im Alltag begünstigen zusätzlich die Auslösung des
Übertrainingssyndroms mit der Trias "Leistungsabfall, verminderte
Belastbarkeit und schnelle Ermüdung".
Man unterscheidet zwei Haupt- und viele Mischformen:
a) Bei der sympathikotonen, "basedowoiden" Form dominieren
vegetative Störungen wie Tachykardie (schneller Herzschlag),
Schlafprobleme, emotionale Instabilität und organbezogene Beschwerden.
b) Schwerer zu erkennen ist die parasympathikotone "addisonoide"
Form, bei der eine phlegmatische bis depressive Komponente im Vordergrund
steht.
Blutwerte nützen zur Diagnose wenig. Differentialdiagnostisch müssen v.a.
Infekte ausgeschlossen werden (Mononukleose=Pfeiffersches Drüsenfieber,
Zahnwurzelherd, Myokarditis=Herzmuskelentzündung), dann auch
Eisenmangelanämie sowie hormonelle Störungen (Schilddrüse, Nebenniere).
Die einzig wirksame Therapie des ÜTS besteht in der Reduktion der
Trainingsintensität und des Trainingsumfangs - evtl. bis hin zur
Trainingspause. Eine spezifische Therapie, etwa mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln,
gibt es nicht. (u.a. Axel Urhausen et al., Deutsche
Zeitschrift für Sportmedizin 2002;53:121-122 oder http://www.physsportsmed.com/issues/2003/0603/hawley.htm
)
Sportverletzungen durch Überbeanspruchung im
Kindes- und Jugendalter:
Sport bei Kindern und Jugendlichen geht mit einem inhärenten Verletzungsrisiko
einher, wobei auch Schäden durch Überbeanspruchung mit eingeschlossen sind.
Eine Verletzung der Wachstumsfuge des proximalen Humerus äussert sich durch
laterale Schulterschmerzen und ist normalerweise selbstlimitierend, hingegen benötigt
die Apophysitis des medialen Epicondylus durch Überbelastung eine komplette
Ruhigstellung für 4 bis 6 Wochen mit nachfolgender Rehabilitation. Ebenso häufig
ist die Spondylolyse, eine Stressfraktur der
Pars interarticularis der Wirbelkörper. Als Folgeerkrankung einer Spondylolyse
kann eine Spondylolisthese auftreten, welche mittels Röntgen nachgewiesen
werden kann. Ein M. Osgood- Schlatter macht sich durch Schmerzen am Tuberculum
tibiae bemerkbar, die Diagnosestellung ist klinisch. Dorsale Schmerzen der Ferse
im Bereich des Achillessehnenansatzes sind oftmals auf eine Calcaneus
Apophysitis zurückzuführen (M. Server). Die Behandlung der meisten Frakturen
erfolgt normalerweise konservativ; diagnostisch reicht das Spektrum vom a.p. Röntgen
über Computer Tomographie, Knochenscan und Single Photonen Emissions CT bis zur
Magnet Resonanz Tomographie. (Kyle
J. Cassas M.D. et Amelia Cassettari-Wayhs M.D.
Am Fam Physician 2006 ; 73 :1014-22)
- Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern:
Wer unter 50 Jahre alt ist und fünf bis sieben Mal pro Woche joggte,
hat ein erhöhtes Risiko, im Lauf einer 12-jährigen Beobachtungsdauer
Vorhofflimmern zu bekommen. Bei dieser häufigen (und oft unbemerkten)
Herzrhythmusstörung geraten die Herzvorhöfe aus dem Takt. Es besteht dabei
eine leicht höheres Risiko für Gerinnselbildung im Vorhof. Bei mehr als
fünf Mal Joggen pro Woche und einem unregelmässigen Herzschlag soll man
deshalb den Hausarzt aufsuchen. (Am J Cardiol
2009;103:1572-1577)
-
Japanische Forscher untersuchten die Herzen vor und nach einem 100-km-Lauf und fanden nach
dem Rennen alle untersuchten Werte im pathologischen Bereich.
