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Beckenboden und aufrechte HaltungAuf dem wunderbaren Bild der graziös schreitenden Afrikanerin sieht man schön, wie der Beckenboden bei ihr stets leicht nach vorne unten geneigt und nicht horizontal ist! So muss kein Gewicht von inneren Organen vom BB gehalten werden und er kann voll entspannt bleiben. Dagegen muss ein horizontaler BB (Becken vor Schultergürtel) ständig kontrahieren, was in argen Verkürzungen mündet. Beim BB ist also Entspannung durch Schrägstellung (was elastische Spannkraft und Länge nach sich zieht), also Becken hinter dem Lot gefragt und nicht Horizontalität (Kontraktion und Verkürzung). Auf der untenstehenden Foto ist der ideal liegende Beckenboden mit einer roten Punktkette gekennzeichnet. Wir haben immer noch den Oberkörper und das Becken der Vierbeiner, will heissen, dass die Strebe (die Achse - also hier die Wirbelsäule) im Thorax hinten geblieben ist und nicht (wie bei allen Lebewesen, die lange Zeit schon senkrecht waren) in die Mitte kam (was zum Beispiel auch beim Menschen im Hals mit der Halswirbelsäule bereits geschehen ist). So hängen und beschweren unsere inneren Organe unsere (weichen und schwachen) Horizontalebenen (Thoraxeingang, Zwerchfell und Beckenboden) und werden kaum (mehr) von der Wirbelsäule (und vom Rippenbogen) getragen. Man könnte auch sagen, dass wir noch zuwenig lang aufrecht stehen und gehen und deshalb unser (Ober-) Körper diese Entwicklung noch nicht ganz mitgemacht hat. Das können wir mit einer leichten Faltbewegung im Becken/Hüftgelenk wieder etwas ausgleichen! Diese optimale Haltung habe ich hier auf meiner Website genauer beschrieben. Wir besitzen übrigens auch noch das Becken der Vierbeiner mit einem Hüftgelenk, das nur nach vorne falten kann und hinten sehr viel mehr Gewebe besitzt als vorne. So ist es nur natürlich, dass das Becken eher hinten ist und ohne Muskelspannung in den "Gummibändern" des vielen Bindegewebes (elastische Spannkraft!) des Po ruht.
Beckenboden im SitzenEine Voraussetzung zur guten "Stärkung" des Beckenbodens wird meist vergessen: Der Beckenboden muss unbedingt immer auch alltäglich passiv weit gespannt sein - sonst wird er meist durch das (ach so beliebte) aktive Beckenbodentraining auch verkürzt und zieht die Schambeinäste zwischen denen er wie ein Trommelfell ausgespannt ist enger zusammen, was zu allerlei Beschwerden führen kann (engere Verhältnisse für Enddarm, Harnröhre und Scheide). Wie erreicht man eine passive Spannung im Beckenboden und damit weite anatomische Verhältnisse, die erst ein gutes aktives Beckenbodentraining ermöglichen? Durch eine "gute" Sitzhaltung! Setzen Sie die Füsse (am besten barfuss und gut gegen den Boden geöffnet) etwas auseinander auf den Boden, parallel zueinander (d.h. Fussspitzen leicht gegen innen). So fallen die Knie nach innen - und so gehen die Sitzbeine und die Schambeinäste auseinander - das Becken bekommt unten und hinten mehr Platz, der Beckenboden wird passiv gespannt - das Becken ist eine entspannte Schüssel mit flachem Boden. Nehmen Sie das Gesäss nach hinten, so dass Sie vor Ihre Sitzbeinhöcker zum sitzen kommen. Man hat ein leichtes und lockeres Hohlkreuz (ev. kleines Kissen dort hinein), das Gewicht des ganzen Oberkörpers kann in das Becken abgegeben werden. Der hinterste Teil des Beckenbodens, der Ischio-Coccygeus-Muskel zwischen Steissbein und Sitzbeinhöcker ist dabei völlig entspannt und bleibt es auch während all den untenstehenden Übungen! Das Brustbein schwebt hoch und vorne (nicht hochziehen) und die Schultern hängen frei (und sind nicht nach hinten gezogen). Der Kopf sitzt locker und frei wie eine Boje oben auf der Mittelachse der Halswirbelsäule (geht durchs Ohrloch). Diese Sitzhaltung können Sie so oft einnehmen, wie es geht. Sie sollte (übrigens auch für einen Mann mit Prostatabeschwerden - oder z.B. auch Menschen mit rezidivierenden Ilio-Sacral-Gelenk-Blockaden) zur Normalhaltung werden.
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 15.04.2012
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