Checkup Ihres Arztes!

iconaerzte.gif (1497 Byte)So können Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin beurteilen

Kreuzen Sie an, wenn dies bei Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin zutrifft.

Beim Empfang und in der Praxis:

  • Wenn Sie am Telefon wegen einer wichtigen Sache mit dem Arzt/der Ärztin selber sprechen möchten, ruft Sie der Arzt/die Ärztin in nützlicher Frist zurück oder Sie werden direkt verbunden.3 Punke
  • In ganz dringenden Fällen empfängt Sie der Arzt/die Ärztin noch am gleichen oder spätestens am folgenden Tag.3
  • Der Empfang in der Praxis ist freundlich und familiär.1
  • Diskretion: Am Empfang fragt man Sie nicht nach Ihren Beschwerden, wenn andere Patienten oder Patientinnen dort stehen oder die Tür zum Wartezimmer offen ist. Beim Warten bekommen Sie nie Telefongespräche und Anliegen von fremden Patienten mit.2
  • Sofern Sie einen vereinbarten Termin hatten, mussten Sie nur ganz selten über eine halbe Stunde warten, bis Sie den Arzt/die Ärztin sahen2
  • Sie haben nicht den Eindruck, dass der Arzt/die Ärztin häufig zu viele Leute in die Praxis kommen lässt.2
  • Bei langen Wartezeiten bietet die Praxis-Assistentin einen Ausweichtermin an oder bestellt Sie auf einen späteren Zeitpunkt.1
  • Das Warten wird so angenehm wie möglich gemacht (Lesestoff, bequeme Sitze, angenehmes Empfangszimmer, Temperatur).1
  • Die Rechnung des Arztes/der Ärztin ist so übersichtlich, dass Sie die Angaben kontrollieren können.2

Bei der ärztlichen Behandlung:

  • Der Arzt/die Ärztin nimmt sich genügend Zeit, um sich nach Ihrem Befinden und Ihren Beschwerden zu erkundigen. Falls er/sie Ihre Krankengeschichte nicht kennt, fragt er/sie auch danach.10 Punkte
  • Der Arzt/die Ärztin scheint Ihnen gesund, sympathisch und umgänglich. Er macht seine Arbeit mit Freude und kann sie  mit Begeisterung zu einer Haltungsveränderung einladen, ermutige und inspirieren.5
  • Der Arzt/die Ärztin kann Ihnen zuhören, ist dabei vorurteilslos und auch kritikfähig. Er ist auch weder belehrend noch bestrafend.6
  • Der Arzt/die Ärztin geht auf die geschilderten Beschwerden und Probleme ein. Er/sie nimmt Ihre eigenen Ideen und Phantasien über die Symptome, auch die Bedenken, Unsicherheiten und Ängste ernst. Er/sie erfragt auch Ihre Befürchtungen - und auch ihre Erwartungen an die Therapie und den Arzt. Er hat auch keine Hemmungen vor Themen, wie den Tod, die Einsamkeit, die Sinnlosigkeit, die Angst vor Verantwortung. Sie fühlen sich verstanden.8
  • Der Arzt/die Ärztin erklärt stets, was er/sie gerade tut und weshalb. Er/sie benutzt auch kein unverständliches Ärztelatein (siehe hier!)6
  • Der Arzt/die Ärztin erklärt Ihnen die Befunde und mögliche Behandlungen (auch alternative der Komplementärmedizin!) so, dass Sie es verstehen. Er gibt auch andere, geeignete Therapeuten an. 6
  • Der Arzt/die Ärztin erläutert Ihnen die Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Therapien.8
  • Der Arzt/die Ärztin klärt Sie über mögliche Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten auf. 6
  • Der Arzt/die Ärztin sieht Sie respektvoll als Menschen. Er/sie scheint Ihnen als beziehungsfähig - auch in dieser ungleichen Beziehung Arzt-Patient! Er missbraucht sein Macht nicht. 8
  • Der Arzt/ die Ärztin erkundigt sich nach Ihrer allgemeinen Lebensweise und bespricht mit Ihnen, wie Sie Ihr Leiden mit einer angepassten Lebensweise lindern oder beheben können. Er glaubt dabei an eine Heilung (resp. Selbstheilung).8
  • Der Arzt/die Ärztin ermuntert Sie, Fragen zu stellen.6
  • Der Arzt/die Ärztin unterbricht die Konsultation und Behandlung höchstens einmal, um einen Telefonanruf zu beantworten. Er/sie lässt sich nur ganz selten von Drittpersonen stören.2
  • Sie müssen nie nackt auf den Arzt/die Ärztin warten.2
  • Bei der Gynäkologin/ dem Gynäkologen müssen Sie sich nie ganz frei machen, sondern brauchen sich zum Beispiel nur unten frei zu machen für eine Prüfung des Unterleibs, und die Brüste werden erst untersucht, nachdem Sie sich unten wieder bekleidet haben. (nicht bewertet)
  • Sie können sich wieder vollständig anziehen, bevor der Arzt/die Ärztin mit Ihnen die Befunde oder mögliche Behandlungen bespricht.2