Schlussfolgerung: Während des Marathons erlitten alle subklinische
Herzmuskelzellzerstörungen. Es kam zumindest lokal zu Funktionsstörungen der
Herzkammern. 100 Kilometer ist also eindeutig zuviel und im ungesunden Bereich
und auch für gesunde Herzen keineswegs harmlos! (Hartuo Ohba et
al.; American Heart Journal Vol. 141 (2001), S.751-758)
Das Risiko, unter körperlicher Belastung einen Herzinfarkt zu erleiden, ist
tatsächlich erhöht. Darüber sind sich die Fachleute einig. In zwei grossen
Untersuchungen (American Journal of Physiology 282, 2216-23
(2002); New England Journal of Medicine 346, 793-801 (2002)) wurde im
Vergleich zur Ruhe bei körperlicher Belastung durchschnittlich ein sechsfach
erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, gefunden. Dieses Risiko war bei
Personen, die nicht regelmässig körperlich aktiv waren, sogar 100-mal höher
als in Ruhe (deshalb ist Schneeschaufeln so gefährlich!). bei Personen
hingegen, die fünfmal oder häufiger pro Woche Sport trieben, war es nur
verdoppelt. Dass sich körperliches Training dennoch lohnt, liegt in der
Tatsache, dass bereits ein Ausdauertraining von zwei Stunden pro Woche genügt,
um das Risiko eines Infarkts in Ruhe, um zwei Drittel zu senken. Da auch der
leidenschaftlichste aller Freizeitsportler die meiste Zeit seines Tages ruhend
verbringt, geht diese Risikoberechnung zu seinen Gunsten auf.
Zum plötzlichen Herztod bei Marathon und beim Triathlon siehe
weiter unten>>>
Zur Beurteilung der Sporttauglichkeit gehört
v.a. eine Abklärung der Herz-Kreislaufsituation, was auch der Hausarzt sehr gut
erbringen kann: siehe Genaueres hier!
-
Asthma:
Dass Ausdauersport auf höchstem Niveau die Lungen schädigt weiss man schon
seit mindestens 1993. Doch über die die Ursachen der Asthmaentstehung rätseln
Fachleute bis heute. Klar ist nur, dass bei den Sportlern - im Gegensatz zu
normalen Asthmatikern - Allergien meist keine Rolle spielen. Als Ursache für
die geschädigten Bronchialschleimhäute kommen verschiedene äussere
Einflüsse, v.a. Training unter ungünstigen Umweltbedingungen in Frage:
Einatmen grosser Mengen an Abgasen auf Strassen; Wintersportler werden durch
extrem kalte Atemluft belastet; Schwimmer atmen grosse Mengen an Chlordämpfen
ein. Hinzu kommt, dass das schnelle, tiefe Atmen der Spitzensportler die
Schleimhäute austrocknet. Weniger dramatisch ist die Situation für
"normale" Leistungssportler. So zeigte etwa eine Untersuchung, die
Bruno Knöpfli, Chefarzt an der Alpinen Kinderklinik Davos durchführte, dass
Asthma bei Leistungssport treibenden Schülern des Sportgymnasiums Davos nicht
erhöht war.
Hingegen müssen Sportler zwischen zehn und 20 Jahren mit bekanntem Asthma
schwer aufpassen, da sie nach neusten Untersuchungen während und direkt nach
dem Sport tödlich verlaufende Asthmaanfälle haben können (Becker
JM et al.: Asthma deaths during sports. J Allergy Clin Immunol 113 (2004) 264-67)
-
Hüftverschleiss muss man NICHT fürchten! Wie eine Metaanalyse aus 13
Studien zeigte, ergibt sich aus der Renn-Leidenschaft kein erhöhtes Risiko für
Coxarthrose (Walther M et al., Z Orthop Ihre Grenzgeb 2004;
213-220).
-
Frauen, die in den ersten 18 Schwangerschaftswochen vier oder mehr Stunden pro
Woche Joggen (auch Ballsport und Tennis ist gefährlich - Aerobic oder Walking
weniger und Schwimmen gar nicht), haben ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt.
Nach der 18. Woche erhöht Sport die Gefahr nicht mehr.
