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Häufigkeit und ÜbertragungswegeDie chronische Hepatitis C ist eine recht weit verbreitete Virusinfektion. Die Prävalenz soll etwa 1 bis 1,5% betragen. Nach Entdeckung des Hepatitis-C-Virus (HCV) im Jahre 1989 stellte sich heraus, dass das
RNA (Ribonukleinsäure)-Virus mindestens 90% der früher als Non-A-Non-B bezeichneten
Leberentzündungen verursacht.
HCV werden durch Bluttransfusion (vor 1992), Blutprodukte (v.a. Faktor VII etc.)
vor 1987 erhalten), verpflanzte Organe, gemeinsam benutze Kanülen für
i.v.-Drogen übertragen. Die Übertragung während der Geburt vom Mutter zum
Kind ist äusserst selten, ebenfalls durch Geschlechtsverkehr. Es ist vielleicht
ratsam, dass HCV-Patienten das Präservativ benützen (man nimmt an, dass Paare, die regelmässig Sex
haben, sich pro Jahr nur in 0,5% anstecken). Das Risiko, bei einer
Nadelstichverletzung durch eine Nadel eines Erkrankten ist beim HCV 3% (HBV 30%
und HIV 0.3%).
Diagnose und SymptomeDie Diagnose einer HCV-Infektion wird mit Bluttest gestellt. Es werden die Antikörper gegen HCV oder die virale Ribonukleinsäure selbst gefunden. Die Transaminasewerte zeigen nur eine geringe Korrelation zum Fibrosegrad der Leber, welcher aber prognostisch besonders bedeutsam ist. 30% der Infizierten haben gar normal Transaminasen-Werte. Sichere Auskunft über den Zustand der Leber (oder das Chronischwerden) gibt nur die Biopsie der Leber, die auch für Erkrankte ohne Symptome empfohlen wird. Nur etwa 10 bis 20% der Angesteckten erkranken an einer akuten Gelbsucht (ikterische
Hepatitis); sonst verläuft die akute Infektion mehr oder weniger ohne Symptome.
Wahrscheinlich wird eine HCV-Infektion jedoch bei 60-80% chronisch (bei Hepatitis B nur
10%).
Massnahmen, die Ihre Leber stärken können:
therapeutische OptionenZiel der Therapie ist es, das Fortschreiten zum Leberversagen durch Eliminierung der HCV zu verhindern. Standardtherapie in der "Schulmedizin" ist seit 2000 die Kombinationstherapie von Peg-Interferone und Ribaverin. Peg-Interferon ist ein "verbessertes" Interferon, welches nur noch einmal wöchentlich gespritzt werden muss. Diese Behandlung lässt bei 50 bis 60% der Patienten die HCV-Werte innerhalb von 12 Wochen unter die Nachweisgrenze sinken. Genotyp 2 oder 3 -Träger haben dabei eine sehr günstige Prognose (beinahe 80% Heilungschance und dies nur in 24 Wochen Behandlungszeit). Genotyp 1 (Haupttyp in Westeuropa) oder 4 - Träger haben nur eine enttäuschende Chance von ca. 50% Besserung und zudem noch in 48 beschwerlichen Wochen. Günstige Prognosefaktoren sind ausserdem: Alter unter 40 Jahre, weibliches Geschlecht, niedrige anfängliche Virustiter und geringfügige Leberfibrose in der Biopsie. Die Therapie gilt als erfolgreich, wenn 24 Wochen nach Ende der Therapie im Serum kein HCV nachweisbar ist. Ein solches Ansprechen geht meist mit einer Normalisierung der Alaninaminotransferase einher, die Entzündung bessert sich und die Prognose ebenso. Wahrscheinlich hält der Effekt bei 95% der Responder 5 bis 12 Jahre an. Ob die Überlebenszeit tatsächlich verlängert wird, ist noch nicht klar. Im Allgemeinen wird Patienten zur Behandlung geraten, wenn ein messbarer
HCV-Spiegel im Blutserum vorhanden ist und der Genotyp 2 oder 3 vorliegt. Wenn histologisch eine
portale Fibrose und eine mittelgradige Entzündung nachweisbar sind. ist es
zudem höchste Zeit zur Therapie. Zudem muss
der Patient motiviert sein, denn die Therapie ist teuer und immer mit massiven
Nebenwirkungen verbunden. Ribaverin verursacht relativ häufig Nebenwirkungen. Im Zentrum steht dabei die intravasale Hämolyse, unter der es zu einem Abfall des Hämatokrits kommt. Kritisch sind vor allem die ersten 8 Wochen, in denen engmaschige Laborkontrollen erforderlich sind. Kontraindikationen für die Ribaverintherapie sind: Anämie, Hämoglobinopathien, KHK, zerebrovaskuläre Krankheiten, Schwangerschaft und chronische Niereninsuffizienz. Eine relative Kontraindikation ist immer eine unbehandelte Alkoholsucht.
Alle Hepatitis-C-Träger sollten übrigens gegen Hepatitis A + B geimpft werden. Das Risiko ist grösser, an diesen weiteren Hepatitis zu erkranken und dieselben zeigen einen viel schlechteren Verlauf.
Schlusswort von Etzel Gysling in der pharma-kritik, Jahrgang 23, Nr.17/2001, was auch heute noch beachtenswert ist: "chronisches Evidenzdefizit": "Die Bedeutung klinisch relevanter Endpunkte von Therapiestudien lässt sich kaum überschätzen. Wenn eine Behandlung z.B. Schlaganfälle verhindert, so ist vergleichsweise belanglos, ob diese Behandlung den Blutdruck stark oder nur wenig beeinflusst. Mit anderen Worten: Surrogatendpunkte wie Blutdruckwerte sind oft ein wenig aussagekräftiger Ersatz für klinisch wichtige, "harte" Endpunkte. Diese Überlegung wird jedoch bei der Behandlung der Hepatitis C einmal mehr sträflich missachtet. Dabei geht es nicht um die Wirksamkeit der Interferone und Ribavirin, die kombiniert etwa bei der Hälfte der Behandelten eine anhaltende Hemmung der Hepatitis-C-Virusreplikation bewirken können. Problematisch ist vielmehr, dass bisher ganz einfach nicht genügend klar ist, wie eine chronische Hepatitis ohne Behandlung verläuft. Neben alarmierenden Daten aus Leberzentren gibt es aus den letzten Jahren mehrere Untersuchungen, die auf einen relativ gutartigen Verlauf schliessen lassen. Dass dennoch eine - sehr teure - Behandlung ausserhalb von Studien empfohlen wird, beruht zweifellos auf der Tatsache, dass es gelungen ist, der Ärzteschaft die Hepatitis C als behandlungsbedürftiges Problem bewusst zu machen."
Siehe auch meinen Fragebogen zum Gesundheitsverhalten (Stärkung des Immunsystems)!
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.
Last updated 03.02.2010
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