Arthrose

Die Arthrose ist der Prototyp einer degenerativen rheumatischen Erkrankung. Sie ist insbesondere an der Wirbelsäule, den Knien, Hüftgelenken und Händen zu beobachten, kann aber an sämtlichen Gelenken auftreten.

Die Arthrose äussert sich insbesondere durch Schmerzen mit mechanischem Charakter, die sich bei Bewegung des Gelenks verstärken und während Ruhephasen, insbesondere nachts, nachlassen. Die morgens auftretende Versteifung verschwindet nach einigen Minuten. Meist liegen zwischen Schmerzschüben mehr oder weniger schmerzfreie Intervalle.

Sehr wichtig ist die Unterscheidung zur entzündlichen Arthritis. Ein sehr guter Online-Test der Schweizer Rheumaliga hilft Betroffenen zu beurteilen, ob ihre Gelenkschmerzen eher entzündlichen Ursprungs sind oder eher von Abnutzung herrühren: www.gelenk-schmerzen.ch!

 

Begünstigende Faktoren für eine Arthrose sind fortgeschrittenes Alter, genetische Prädisposition, jahre- und jahrzehntelange Haltungsfehler auch sonstige mechanische Überbeanspruchungen (schwere berufliche oder exzessive sportliche Beanspruchung, Übergewicht), Hüftdysplasie, Meniskusentfernung, Unfälle und selten Stoffwechselerkrankungen (insbesondere Hämochromatose), Erkrankung mit Ablagerung von Kalziumpyrophosphat-Kristallen und rheumatologische Krankheiten.

Der Schmerz ist auch meist sekundär durch die umgebende verspannte Muskulatur und durch Zwangshaltungen (möglichst still!) bedingt. Dies ist dann ein eigentlicher Teufelskreis: Schmerz macht Verspannung und Schonhaltung - und dies verschlechtert Haltungsfehler, was wiederum die Schmerzen verstärkt, etc..

 

 

Haltung

Alltäglichen Bewegungen und Haltungen sollten möglichst entlastet und entspannt sein. Der Körper sollte sich dabei nicht verkürzen, die Gelenke nicht gestaucht werden. Das Gleichgewicht soll in der Bewegung besser statt schlechter werden. Bewusstsein über die Gesamthaltung und Bewegung im Alltag ist lernbar. Suchen Sie einen Therapeuten z.B. der folgenden Methoden in Ihrer Nähe auf: Alexandertechnik, Feldenkrais oder Rolfing. Vielleicht kann auch ein erfahrener Chiropraktor, Osteopath (oder PhysiotherapeutIn oder Arzt mit manueller Ausbildung, Triggerpunkttherapie o.Ä.) Linderung verschaffen.

 

nichtmedikamentöse Massnahmen

Übergewicht muss unbedingt bekämpft werden (siehe hier >>>!). Eine Verringerung des Körpergewichts um 1 bzw. 8% verbessert die Symptome der Gonarthose um 3 bzw. 20% (Christensen R et al., Sustained weight loss as treatment of knee osteoarthritis in obese patients, Ann Rheum Dis 2005; 64 sup III:66). 

Begleitend von Haltungs- und Bewegungsverbessernden Therapien soll allgemein viel bewegt werden, am besten ohne grosse Belastung (Radfahren ebenaus, Schwimmen, Gymnastik im warmen Wasser, Gehen oder langsames Laufen auf weichem Boden. 

Auch wurden positive Ergebnisse durch Akupunktur und TCM erzielt.

 

 

medikamentöse Behandlung

1) Paracetamol bis 4 mal 500 mg pro Tag (Die Leber muss gesund sein: 4 mal 1000 mg verursacht bereits in 30% Leberstörungen! Man weiss auch, dass 4 x 1000 mg nicht besser wirken als 4 mal 500 mg!).
2) Nicht zu früh mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) beginnen (Magen-Darm-Nebenwirkungen, Niere-, Leber- und Herz-Kreislauf-Risiko!)!
3) Mut zur Kombination auch mit nicht pharmakologischen Massnahmen.
4) Periarthritis (Weichteile um Gelenk) mitbehandeln!
5) Chondroitinsulfat (Knorpelextrakt z.B. aus Fisch) tgl. 800 mg: in einer Studie über 2 Jahre wurden strukturelle Veränderungen im Kniegelenk (Knorpelabbau) gestoppt (Richy F et al, Structural and symptomatic efficacy of chondroitin in knee osteoarthritis, Arch Intern Med 2003; 163:1514-1522) (Michel BA etal, Chondroitins 4 and 6 sulfate in osteoarthritis of the knee. Arthritis Rheum 2005; 52:779-786).
6) Glukosaminsulfat: Wird in der Schweiz nicht angeboten, ist aber in den USA und manchen europäischen Ländern als orales Knorpelextrakt als "Nutrikament" erhältlich. Auch GS hat eine schmerzlindernde Wirkung und bremst die Gelenkspaltverengung (Pavelka K et al. Effect of glucosamine sulfate on total joint replacement. Ann Rheum Dis 2005; 64 sup III:480).

 

Bei Langzeittherapien sollten aber allgemein Pflanzen an erster Stelle stehen:
Ist die Knorpelzerstörung vorrangig, dann empfehlen sich Extrakte aus der Teufelskralle (diese wirken gegen die Knorpel zerstörende Zytokine) - z.B. Harpagomed®, Doloteffin®, Pascoe Agil®: 2x1 bis 2x2 täglich zum Essen. 

Steht der Schmerz im Vordergrund, die Weidenrinden-Extrakte (Assalix®: 2x2 täglich - nach Wirkungseintritt (erst druchschnittlich in 1 bis 2 Wochen: 2x1). 

Vielversprechend ist auch ein Brennesselblätter-Extrakt (Hox®) - bei eher hoher Dosierung (dreimal zwei Tabletten täglich) oder die gemeine Heckenrose (Rosa canina) - z.B. als Pulver (Litozin®): 5 g täglich (ev. zu Beginn 10 g) ergibt nach drei bis vier Monaten eine Schmerz- und Steifigkeitreduktion. Zusätzliche Rheuma- und Schmerzmittel können eingespart werden. Hagebuttentee wirkt hier nicht.
Ausserdem noch die Präparate, die äusserlich angewendet werden und die zum Beispiel Extrakte aus Arnika und/oder Beinwell enthalten.

Auf die Wirkung von Pflanzen muss man warten können: Es dauert ein bis zwei Wochen, bei der Teufelskralle sogar bis zu vier Wochen oder länger, bis die volle Wirkung spürbar ist.

Meiner Erfahrung nach kommen 30 bis 40 Prozent der Patienten nicht allein mit pflanzlichen Mitteln aus - dort muss mit Synthetika kombiniert werden.

 

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 24.03.2011

 

 

Die Auskünfte in dieser Homepage erfolgen unverbindlich und ohne rechtliche Konsequenzen zu meinem Nachteil. Eine konkrete Beurteilung ist lediglich in Kenntnis des Einzelbestandes möglich (siehe auch Disclaimer).