Prävention

Die Prävention ist v.a. wichtig (da Therapiemöglichkeiten beschränkt sind):

  • Waten in seichten Gewässern sollte vermieden werden. Statt mit den Füssen abzutreten, sollten diese besser "nachgeschleift" werden. Empfehlenswert ist das Tragen von Plastiksandalen.
  • Niemals soll mit ungeschützter Hand nach Meerestieren oder in unübersichtliche Gesteinshöhlen gegriffen werden.
  • Treibenden Quallen soll man grossräumig ausweichen: beim Surfen sollte immer eine Schwimmweste getragen werden.

 

 

Quallen

Gefährlich sind die in tropischen Gewässern lebenden Würfel- oder Feuerquallen. Darunter kann die in Australien vorkommende Chironex fleckeri (Seewespe: http://de.wikipedia.org/wiki/Chironex_fleckeri) mit ihrem komplexen Toxin in Minuten zu Schock, Herz- und Atemstillstand führen. Europäische Quallenarten sind hingegen recht ungefährlich.

 

Behandlung

Wenn man eine Nesselqualle berührt hat, sollte man keinesfalls duschen oder die Haut mit den Händen reiben. Denn davon wird das Brennen schlimmer: Die Qualle hinterlässt Nesselkapseln auf der Haut, die dann platzen und ihr Gift entladen. 

Übergiessen der von Nesselungen betroffenen Körperstellen mit Essig oder einfach Meerwasser. Anschliessend werden die an der Haut haftenden Tentakelreste sorgfältig durch Auftragen von Rasierschaum oder einer Paste aus Backpulver mit einem Messerrücken oder der Kreditkarte abgestreift. Verboten ist die Lokaltherapie mit Süsswasser und Alkohol, weil sie über Osmose auch noch die letzten Nesselkapseln auf der Haut zur Entladung bringen. Gleiches gilt für Abreibungen der Haut mit Sand oder Handtuch. Danach immer die Haut mit Eis kühlen.

 

 

stechende Tiere

Stichverletzungen geschehen durch Seeigel, Stachelrochen, Stein- und Feuerfisch, Drachenkopf und Kegelschnecke (http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/kegelschn.html). 

 

Behandlung

Als Erste Hilfe gegen die heftigen Lokalschmerzen wirkt das Eintauchen der verletzten Körperstelle in 50 Grad heisses Wasser während mindestens 30 Minuten wodurch thermolabile Gifte inaktiviert werden. Bei Seeigelstacheln, die meist abgebrochen weiter stecken und nicht per Pinzette leicht entfernt werden können (nicht bohren und grübeln!), sollte man möglichst wenig tun. Meist kann man bereits nach 48 Stunden wieder den Fuss belasten und die Dornen lösen sich nach Tagen bis Wochen ohne weitere Beschwerden von selbst auf! Falls man  nach Seeigelstachelnkontakt (auch bei ungiftigen Paracentrotus lividus des Mittelmeeres möglich) dennoch eine lokale Entzündung und Schwellung bekommt, kann man den Fuss täglich in einer Essiglösung (50% Essig und 50% heisses Wasser) baden. Nach drei Tagen ist dann meist Ruhe.

 

Allgemeinreaktionen durch Gifte

Die gefährlichen Allgemeinreaktionen durch Gifttiere (v.a. Steinfische, aber auch alle anderen stechenden und beissenden Tiere) muss natürlich sofort durch einen Arzt oder in einer Klinik behandelt werden.

Immer in eine Biss- oder Stichwunde ein gutes Desinfektionsmittel giessen. Bei Verdacht auf eine folgende Wundinfektion ist eine antibiotische Behandlung zu erwägen. Ferner soll die Impfung gegen Starrkrampf überprüft und nötigenfalls aufgefrischt werden.

 

 

Badeurlaub: alle Gefahren für Haut und Leben

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich

 

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.

 

Last updated 15.04.2012

 

  Lassen Sie sich  über die News dieser Website durch meinen Blog informieren!

 

Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).