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Magnesium und Eisen
Mehr als die Hälfte aller aktiven Sportler, v.a. im Ausdauerbereich, leiden
an einem Magnesiummangel. Wird hier nicht richtig substituiert, drohen
Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen (Petra Saur,
Deutsche Zeitschr Sportmed 2004; 55: 23-24). Durch die erhöhte
Stoffwechselaktivität ist der Bedarf erhöht - insbesondere nach
Ausdauerbelastung mit vermehrter Lipolyse. Zusätzlich verlieren die Athleten
viel Magnesium über Schweiss und Urin. Eine Unterversorgung mit dem
Spurenelement, das als essenzieller Kofaktor an mehr als 300 enzymatischen
Vorgängen im Körper beteiligt ist, kann zu Muskelkrämpfen und
schlimmstenfalls zu Herzrhythmusstörungen und generalisierten Krampfanfällen
führen. Auch die Leistungsfähigkeit sinkt. Als Routinetest kann die Bestimmung
der Magnesium-Konzentration im Plasma gelten. Liegt diese unter 0,76 bis 1,1
mmol/l, ist eine Substitution mit 0,2 mmol//kgKG täglich sinnvoll. Bei
Leistungssportlern mit sehr hoher Aktivität im Ausdauerbereich
(Marathonläufer!), die für einen Mangel prädestiniert sind, sollte man auch
bei normalen Spiegeln eine Substitution erwägen. Eine Überdosierung ist kaum
möglich (ausser bei einer Niereninsuffizienz muss man extrem vorsichtig sein!),
200 bis 300 mg abends an Trainingstagen (und nichts an Wettkampftagen, da auch
dämpfender und relaxierender Effekt auf Muskulatur!) ist meist genügend.
Da ein Eisenmangel die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann
(Müdigkeit, Schlappheit, Erschöpfung, beeinträchtigte aerobe Kapazität,
beeinträchtigte mentale und immunologische Funktion, erhöhter Puls, erhöhte
Laktatwerte,...) und Eisenmangel den verbreitesten bekannten Mangel eines
einzelnen Nährstoffs darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass die Sportwelt
darauf sensibilisiert ist. Dabei stellen sich aber bei der klinischen Diagnose,
besonders bei Sportlern, einige Probleme. Man darf sich nicht alleine auf das
Hämoglobin und das Ferritin abstützen (wie so häufig getan), sondern
muss auch speziell den löslichen Transferrinrezeptor (sTfR - soluble
transferrin-receptor) mit einbeziehen. Er ist der beste Marker des funktionellen
Kompartiments. Der sTfR ist z.B. nicht durch Belastungen am Vortag und vor allem
nicht durch Entzündungen beeinflusst (wie das Ferritin = Mass des
Eisenspeichers). Der sTfR-Level liegt bei Gesunden um 5 +/- 1 mg/l und Werte
über rund 8 mg/l deuten auf einen (funktionellen) Eisenmangel und damit auch
eine mangelnde Leistungsfähigkeit hin. Ein tiefes Ferritin, d.h.
entleerte Eisenspeicher müssen die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigen,
solange das Hämoglobin noch normale Werte hat.
Kurzum: Eisen erst zuführen, falls das Ferritin unter 12 - 20 ug/l fällt oder
der sTfR über 8 mg/l ansteigt. Eisen sonst nicht einnehmen, da damit andere
Mineralstoffe in ihrer Aufnahme gehemmt werden könnten (Zink, Kupfer) - und
umgekehrt. (Samuel Mettler, Ferrum - ein Mineralstoff im
Sport, Schweiz. Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie,
2004;52(3):105-114).
Zur besseren Eisenaufnahme
beachten Sportler fünf "eiserne" Regeln:
- Regelmässig Fisch, Geflügel und rotes Fleisch essen - mindestens drei
Portionen pro Woche.
- Dazu Orangen- oder Mehrfruchtsaft trinken bzw. Früchte oder Rohkost verzehren
- dies hilft dem Körper das angebotene Eisen besser aufzunehmen.
- Trinken Sie zwei Stunden vor den Mahlzeiten weder Kaffee noch Tee.
