selten ist harmlos, regelmässig aber ungesund

Die britische Medizin-Zeitschrift «Lancet» hat bereits 1998 einen grossen Cannabis-Report veröffentlicht. Er kommt zum Schluss, der auch heute noch gelten kann: 

Hin und wieder Kiffen ist harmlos. Wer aber regelmässig und viel Cannabis konsumiert, riskiert seine Gesundheit.
Die wichtigsten Tatsachen voraus:

  • Der Cannabiskonsum hat weltweit zugenommen. Insbesondere konsumieren immer mehr Jugendliche in immer jüngerem Alter Cannabis.

  • Die Konzentration von THC (Tetrahydrocannabinol), des psychoaktiven Cannabinoids, hat in den letzten Jahren um ein Vielfaches zugenommen, d.h. konsumiertes Cannabis ist viel stärker als noch vor wenigen Jahren (wir sprechen hier vom Zehnfachen!).

  • Cannabis führt bei regelmässigem und anhaltend hohen Konsum zu relevanten kognitiven Einbussen, insbesondere der Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfunktionen, wobei diese Wirkung wiederum bei Jugendlichen sehr viel markanter sind.

  • In Individuen mit einer vorbestehenden Vulnerabilität, eine Psychose (z.B. eine Schizophrenie) zu entwickeln, kann Cannabis diese Psychose auslösen. bei Patienten mit einer bestehenden Psychose kann Cannabis die Symptomatik verschlechtern. Dabei ist der frühe Erkrankungsbeginn einer Psychose assoziiert mit einem deutlich schlechteren Krankheitsverlauf, geringerer Sozialisierung und häufigeren kognitiven Einbussen (Allgemein beobachtete Assoziationen von Cannabis-Konsum zu psychischen und sozialen Problemen scheinen in der Grössenordnung von Alkoholkonsum und Tabak-Konsum zu liegen >>>siehe hier.).

  • Cannabis rauchen schädigt die Lungen - dabei gilt, dass ein Joint 2.5 bis 5 mal schädlicher ist als eine Zigarette!
    (Thorax 2007;62:1058-1063 December 2007: Sarah Aldington et al. "Effects of cannabis on pulmonary structure, function and symptoms.")

 

 

Rausch-Wirkung von Cannabis

Wer einen Joint raucht, fühlt sich leicht und meint zu schweben. Man nimmt Farben, Musik und die räumliche Tiefe intensiv wahr. Das Zeitempfinden verändert sich stark: Die Zeit scheint erheblich langsamer zu vergehen. In der Gruppe kann der Cannabis-Konsum ansteckendes Gelächter und Rededrang auslösen. Auch Heisshunger-Attacken sind nicht selten. Das sexuelle Empfinden kann intensiver sein. Der Psychowirkstoff THC beeinflusst das Kurzzeit-Gedächtnis, macht schwerfälliger und langsamer.
Wer erstmals oder selten raucht, muss mit Angst oder sogar Panik rechnen. Halluzinationen, Angst oder Gedächtnisverlust als Folge des Kiffens sind aber selten - und auch nur nach Einnahme ungewöhnlich hoher THC-Dosen und meist bei Leuten, die erstmals kiffen. Meist verschwinden diese unangenehmen Zustände sofort, wenn man auf Cannabis verzichtet. Eine Ausnahme sind hier Jugendliche um 15jährig, die eine (genetische? minimaler Hirnschaden? bestimmtes Familiensystem?) Neigung zu Psychosen haben. Bei Ihnen kann sich durch Haschischrauchen eine Schizophrenie entwickeln.
Wer schlechter Stimmung ist, ist nach dem Kiffen noch schlechter drauf: Cannabis verstärkt die Gefühlslage- sei sie nun gut oder schlecht.
Kiffen lässt das Herz innert weniger Minuten schneller schlagen; dieser Zustand dauert bis drei Stunden. Bei sitzenden bekifften Personen erhöht sich der Blutdruck, bei stehenden fällt er. Gesunde junge Personen haben deswegen nichts zu befürchten. THC ist kaum giftig: Bisher ist kein Fall einer tödlichen Cannabis-Überdosis bekannt.

