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Sind Sie wirklich übergewichtig?! Hier schnell ausrechnen!Ist Ihre Fettleibigkeit lebensgefährlich?!Wie abnehmen?Infos zum metabolischen Syndrom!Sekundärfolgen der Adipositas und Therapieansätze
Über Adipositas wird schon lange geforscht und geschrieben, zum schwergewichtigen öffentlichen Thema wurde sie jedoch erst, als differente Medikamente dagegen auf den Markt kamen. Der Einfluss der Pharmaindustrie ist nicht nur für die öffentliche Meinung von Bedeutung (wer hat unter dem Eindruck der Pfizer-Kampagne nicht schon bei sich selbst eine Reizblase entdeckt?), auch medizinische Opinion Leaders sind ihm in beträchtlichem Masse ausgesetzt. Beispiel: Die Waist-Hip-Ratio wird neuerdings "abgelöst" durch die blosse Waist-Messung (nur Bauchumfang allein), obschon aus wissenschaftlicher Sicht der Quotient mehr Sinn macht. Also weiterhin auch Hüftumfang messen! Der Hüftumfang widerspiegelt die Muskelmasse, die Beschränkung auf den Bauchumfang als Mass für das intestinale Fett wird von der Pharmaindustrie als Zielparameter der Pharmakotherapie portiert; der Muskel und die Bewegung sowie die metabolische Fitness haben keine gleich starke "Lobby"! Mit der W/H-Ratio kann auch zwischen der gefährlicheren Apfel- und der harmloseren Birnenform unterschieden werden >>> siehe hier!
Sarkopenie kommt meist vor Adipositas!In der ersten Welt gibt es zwei grosse Pandemien:
Entzündung und AdipositasAdipositas geht mit einer chronischen Entzündung einher. Das Fettgewebe
ist ein endokrines Organ, das zahlreiche Zytokine sezerniert, und zwischen
Makrophagen, Lymphozyten und Adipozyten bestehen Interaktionen. Von grosser
wissenschaftlicher Bedeutung war die Entdeckung der sieben
"Sirtuine" in den letzten Jahren. Bei diesen Sirtuinen handelt es
sich um "Deazetylasen", die den Verlauf von Entzündungen
beeinflussen. Die Inaktivierung bestimmter Sirtuine führt zum klinischen
Bild einer Entzündung, zu Insulinresistenz
sowie Adipositas, wogegen die Aktivierung dieser Enzyme den gegenseitigen
Phänotyp zur Folge hat. Hier liegt ein potentieller therapeutischer Ansatz,
um die bei Adipositas vorliegende Insulinresistenz zu korrigieren. Da
erinnert man sich daran, dass das in gutem Rotwein vorhandene Resveratrol
ein Sirtuin-Aktivator ist...!
Wann sind Sie mit Übergewicht gefährdet, ein metabolisches Syndrom, resp. einen Diabetes zu entwickeln?Lassen Sie bei Ihrem Hausarzt einen Glukosetoleranztest (http://de.wikipedia.org/wiki/OGTT) durchführen. Falls dabei als Ergebnis eine normale Insulinsensitivität herauskommt, können Sie vorerst beruhigt sein (gutartige Adipositas) - aber bei bestehender Insulinresistenz ist Bewegung und Abnehmen lebensnotwendig! (Arch Intern Med 168(15):1609-1616, 2008 - Identification and Characterization of Metabolically Benign Obesity in Humans, Norbert Stefan et al.)
Für die grosse Mehrheit der Übergewichtigen gilt noch
immer: Sich Abgrenzen lernen, Essgewohnheiten umstellen und mehr Bewegung
(v.a. Sport VOR dem Essen)! Damit
kann ein Gewichtsverlust von 10 Prozent
ohne allzu grosse Mühe auch ohne Medikamente erreicht werden.
Übergewicht im hohen Alter ist sogar gut!Bis zum Alter von etwa 85 Lebensjahren hat das Übergewicht einen schädlichen Effekt: Es erhöht die Sterbewahrscheinlichkeit. Danach aber kippt dieser Trend! Bei den Höchstbetagten wirkt das Fett auf den Rippen eher schützend - nicht nur im Vergleich mit Unter-, sondern auch mit Normalgewichtigen. Eine Erklärung könnte sein, dass dicke Alte ein geringeres Risiko für Osteoporose und somit für Knochenbrüche haben. Und Körperfett ist ein Energiespeicher, wenn im hohen Alter der Appetit dramatisch nachlässt. (J Aging Res. 2011;2011:765071. Epub 2011 Sep 28. Is there a reversal in the effect of obesity on mortality in old age? Cohen-Mansfield J, Perach R.)
Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Zürich
Last updated 06.05.2012
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