Vorkommen

Der Fuchsbandwurm ist nur wenige Millimeter gross und lebt im Darm des Fuchses. Diese scheiden mit dem Kot Wurmeier aus. Der Mensch steckt sich an, wenn er diese Eier über den Mund aufnimmt, zum Beispiel mit dem Essen. Oder wenn er mit schmutzigen Händen beim Gärtnern an den Mund fasst. In der Leber entwickeln sich aus den Eiern Larven. Es entsteht ein tumorähnlich wachsendes Gewebe, das oft erst nach zehn bis fünfzehn Jahren zu Leber-Beschwerden führt. Die Larven entwickeln sich aber nicht weiter zu Bandwürmern. . Im normalen Kreislauf des Fuchsbandwurms bilden sich die Larven in der Leber von Mäusen. Frisst ein Fuchs die befallene Maus, entwickelt sich in seinem Darm wieder ein Bandwurm. Auch Katzen und Hunde, die Mäuse fressen, können so den Parasiten verbreiten, erkranken selbst aber nicht. Beim Verzehr von Feldmäusen gelangen Echinococcus-multilocularis (syn. alveolaris) -Larven in den Fuchsdarm, wo sie zum Bandwurm heranwachsen. Von den fast 6000 Füchsen im Kanton Zürich ist jeder Dritte davon befallen. Diese Tiere scheiden mit dem Kot laufend Wurmeier aus, die sich in feuchter Umgebung monatelang halten und sogar den Winter überstehen. Die Eier werden von den Feldmäusen, dem Zwischenwirt, mit der Nahrung aufgenommen, und es entwickeln sich neu Larven im Mausdarm.

 

Lungenbefall

In der Schweiz erkranken pro Jahr 6 bis 10 Personen an alveolärer Echinokokkose, der Folge einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Die eher geringe Zahl hat sich glücklicherweise in den letzten 20 Jahren kaum verändert, obwohl sich der Fuchsbestand im selben Zeitraum vervierfachte. Es gibt also zur Zeit keinen Grund zur Angst. Das Risiko zu erkranken ist in der Schweiz noch immer sehr klein. Wieso die Krankheitsfälle nicht zunehmen, wissen Fachleute noch nicht genau. Der Berner Professor für Parasitologie Bruno Gottstein konnte in einer Studie zeigen, dass ein Teil der Bevölkerung zwar mit den Wurmeiern in Kontakt kam. Die meisten erkrankten aber nicht. Ihr Immunsystem wehrte die Infektion erfolgreich ab. Viele sind offensichtlich resistent gegen die Parasiten.

Gefährlich wird der Parasit dadurch, dass die Larven über den Blutstrom in die Leber gelangen und dann mit infiltrativer Ausbreitung den Charakter eines bösartigen Tumors aufweisen. Sie gelangen auch in die Lunge oder andere Organe.  In der Leber bildet die Larve eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die langsam verdrängend wächst und zu Oberbauchbeschwerden und Gallenstau mit Gelbsucht führen kann.
Diagnose stellt man mit Ultraschall und Computertomographie. Man darf bei einer Echinokokkuszyste keine diagnostische Punktion ausführen, da die Gefahr der Ruptur mit Aussaat im Bauchraum und Schock besteht. Im Blut können ebenfalls gewisse Teste positiv sein.
Therapie ist die Operation mit möglichst vollständiger Entfernung der Zysten, was meist unmöglich ist. Hier ist dann eine Mebendazol-Langzeittherapie notwendig.

 

Prophylaxe

 

Trotz des geringen Risikos empfehlen die Fachleute einige hygienische Vorsichtsmassnahmen. So kann jeder ohne Sorge die süssen Waldbeeren und das Gemüse aus seinem Garten geniessen:

  •  Waschen Sie Pilze, Beeren, Gemüse und Fallobst vor dem Verzehr unter fliessendem Wasser.
  • Gekochtes ist unbedenklich. Tiefgefrieren tötet den Erreger jedoch nicht.
  • Reinigen Sie die Hände nach Arbeiten mit Erde.
  • Entfernen Sie Fuchskot im Garten nach dem Robidog-Prinzip mit einem Plastiksäcklein. Werfen Sie ihn in den Kehricht, nicht auf den Kompost.
  • Entwurmen Sie Hunde und Katzen, die Mäuse fressen, einmal pro Monat.

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich

 

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.

 

Last updated 15.04.2012

 

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