 

Cannabis am Steuer

Wer Cannabis geraucht hat, sollte allerdings auf keinen Fall Auto fahren. Auf jeden Fall verstärkt ein Joint die Wirkung von Alkohol, der oft zusammen mit Cannabis konsumiert wird. Es wird vermutet, dass v.a. höhere Dosen (ab 200 Mikrogramm THC pro Kilogramm Körpergewicht) das Kurzzeit-Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Reaktionsfähigkeit auf jeden Fall 8 Stunden, selten bis zu 24 Stunden eingeschränkt sein können (http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/320/7227/108 ; www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=12493577). 

Eine viel diskutierte, methodisch einwandfreie und seither mehrfach bestätigte holländische Studie von 1994 zeigte, dass erst in hohen Dosierungen von 300 Mikrogramm das Fahrvermögen merklich beeinträchtigt wurden (www.grotenhermen.com/driving/robbe.pdf), wenn auch nicht stärker als bei 0,8 Alkoholpromille. Weit wichtiger noch: Nach Alkoholkonsum fuhren die Versuchspersonen deutlich riskanter als nach dem Konsum von Cannabis, hielten ihre eigene Fahrleistung aber für besser. Umgekehrt die Cannabis-Konsumenten: Sie verhielten sich auf der Strasse viel vorsichtiger, schätzten ihre Fahrleistung aber als schlechter ein!

 

 

Wirkungen regelmässigen und langjährigen Kiffens

Immer wieder wird behauptet, Cannabis verursache Krebs. Dies gilt ohne Zweifel für Lungenkrebs. Der Zusammenhang zu weiteren Krebsformen wurde nur an Nagetieren nachgewiesen und auch nur mit sehr hohen THC-Dosen. Es gibt keine schlüssigen Beweise, dass Cannabis-Rauchen das menschliche Immunsystem schädigt. Im Gegenteil: Auf Grund von Tierversuchen wird vermutet, dass der günstige Effekt von Cannabis bei Multipler Sklerose - einer Autoimmunerkrankung - zumindest teilweise durch eine immunmodulierende Wirkung gewisser Komponenten zustande kommt ( Nature 408, 84-87 (2000)).
Cannabis soll sogar gegen Krebs wirken: THC, von einem spanischen Team direkt in eine bestimmte Art bösartiger Hirntumoren gespritzt, führte bei Mäusen zu einem erheblichen Rückgang der Krebsgeschwulst (Nature Medicine 6, 255-256 (2000)).
Wer über Jahre und viel kifft, riskiert hingegen eine chronische Bronchitis: Husten, Auswurf und einen pfeifenden Atem. Und daraus kann auch ein Lungenkrebs entstehen. Darin schlägt der Cannabis-Zigaretten-Rauch den Tabak um ein Vielfaches: Das rauchen einer einzigen Cannabis-Zigarette scheint nach neueren Studien genau so schädlich wie 2.5 bis 5 Tabak-Zigaretten! Wenn Tabak und Cannabis gemeinsam geraucht werden, verschlimmern sich die Folgen für die Lungen. Laut diesen Untersuchungen soll der Teergehalt von Cannabis um 50% mehr Karzinogene enthalten als Tabak. Hinzu kommt, dass ein Joint viermal so stark inhaliert wird wie eine gewöhnliche Tabak-Zigarette. Dadurch gelangen grössere Mengen von Teer und Kohlenmonoxid in die Lungen.
Eine Legende ist, dass Kiffen während der Schwangerschaft das Risiko erhöhe, das Baby bei der Geburt zu verlieren. Allerdings ist das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht des Babys erhöht. Frühe Studien, die einen Zusammenhang mit Hirnschäden herstellten, konnten nicht bestätigt werden. Jedoch kann Langzeitkonsum kognitive (Wahrnehmungs-, d.h. Gedächtnis- und Aufmerksamkeits-) Schädigungen verursachen (Eine neuropsychologische Studie an 51 schweren Langzeitkonsumenten (mittel 24 Jahre), 51 Konsumenten kürzerer Zeiträume (Mittel 10 Jahre) und 33 Nicht-Konsumenten bestätigt, dass massiver Cannabis-Konsum über lange Zeit früher oder später (bis zu 10 - 20 Jahren) zur Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit führt, die über die Dauer der Intoxikation (17 Stunden) hinaus anhält und sich mit zunehmenden Jahren verstärkt. Solowij N, et al. Cognitive functitioning of long-term heavy Cannabis users seeking treatment. JAMA 2002;287:1123-31)

 

 