- Essen Sie zu Eisenlieferanten keine Getreide- oder Milchprodukte.
- Meiden Sie nach Möglichkeit Fertiggerichte und Cola.
Zu weiteren Nahrungsergänzungen im Leistungssport (Proteine, Aminosäuren,
Vitamine, Spurenelemente) >>> siehe
Genaueres hier!
Todesfälle beim Sport sind zu 70% Herzkreislauf-bedingt und zu fast
30% durch Unfall. Bei unter 20jährigen spielt auch Asthma eine Rolle (siehe oben). Bei Erwachsenen droht aber die grösste Gefahr beim Sport dem
Herzen - bei
kleineren Distanzen aber nur, wenn bereits
eine Vorschädigung besteht, bei über 35-Jährigen eine koronare Herzkrankheit (mit Tod
durch Herzinfarkt) und jünger eine Myokarditis (Entzündung meist in Begleitung einer
viralen Erkältung). Die Schlussfolgerung: Über 35-Jährige sollten bei Risikofaktoren für die KHK vorgängig zum Arzt für ein
Belastungs-EKG und Jüngere + Ältere sollen nie mit Fieber oder einer Erkältung joggen
gehen! (Christoph Raschka, et. al., Medizinische Klinik, 94. Jg., Nr. 9 (1999), S.
473 - 477). Für längere Distanzen siehe
oben!
Dazu: Eine Studie über 3'292'268 Marathonteilnehmer ergab ganze 26 Fälle
von plötzlichem Herztod oder 0,8 auf 100'000. Die für den Marathonlauf
geschlossenen Strassen verhindern 46 Verkehrstote: also 1,8 verhinderte
Todesfälle und netto keine Marathontodesfälle entgegen anekdotischer Angaben,
weil sie von den Medien gefördert werden! (Redelmeier D, et
al. Competing risks of mortality with marathons. BMJ. 2007;335:1275-7)
Triathlon hat ein viel grösseres Risisko für einen plötzlichen Herztod
(doppelt so häufig wie beim Marathon). Bei 2846 Triathlonwettkämpfen der Jahre
2006 bis 2008 mit insgesamt 992'810 Teilnehmern starben 11 an einem
plötzlichern Herztod, davon sind zehn ertrunken.
weitere Links
Fragen wie "Wo ist die aerob-anaerobe Schwelle?", etc. beantwortet Heiko Klimmer.
Weitere gute Tipps: www.fortunecity.de/olympia/witt/56/laufen.html
Joggingstrecken in Ihrer Gegend (Man kann auch die eigenen einfach für alle
veröffentlichen!): www.adidas.com/campaigns/verticalsrunning/content/ss08/de/index.asp?module=maps
Noch mehr: www.lauftreff.de
Schweizer Lauftreffs zum Mittrainieren: www.in-team.ch ,
www.cityrunning.ch
Strukturelle Bewegungslehre in Kürze: oekonomie_der_bewegung.pdf
und das Tonic Function Model von Hubert Godard: hubertgodard.pdf
Bin ich sporttauglich?!: sportauglichkeit.pdf
Sieben grosse Mythen übers Joggen: laufen.htm
Zur Haltung bei anderen Sportarten und -übungen lesen Sie hier mehr: www.dr-walser.ch/haltung_im_sport.htm
!
Durch Lauftraining, persönlich gecoacht durch William Moser, langsam zum
Normalgewicht: www.fitoderfett.ch
Ich gebe auch stundenweise persönliches Training (zuerst eine Stunde
Theorie und persönliche Anwendung von Haltung und Bewegung + dann eine Stunde
gemeinsames Jogging):
Anmeldung Mo/Mi/Fr unter 044/ 241 75 55 oder per
Mail.
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 25.08.2010
Viele Ideen und bildhafte Vergleiche, die ich hier benütze,
sind von meinem Lehrer Hubert Godard, meinem Freund und Kollege Hans Flury
und auch von Willi Harder,
der viel zu jung gestorben ist - drei geniale Köpfe, die das Rolfing wieder
viel näher zu den Visionen der Ida Rolf gebracht haben.
Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes
möglich (siehe auch Disclaimer).
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