ein Symptom, keine Krankheit

Vorerst mal: Ein tiefer Blutdruck oder Hypotonie genannt, ist meist ein zusätzliches Symptom eines bestimmten Grundcharakters (und dabei völlig normal: jugendlich, aufgeschossen, kalte, feuchte Hände, schneller Puls; Sportler) oder einer grundlegenden Mattheit oder Erschöpfung unseres Organismus aus welchem Grund auch immer – und nicht selbst die Ursache, als die er häufig angesehen und fleissig therapiert wird.

Man spricht von einer Hypotonie, wenn der systolische (obere) Druck unter 105 sinkt. Der Hausarzt sollte zuerst seltene Ursachen ausschliessen: Medikamentennebenwirkung (Blutdruckmittel, Diuretika, Phenotiazine, Alpha-Blocker,...); Stoffwechselkrankheiten (Morbus Addison, Hypophysenschwäche, Schilddrüsenunterfunktion); gewisse Herz-Kreislaufanomalien; zentralnervöse Schädigungen; Rekonvaleszenz nach schwerer Krankheit; Austrocknung.

 

 

orthostatische Hypotonie

Eine Sonderstellung nimmt die sog. orthostatische Hypotonie ein, ein Blutdruckabfall nach dem Erheben aus der sitzenden Position in die stehende. Sie ist genauer definiert als Blutdruck-Abfall von systolisch über 20 mm Hg und diastolisch über 10 mm Hg nach 2 bis 5 Minuten Stehen, begleitet von Symptomen einer zentralen Hypoperfusion (zuwenig Blut im Hirn), d.h. Schwarzwerden, Schwindel, ev. sogar kurze Ohnmacht (Synkope), Man muss dabei das Geschlecht berücksichtigen, das Alter, die Tageszeit, Nahrungsaufnahme, Hydrierung, Kondition, Umgebungstemperatur und Begleitmedikation.

 

 

Meist findet man aber wirklich nichts und spricht dann von einer essentiellen oder anlagebedingten Hypotonie.

 

 

Therapie

Was macht man dann?! Auch gemäss grossen Studien nützen Medikamente wenig! Viel mehr bringt Bewegung, täglich 15 bis 30 Minuten mit Pulsbeschleunigung von 180 minus Alter (mit 40 also ca. 140). Dies sollte man im Alltag gut einbauen: lauffreudiger Hund, Teil oder ganzer Arbeitsweg zu Fuss oder per Velo, alle Treppen steigen; öffentliche Verkehrsmittel (man geht dabei viel mehr), etc.. dann tägliche Gymnastik, Radfahren, Wandern, Laufen, Spielen,...

Während einer hypotonen Krise hilft auch das Trinken von 3 Gläsern (1/2 Lilter) Wasser. Es steigert den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 11 mmHg. Dies geht wahrscheinlich über eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems (Jens Jordan, The Lancet, Vol.353, No.9154 (1999), S.723).

Daneben Wechselduschen, Abbürstungen, regelmässig Sauna, Tee oder Bäder mit Rosmarin, 30 Tropfen Rosmarin-Urtinktur morgens, viel Schlafen, Vermeiden von Medikamenten-, Alkohol und Zigarettenmissbrauch, Stress abbauen...

 

 

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Last updated 23.03.2010


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