Abhängigkeit

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung kann Cannabis-Rauchen seelisch abhängig machen:
Jede zehnte Person, die je Marihuana oder Haschisch geraucht hat, ist für eine gewisse Zeit süchtig. Es handelt sich aber um keine körperliche, sondern um eine moderate Abhängigkeit im Kopf: Man hat das Gefühl, nur noch mit einem Joint gut drauf zu sein.
Ein wichtiger Streitpunkt ist: Verführt Kiffen dazu, härtere Drogen zu nehmen? Professor Rudolf Brenneisen von der Universität Bern betont, dass Studien diese Frage mit Nein beantworten. Opiatabhängige Personen hätten zwar oft zuvor Cannabis konsumiert. Daraus könne man nicht ableiten, dass Kiffen zum Konsum härterer Drogen führe. Denn wer Cannabis rauche, habe vorher meist Alkohol oder Tabak konsumiert.
Der Pharmakologe Brenneisen weist auch darauf hin, dass gemäss bisher vorliegender Daten Kiffer in der Regel nicht antriebsloser seien oder schlechtere schulische Leistungen zeigten als Nicht-Kiffer.
Marihuana verursacht einen starken Anstieg der Herzfrequenz (Pulserhöhung). Dies kann bei an sich erhöhtem Herzinfarktrisiko noch das Zünglein an der Waage sein, dass (ein älterer) Kiffer einen Herzinfarkt erleidet (Murray A. Mittleman, Boston et al.;Circulation, Vol.101, No.6 (2000), S.713).

 

Viele Erwachsene (v.a. in entwickelten Ländern) suchen zunehmend Hilfe zur Entwöhnung; bei regelmässigem Gebrauch entstehen Gewöhnungseffekte, folglich auch Entzugssymptome (80% bei Männern, 60% Frauen). Obwohl das Suchtrisiko ca. 10% niedriger ist als für Alkohol, Nikotin oder Opiate, zeigte sich Mitte der 80’er und 90’er Jahre in Studien aus verschiedenen Ländern, dass bis zu 4% der Bevölkerung zumindest vorübergehend die Kriterien für den Missbrauch von Cannabis erfüllten; das Risiko ist bei täglichem Genuss und für Personen, die sehr früh begonnen haben, wesentlich höher. Nur wenige suchen Hilfe, davon sind weniger als die Hälfte länger als ein Jahr abstinent. Jugendliche, die mehrmals wöchentlich Cannabis konsumieren, entwickeln eher eine Abhängigkeit oder bei genetischer Prädisposition eine psychotische Störung und neigen aus unbekannten Gründen dazu, andere illegale Drogen zu probieren.

(Wayne Hall, PloS Medicine 2006, doi: 10.1371/journal.pmed.0030039)

 

Die Herausgeber der renommierten Medizin-Zeitschrift «Lancet» schreiben in einem Kommentar, dass moderates Kiffen der Gesundheit kaum schade. Sie schreiben eindeutig: Alkohol und Tabak seien schädlicher.

 

 

Die Risiken des Kiffens

Während dem Rausch

  • Angst oder Panik, besonders bei Personen, die erstmals rauchen. Manchmal auch: Übelkeit, Erbrechen, Brennen im Hals, Mundtrockenheit, Reizhusten und Gliederschwere.

  • Während des Rausches ist die Aufmerksamkeit eingeschränkt und das Gedächtnis arbeitet schlechter.

  • Das Risiko für einen Verkehrsunfall ist in den 60 Minuten nach dem Kiffen erhöht.
    Diese Gefahr ist noch viel grösser, wenn man gleichzeitig Alkohol getrunken hat.

Folgen mehrjährigen Kiffens

  • Chronische Bronchitis, Lungenkrebs

  • Verdacht: Erhöhtes Risiko für Krebs der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre.

  • Moderate seelische Abhängigkeit: Der Konsum von Cannabis führt aber nicht zwingend zu einer Abhängigkeit.

  • Wer über Jahre gekifft hat und von einem Tag auf den andern aufhört, kann körperliche Entzugssymptome haben.

  • Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Wahrnehmung bei täglichem Konsum. Wer nicht täglich raucht, ist davon nicht betroffen. Starker Cannabis-Konsum über lange Zeit führt aber früher oder später (bis zu 10 - 20 Jahren) zur Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit, die über die Dauer der Intoxikation (17 Stunden) hinaus anhält und sich mit zunehmenden Jahren verstärkt.