Wenn eine Operation dazu kommt:

  • Der Arzt/die Ärztin klärt Sie über mögliche Nebenwirkungen und Risiken von Operationen auf. Er /sie sagt Ihnen, wie oft in vergleichbaren Fällen solche Nebenwirkungen und Risiken auftreten. 10
  • Der Arzt/die Ärztin klärt Sie auf, wie oft die vorgeschlagene Operation in vergleichbaren Fällen Erfolg hat. 10
  • Der Arzt/die Ärztin gibt Ihnen zusätzlich ein Merkblatt ab, das die wichtigsten Informationen - auch über Risiken und Erfolgsaussichten - der vorgeschlagenen Operation festhält. 6
  • Der Arzt/die Ärztin erklärt Ihnen, warum eine Operation seiner/ihrer Ansicht nach absolut nötig ist. Oder er/sie erläutert Behandlungsmöglichkeiten ohne Operation und bespricht die Vor- und Nachteile. 6
  • Der Arzt/die Ärztin klärt Sie vor einer Operation über die voraussichtliche Dauer des Spitalaufenthalts und der Arbeitsunfähigkeit auf. 4

Total:

Total mögliche Punkte ohne Operationen: 100
91 bis 100 sehr gut  iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)
81 bis 90 gut iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)
71 bis 80 mittelmässig iconpille.gif (1289 Byte)
bis 70 schlecht
Total mögliche Punkte mit Operationen: 136
121 bis 136 sehr gut iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)
111 bis 120 gut iconpille.gif (1289 Byte)iconpille.gif (1289 Byte)
101 bis 110 mittelmässig iconpille.gif (1289 Byte)
bis 100 schlecht

Von einer Hausärztin, einem Hausarzt wünsche ich mir...

diese Frage stellten wir HausärztInnen des VHZ  Verein Hausärztinnen) in Zürich 2004 und bekamen von 110 anonymen PatientInnen folgende Antworten:

Genügend Zeit haben 39
Fachwissen Fachkompetenz 29
Zieht Spezialisten bei wenn nötig 28
Nimmt mich ernst, geht auf meine Beschwerden ein 28
Fähigkeit und Bereitschaft zu erklären 23
Hausbesuche im Notfall 21
Kann ihm/ihr vertrauen 20
Alternativen anbieten, nennen, Naturheilmittel 19
Ehrlich und offen, sagt die Wahrheit 14
Einfühlungsvermögen, Empathie 13
Schnell aufsuchbar, kurzfristige Termine 12
Freundlich 11
Generika verschreiben 10
Verständnisvoll 8
Kommerzielle Interessen nicht im Vordergrund 8
Kurze Wartezeiten im Wartezimmer 7
Geduldig 6
Fähigkeit zum zuhören 6
Keine Medikamente aufschwatzen 6
Soziales, familiäres Umfeld kennen 6
Telefonisch konsultierbar 6
24 Stunden erreichbar, im Notfall erreichbar 6
Kann zugeben, nicht alles zu wissen, nicht den/die Allwissende(n) spielen 6
Gute(r) Diagnostiker(in) 5
Menschlichkeit Wärme 5
etc, etc,etc 4 und weniger Nennungen

