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Über
Adipositas wird schon lange geforscht und geschrieben, zum schwergewichtigen
öffentlichen Thema wurde sie jedoch erst, als differente Medikamente
dagegen auf den Markt kamen. Der Einfluss der Pharmaindustrie ist nicht nur
für die öffentliche Meinung von Bedeutung (wer hat unter dem Eindruck der
Pfizer-Kampagne nicht schon bei sich selbst eine Reizblase entdeckt?), auch
medizinische Opinion Leaders sind ihm in beträchtlichem Masse ausgesetzt.
Beispiel: Die Waist-Hip-Ratio wird neuerdings "abgelöst"
durch die blosse Waist-Messung (nur Bauchumfang allein), obschon aus
wissenschaftlicher Sicht der Quotient mehr Sinn macht. Also weiterhin
auch Hüftumfang messen! Der Hüftumfang widerspiegelt die Muskelmasse,
die Beschränkung auf den Bauchumfang als Mass für das intestinale Fett
wird von der Pharmaindustrie als Zielparameter der Pharmakotherapie
portiert; der Muskel und die Bewegung sowie die metabolische Fitness haben
keine gleich starke "Lobby"!
Mit der W/H-Ratio kann
auch zwischen der gefährlicheren Apfel- und der harmloseren Birnenform
unterschieden werden >>> siehe hier!
Sarkopenie kommt
meist vor Adipositas!
In der ersten Welt gibt es zwei grosse Pandemien:
Die SARKOPENIE (=Muskelschwund) und (vielleicht als Folge davon)
die ADIPOSITAS (=Übergewicht).
Daraus folgt, dass immer (zuerst) auch beim Abnehmen diese Sarkopenie
behoben werden muss. Mit mehr Muskeln hat man nur schon einen grösseren
Grundumsatz (Energieverbrauch in Ruhe) und erst recht beim
Sporttreiben.
Wann sind Sie mit Übergewicht gefährdet, ein metabolisches Syndrom,
resp. einen Diabetes zu entwickeln?
Lassen Sie bei Ihrem Hausarzt einen Glukosetoleranztest (http://de.wikipedia.org/wiki/OGTT)
durchführen. Falls dabei als Ergebnis eine normale Insulinsensitivität
herauskommt, können Sie vorerst beruhigt sein (gutartige Adipositas) - aber
bei bestehender Insulinresistenz ist Bewegung und Abnehmen lebensnotwendig!
(Arch Intern Med 168(15):1609-1616, 2008 - Identification
and Characterization of Metabolically Benign Obesity in Humans, Norbert
Stefan et al.)
Für die grosse Mehrheit der Übergewichtigen gilt noch
immer: Sich Abgrenzen lernen, Essgewohnheiten umstellen und mehr Bewegung
(v.a. Sport VOR dem Essen)! Damit
kann ein Gewichtsverlust von 10 Prozent
ohne allzu grosse Mühe auch ohne Medikamente erreicht werden.
Dazu muss man sagen, dass übergewichtige Personen tatsächlich bereits von einer
Gewichtsabnahme von 5- bis 10% profitieren, falls sie sie halten können: Ihr
Zuckerstoffwechsel verbessert sich, Blutdruck und Blutfette sowie die Wahrscheinlichkeit
eines Diabetes werden reduziert. Lebensgewinn in
Jahren siehe www.annals.org/issues/v138n1/abs/200301070-00008.html!
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 29.09.2009
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