  • Die Spermabildung und der Menstruationszyklus werden gestört. Diese Folgen verschwinden, wenn man kein Cannabis mehr konsumiert.

  • Besonders Jugendliche sind durch regelmässigen Haschischkonsum gefährdet, eine latente Schizophrenie zu entwickeln. Auch für Depressionen sind sie anfälliger. Einer von 8 Männern in der Adoleszenz und eine von zwei Frauen, die täglich Cannabis konsumieren, leiden an depressiven Symptomen oder Angstzuständen (www.evimed.ch/JournalClub/Fachgebiete/065psychiatrie/03mp492.html).

Besonders gefährdet sind:

  • Jugendliche, die Cannabis schon mit zwölf oder dreizehn Jahren konsumieren. Solche Personen nehmen in der Regel weitere Drogen und haben die Tendenz, Cannabis-abhängig zu werden.

  • Frauen, die während der Schwangerschaft kiffen, erhöhen das Risiko, ein Baby mit niederem Geburtsgewicht zu gebären. Auch Verhaltens- und Entwicklungsstörungen sind nicht auszuschliessen.

  • Wer an einer der folgenden Krankheiten leidet: Asthma, Bronchitis, Schizophrenie, Alkoholsucht, Medikamentensucht. Personen mit diesen Krankheiten sollten auf Cannabis verzichten; ebenso Personen mit Bluthochdruck und Herzproblemen.

 

THC

Marihuana wird aus getrockneten Blättern und Blüten der Cannabis-Pflanze gewonnen; es enthält 0,5 bis 20 Prozent des Psycho-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC). Haschisch ist gepresstes Cannabis-Harz und enthält 2 bis 20 Prozent THC. Noch stärker ist Haschisch-Oel: Es enthält bis zu 50 Prozent THC. Ein typischer Joint enthält ein halbes bis ein Gramm Cannabis. Als starke Cannabis-Raucher bezeichnen die Wissenschaftler in der Regel solche, die täglich oder fast täglich kiffen. Der typische Kiffer ist ein Mann, der regelmässig auch Alkohol trinkt und Tabak raucht. Einmal pro Woche Cannabis Rauchen gilt als moderat.
Cannabis: Botanischer Name für Hanf
Marihuana: auch Gras genannt (getrocknete Cannabis-Blütenblätter)
Haschisch: auch Shit genannt (gepresstes Cannabis-Harz)
Kiffen: Gras oder Shit rauchen
Joint: Marihuana- oder Haschisch-Zigarette

 

 

häufig gehörte Behauptungen

Behauptung:
Eine Ueberdosis Cannabis ist tödlich.
FALSCH
Bisher ist kein Todesfall nach dem Konsum von Cannabis dokumentiert.

 

Behauptung:
Wer kifft, sollte nicht Auto Fahren
RICHTIG
Das Rauchen von Cannabis verändert die Wahrnehmung und verlangsamt die Reaktionen.>>> mehr dazu oben.

 

Frage:
Führt der Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen bei Jungendlichen zu psychischen und sozialen Problemen?
Hintergrund
Illegaler Drogenkonsum, vor allem Cannabis, ist bei Jugendlichen weit verbreitet und wird mit psychischen und sozialen Problemen assoziiert. Ob diese Assoziation aber kausal begründet werden kann, ist bislang unklar. Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, die kausale Assoziation  von alternativen Erklärungsmöglichkeiten wie inverser Kausalität, systematischen Fehlern und anderen Einflussfaktoren abzugrenzen. In diesem „systematic review“ wurde die vorhandene Evidenz über die kausalen Folgen von Cannabis und anderen illegalen Drogen bei Jugendlichen zusammengetragen und analysiert.
 
Antwort:
Allgemein beobachtete Assoziationen von Cannabis-Konsum zu psychischen und sozialen Problemen scheinen in der Grössenordnung von Alkoholkonsum und Tabak-Konsum zu liegen: www.evimed.ch/cgi-bin/WebObjects/nuSite.woa/evimed/journal_club.html?rubricseq=230&tocexternalid=795  

 

Behauptung:
Wer kifft, wird psychotisch
FALSCH und RICHTIG
Kiffen kann eine bestehende Schizophrenie verstärken oder bei gefährdeten Jugendlichen erstmals einen Schub auslösen: Wer mehrmals täglich kifft, muss mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen rechnen.