"Eminenzbasierte" Medizin

Was ist ein "eminenter Doktor"? Er entspricht nicht mehr dem alten "Gott in Weiss", denn er ist grundsätzlich vertraut mit der evidenzbasierten Medizin, er ist aber auch nicht mehr ein evidenzbasierter Mechaniker, sondern hat zu einer Eigenverantwortung zurückgefunden, die mit seiner Berufung zusammenhängt. Der "eminente Doktor" darf sich wieder zu seinem Arztsein berufen fühlen, denn in einer eminenzbasierten Medizin hat die Person des Arztes eine ebenso grosse Bedeutung wie das evidenzbasierte Wissen.
Dies beinhaltet eine ethische Reife des Arztes, die sich durch emotionale Präsenz, empathisches Bezogensein und sensible Antwortfähigkeit auszeichnet.

Dazu folgende wichtige Überlegung für Männer über ihren Arzt, resp. eben Ärztin:

(durch Anklicken vergrössern)

Literatur für Ärzte, die besser werden wollen!

Was wir von Ärzten nie wieder hören wollen: "Das sieht aber gar nicht gut aus!" oder "Ich kann im Moment nichts mehr für sie tun." oder "Sie sind ein Risikopatient!"...Die meisten Patienten wähnen sich nach solchen Aussagen fast schon auf dem Totenbett - dabei meint der Arzt oft nur Harmloses. Der Autor Werner Bartens ("Das sieht aber gar nicht gut aus.", Pantheonverlag, 2013) ist selbst Arzt. Er klopft in seinem Buch 99 typische Arztsätze auf ihr Missverständnis-Potenzial ab. Viele Mediziner äussern sich zu gedankenlos und schnoddrig. In der Ausbildung kommt die Kommunikation mit den Patienten zu kurz. Und Ärzte nehmen sich häufig nur wenig Zeit für jeden Patienten. Dabei wäre Einfühlung gefragt. Das Wort ist das wichtigste therapeutische Hilfsmittel.
Die Patienten sollten sich einen sympathischen Arzt wählen, der gut zuhört und verständlich erklärt - und keine Angst macht, sondern eher auf das Positive und die guten Ressourcen der Patienten fokussiert ist!

