80 bis 90% aller Jugendlichen haben eine mehr oder weniger starke "Akne", d.h. irgendwann mal einige "Pickel"! 30% davon sind sehr störend und benötigen eine gute Therapie.

Jede Akne kann aber heute beseitigt werden!

 

 

Ursache

Typisch ist eine vererbte vermehrte Verhornung um die Talgdrüsenöffnung und damit eine Stauung des Talgflusses.
Akne wird nicht durch Schmutz verursacht. Im Gegenteil: zu häufiges Waschen des Gesichts kann die Haut reizen und Ihre Akne schlimmer machen. Um Hautschäden zu vermeiden, sollen Sie Ihr Gesicht nicht mehr als zweimal am Tag waschen. Benützen Sie milde Seife oder nur Wasser und Hände.
Falls Sie zu fettem Haar neigen, kann häufiges Shampoonieren verhindern, dass das Haarfett auf Ihr Gesicht gerät. Versuchen Sie, die Haare aus der Stirn zu tragen.

 

 

Wenig Zucker und wenig Milchprodukte

Nahrungsmittel spielen bei der Entstehung von Akne doch eine grössere Rolle als man lange angenommen hat. 

Man sollte alle Lebensmittel meiden, die den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen, also solche mit einem hohen "Glykämischen Index" (Weissbrot, gezuckerte Frühstückflocken, Guetsli, süsse Limonaden wie Cola...). Man vermutet, dass das Hormon Insulin schuld ist, da es die Produktion von männlichen Wachstumshormonen (Androgenen) sowie des Botenstoff IGF-1 anregt. Diese regen dann die Talgproduktion an und begünstigen die Verstopfung der Poren. (Neil Mann et al.;American Journal of Clinical Nutrition, 2007)

 Neueste Untersuchungen zeigen auch eine Abhängigkeit von Kuhmilch und verschiedenen Milchprodukten (Quark, Streichkäse, Instant-Milchgetränke und v.a. entrahmte Milch sind die Übeltäter! Es hat also nichts mit dem Fettgehalt der Produkte zu tun.). Adebamowo CA et al., J Amer Acad Dermatol 2005; 52:207-214

Sicher ist, dass auch starkes Übergewicht durch einen Hyperinsulinismus die Produktion der männlichen Hormone (Androgene) stimulieren kann. Dann hilft Abnehmen auch gegen Akne.

Akne, die erst nach 30jährig neu auftritt (Acne tarda), muss unbedingt hormonell abgeklärt werden (Androgene).

 

Nebenbei: Akne kann selten eine Frühwarnung für eine vergiftete Leber sein die z.B. Ecstasy nicht abbauen kann (dies können 10% der Bevölkerung nicht richtig) ("New Scientist", Jan.99).

 

 

Therapie

  • Ernährung umstellen (siehe oben)!

Ganz allgemein können Sie mit vernünftigen Sonnenbäder (es gibt aber auch Akne, die durch Sonnenlicht stärker wird!), Peelings, dem Gang zur Kosmetikerin, viel trinken und schwitzen (Sport, Sauna) einen positiven Effekt auf die Akne erreichen. Eine Sonnenbräunung kann die Akne etwas verstecken - aber auch Ihre Haut schädigen. Um dies zu verhindern, sollten Sie einen fettfreien Sonnenschutz (mindestens Schutzfaktor 15) verwenden.

Benützen Sie auch fettfreie Kosmetika (und davon möglichst wenig!). Achten Sie auf Hinweise wie "nicht komedogen" oder "nicht Akne-fördernd" auf der Packung.

  • Eine leichte Schältherapie, die diese genetisch verstärkte Verhornung kontinuierlich beseitigt, wäre die eine Seite der Therapie. Weitere Ziele der Therapie wären:
  • Elimination von Mitesser
  • Beseitigung entzündlicher Reaktionen
  • Verminderung der Talgproduktion

Dazu können Sie anfänglich folgende, relativ sanfte Mittel äusserlich anwenden:
Betupfen Sie morgens und abends die Stellen mit dem folgenden Salicyl-Spiritus, den Sie sich in der Apotheke mischen lassen (Menge berechnet auf 100 g): 
A Acidum salicylicum (Säure aus der Weidenrinde)  2,0 g
B Alkohol: Ethanolum 96% V/V (70%)  64.40 g
C Aqua purificata  31.00 g
D Benzalkonii chloridum  0.10 g
E Chlorhexidini gluconatis sol. 20%  2.50 g
(Herstellung: A in B lösen (Lösung 1). D in C lösen (Lösung 2). E mit der Lösung 2 mischen. Anschliessend Lösung 1 beifügen.)

(nicht zusammen mit Seifen verwenden).

 

Und jeden dritten Tag legen Sie anstelle dieses Spiritus Schwefel-Kompressen mit Thiorubrol® auf (15 Minuten lang aus 1-2 Teel. auf 2 Liter warmes Wasser).

 

Ziel der Aknetherapie ist es, die Neubildung von Pickeln zu verhindern. Leider dauert dies eine Weile (in der Regel mindestens 6 bis 8 Wochen), und während der ersten 2 bis 3 Behandlungswochen wird die Akne oft noch schlimmer!
Dies ist eine schwierige Zeit - lassen Sie sich nicht entmutigen!
Bei ausbleibender Besserung nach diesen 8 Wochen wäre ein Gang zum Haus- oder Hautarzt angebracht.

 

Suchen Sie auch sofort einen Arzt auf, wenn eine Vernarbungstendenz der Akne besteht (zum Beispiel auch bei Zerkratzen der Akneläsionen!). Dann sollte man frühzeitig sehr intensiv behandeln.

 

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 20.06.2010


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