 

Frage:
Gibt es etwas, das man tun kann, damit man weniger schizophren wird?
Antwort:
Die regelmässige Einnahme von Fischöl-Kapseln kann möglicherweise den Ausbruch einer schizophrenen Psychose bei Hochrisikopatienten verhindern oder verzögern (Archives of General Psychiatry, 2010;67:146-154). Es wurden täglich 4 Fischölkapseln (insgesamt 700mg Eicosapentaensäure, 480mg Docosahexaensäure plus 7,6 Vitamin E) an 13 bis 25 Jahre jungen Menschen gegeben. Dies war ähnlich erfolgreich wie die (päventive) Gabe von Antipsychotika.

 

 

THC in der Medizin

"Cannabis und Cannabinoide sind bei wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung sowohl als Medikamente als auch für Forschungszwecke im Rahmen kontrollierter Studien zuzulassen." Dies die Empfehlung der eidgenössischen Kommission für Drogenfragen im sogenannten Cannabisbericht von 1999 (www.admin.ch/bag/sucht/drog-pol/drogen/d/revbetmg/cannabisd.htm).

 

THC hat nicht nur euphorisierende, sondern auch stimulierende, 

  • muskelentspannende (antispastische: siehe z.B. Vaney C. Multiple Sklerose, Spastik und Cannabis, Schweiz Med Forum 2004;4:732-8 + Leserbriefe dazu: www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2005/2005-10/2005-10-334.PDF ), 
  • antiepileptische, 
  • brechreizmindernde (Cannabinoids for control of chemotherapy induced nausea and vomiting: quantitative systematic review. Tramèr MR, Carroll D, Campbell FA et al. BMJ 2001 (July 7); 323: 16 www.bmj.com/cgi/content/full/323/7303/16 ), 
  • appetitsteigernde, 
  • blutdrucksenkende, 
  • stimmungsaufhellende, 
  • antientzündliche: z.B. bei Arthritis: PNAS 97, 9561-9566 (2000) oder gegen die Entzündungen in den Herzkranzarterien, die Arterienverkalkungen und damit einen Herzinfarkt verursachen können (Nature, 434, S.782), - dazu auch neuere Forschung der Uni Genf (THC zeigt protektiven Effekt bei der Entstehung der Atherosklerose! (www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2006/2006-51/2006-51-274.PDF)).
  • damit auch überschiessende Immunreaktionen hemmend, wie man sie bei Autoimmunstörungen findet (chron. Darmentzündungen: J.Clin.Inv., Bd.113, S.1202 oder bei Multipler Sklerose (MS)) und
  • schmerzhemmende Wirkungen. 
  • Das Rauchen von Cannabis erweitert entweder, je nach Zustand der Bronchialmuskulatur, die Luftwege oder löst aber Spasmen aus (Nature 408, 96-101 (2000)). 

 

Cannabis und Psychose: gute Zusammenfassung in der Schweiz Med Forum 2004;4:636-639 (www.medicalforum.ch)

 

Durch die extrem niedrige Toxizität der Substanz scheint THC (in oraler, rektaler oder topischer Anwendungsform, da das Rauchen von Cannabis wegen der kanzerogenen Wirkung nicht empfohlen werden kann) ein ideales Medikament der Zukunft zu sein.
Umfassende Informationen zum therapeutischen Einsatz bietet das britische UK Medicinal Cannabis Project.

 

die Homepage zur Verfassungsklage "Cannabis als Medizin": www.inside.to/cannabis/ 

 

An der University of California in San Diego bespielsweise ist ein spezielles "Center for Medicinal Cannabis Research" ins Leben gerufen worden (www.cmcr.ucsd.edu). Anfang 2001 ist dort ein vorerst auf drei Jahre angelegtes Programm angelaufen, um Sicherheit und Effizienz von Cannabis zur Therapie bestimmter Leiden zu klären.

 

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Literatur: Grotenhemen F.: Hanf als Medizin, AT Verlag, Baden und München 2004
Rätsch Ch.: Hanf als Heilmittel, AT Verlag, baden und München 1998

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich

 

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessiert mich aber im bescheidenen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit. Melden Sie sich nicht in der falschen Hoffnung in meiner Sprechstunde an, um Patentrezepte zu erhalten.

 

Last updated 21.03.2010

 

Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).