Medizin im Glashaus

von Dr.med.B. Gurtner, 8620 Wetzikon

Gäbe es einen Papst der Medizin, würde er die 300seitige Anleitung «Examining your Doctor» des in Boston praktizierenden Dr. Timothy B. McCall auf den Index der verbotenen Bücher setzen und den Autor exkommunizieren. Damit wäre dem anregenden Werk, das allzu viele unangenehme Wahrheiten enthält, eine grosse Leserschaft gesichert.
Der als Do-it-yourself-Handbuch gestaltete Text richtet sich an das amerikanische Publikum und gibt ausführliche Hinweise und präzise Checklisten, die dazu dienen sollen, die Qualität der Ärzte und Ärztinnen zu beurteilen. Der Autor belegt durch eigene Erlebnisse und durch viele Literaturangaben, dass Staatsexamen und Facharztdiplome, moderne Geräte, luxuriöse Räume und freundliche Umgangsformen weder im Spital noch in der Praxis eine gute Medizin garantieren: Some of the most dangerous doctors I know are nice people. So wie man vor dem Kauf eines Toasters den Consumers Report studiere, solle man sich auch bei der Auswahl eines Arztes oder Spitals von Kriterien leiten lassen, die in «Examining your Doctor» bis in alle Details beschrieben sind:
Hat Sie der Arzt zu Beginn der Konsultation schon nach wenigen Sekunden unterbrochen und mit suggestiven Ja-Nein-Fragen bombardiert oder Ihnen zumindest einige Minute Zeit gelassen, um Ihr Anliegen ungestört vorzubringen? Interessiert er sich auch für Ihre familiäre und berufliche Situation? Umgeht er heikle Themen? Konnten Sie Ihre eigenen Vermutungen und Befürchtungen vorbringen?
Durften Sie sich für die körperliche Untersuchung ungestört ausziehen? Hat man Ihnen Blut abgenommen oder ein EKG angefertigt, bevor Sie der Arzt gesehen hat? Wäscht er sich vor der Untersuchung die Hände? Fragen Sie im Zweifelsfall oder achten Sie darauf, ob das Lavabo feucht und der Seifenspender nachgefüllt sind ...
Vielen anderen genauen Empfehlungen zur Beurteilung der Qualität von Anamnese und Status folgen Kapitel über Abklärungsverfahren, medikamentöse Therapien, invasive Kardiologie und einige Operationsindikationen, die auch bei uns umstritten sind. Als Insider zeichnet der Autor schonungslos ein Unsittenbild der Medizin, in der überflüssige Untersuchungen und falsche Behandlungen weit verbreitet sind, die zahlreiche und oft fatale Nebenwirkungen verursachen und zu immensen Kosten führen, welche durch rationelleres Vorgehen und präventive Beratung stark verringert werden könnten. McCall glaubt, dass auch medizinische Laien beurteilen können, welche Tests und Therapien bei ihnen vorzunehmen seien, und er rät ihnen, sich höflich, aber bestimmt zu wehren, wenn die Indikationen nicht stimmen. Sie sollen sich im Internet oder in der Fachliteratur so informieren, dass sie durch gezielte Fragen überprüfen können, ob ihr Arzt noch «up to date» sei. Ein Blick auf das Bücherregal im Sprechzimmer verrate, ob dort nur veraltete Ausgaben stehen. Es werden sogar einige verbreitete Periodika genannt, die als medizinische Schundliteratur in einer anständigen Praxis nichts zu suchen hätten.
Better informed patients force their doctors to stay on their toes ... und treiben sie wohl auch einmal die Wände hoch, wenn sie einige der von McCall empfohlenen bohrenden Fragen stellen. Immerhin ruft er auch die Patienten mehrmals dazu auf, ihren Teil zu einer guten therapeutischen Beziehung beizutragen, und nennt dafür praktische Beispiele:
Sie sollen sich vor den Konsultationen duschen, ihr Hauptanliegen nicht last minute erst bei der Verabschiedung vorbringen und ihre Beschwerden und Wünsche nicht überängstlich durch die letzte TV-Sendung beeinflussen lassen.
Informativ sind die Kapitel über die unterschiedlichen ärztlichen Temperamente, über Generalisten und Spezialisten und über die verschiedenen Organisationsformen in Klinik und Praxis. Es folgt der bekannte Ratschlag, Spitäler im Juli und an Wochenenden nach Möglichkeit zu meiden, um nicht unerfahrenen Teams in die Hände zu fallen. Die Vor- und Nachteile der Finanzierungsmodelle werden fair und gut verständlich dargestellt, wobei auch die unsauberen Praktiken der Versicherungen und das Abschieben der Bedürftigen aus Notfallstationen nicht unerwähnt bleiben. Im Anhang folgen Adressen zahlreicher Organisationen, die sich mit spezifischen Krankheiten und Problemen befassen. Wertvoll ist auch ein ausführliches Literaturverzeichnis, das viele provozierende Aussagen und fast unglaubliche Zahlenangaben des Textes abstützt.
Das Buch ermuntert zu mehr Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten und will sie durch mehr Wissen dazu ermächtigen. Der Autor, der nur zur Welt kam, weil seine Mutter eine empfohlene Hysterektomie verweigert hatte, geht aber in missionarischem Eifer etwas weit und breitet soviel schmutzige Wäsche aus, dass es ihm schwerfällt, Vertrauen in die noch verbleibenden kompetenten Ärztinnen und Ärzte aufzubauen. Es lohnt sich dennoch sehr, das gut strukturierte Buch zu lesen. Für die Älteren unter uns ist es ein Rückspiegel für eigenes Fehlverhalten, für die Jüngeren ein praktischer Leitfaden, wie man es nicht machen soll, brillant dargestellt im Kapitel Pharmakotherapie. Diese Kundenanleitung lässt erahnen, dass wir inskünftig bei allem, was wir tun oder unterlassen, immer mehr im Glashaus sitzen werden. Händewaschen nicht vergessen!

McCall TB. Examining your doctor: a patient's guide to avoiding harmful medical care. New York: Birch Lane Press Book; 1995. ISBN 1-55972-282-7 US $ 22.50