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ProphylaxeDie infektiöse Leberentzündung Hepatitis B, hundert mal mehr infektiös als AIDS wird durch sämtliche Körperflüssigkeiten übertragen, also auch durch Blut, Sperma- und Scheidenflüssigkeit.In der Schweiz gibt es etwa 20'000 Träger einer chronischen Hepatitis B, 2'000 bis 3'000 jährliche Neuinfektionen mit 80% zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr. 5% der akuten Infektionen bleiben chronisch und davon führen 15-25% zu Leberkomplikationen, die tödlich enden (Zirrhose, Leberkrebs) - dies sind ca. 40-80 Tote pro Jahr durch Hepatitis B. Im Urlaub in mittel- oder hochendemischen Ländern (dazu zählen Indien, Afrika, Südamerika, Südostasien sowie Teile des Mittelmeerraums uns Osteuropa) ist die Ansteckungsgefahr natürlich in folgenden Situationen noch höher als bei uns:
ImpfungDeshalb wird seit Neustem eine generelle Impfung aller Adoleszenten im Alter von 11 bis
15 Jahren empfohlen. Daneben natürlich weiterhin von allen Personen, die einem
spezifischen Infektionsrisiko ausgesetzt sind (Drogenkonsumentinnen, Personen, welche im
gleichen Haushalt mit einem infizierten Menschen leben) und ein systematisches
vorgeburtliches Screening und Impfung von Neugeborenen von Müttern mit früherem
Hepatitis-B-Kontakt (HBs-Antigen-positiv). Impf-Komplikationen sind sehr selten (seit 1982 weltweit mehrere hundert Millionen
Dosen bereits verabreicht). Leichtere Nebenwirkungen wie Schmerzen treten in 3 bis 29%
auf, Fieber in 1-6%. Schockreaktionen in einem Fall pro 600'000 (kein Todesfall bisher).
Es gab Berichte über ein erhöhtes Risiko von Guillain-Barré-Syndrom (Immunreaktion des
Nervensystems mit Lähmungen), Arthritis und Multipler Sklerose nach dieser Impfung. Der
schlüssige Zusammenhang ist aber sehr unklar. Abschliessend meine Meinung zur generellen Impfung aller Adoleszenten: Die Hepatitis-B ist eine Viruserkrankung der Leber, welche vor allem durch Blut (Drogen spritzen) und Sexualkontakt übertragen wird und zu einer Gelbsucht führt. Ungezielt impfen heisst hier: Alle müssen dran glauben, obschon in der Schweiz nur etwa 1 Promille tatsächlich gefährdet ist, einen chronischen oder gar tödlichen Verlauf der Hepatitis-B-Infektion zu erleiden. Dazu kommt, dass man heute noch zuwenig über die Sicherheit der Hepatitis-B-Impfung weiss. Vernünftigerweise muss mit der Möglichkeit von schweren Komplikationen gerechnet werden. Aus dieser Sicht rate ich von einer routinemässigen Impfung der 11- bis 15jährigen Schüler ab. Hingegen befürworte ich die gezielte Impfung von Risikogruppen (nur Jugendliche, junge Erwachsene bei Risikoverhalten wie Drogenkonsum (Spritzen), häufig wechselnde Sexualpartner (Übertragung durch Blut-zu-Blut-Kontakt, Sexualverkehr)).
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.
Last updated 14.06.2011
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